Habt ihr das Gefühl, dass die Menschen wählerischer und gleichzeitig ängstlicher bei der Partnersuche werden?
Für mich sind die Sozialen Medien entscheidend dafür, dass sich die Menschen nur von ihrer besten Seite zeigen und deshalb alle nach mehr Perfektion suchen.
Viele Dating-Seiten haben einen deutlichen Männerüberhang, wodurch der einzelne Mann wenig Chancen hat, während die Frauen eine zu große Auswahl haben und sich nur auf die perfekten Männer konzentrieren können.
In meinem Freundeskreis läuft es eigentlich so: die, die nach der Schule einen Partner gefunden haben, sind noch mit diesem zusammen. Die anderen dagegen sind alle Singles und haben große Probleme, Partner zu finden.
Das traditionelle Flirten ist irgendwie aus der Mode gefallen, andere Menschen auf der Straße oder im Club anzusprechen wird als aufdringlich und belästigend angesehen. Die Hoffnung dagegen, der perfekte Partner würde einfach vom Himmel fallen, scheint sehr groß zu sein. Meine männlichen Single-Freunde trauen sich nicht, Frauen anzusprechen, weil die Gefahr zu groß sei, abgelehnt zu werden. Dadurch sinkt die Bereitschaft bei ihnen, überhaupt tätig zu werden.
Frauen dagegen wünschen sich häufig, dass der richtige sie anspricht, aber weil sich der Mann nicht traut, kommt es nicht dazu. Umso enttäuschender ist es, wenn dann ein Typ kommt, der nicht dem Ideal entspricht.
Zumindest wirkt es auf mich so, dass Menschen früher eher bereit gewesen sind, die andere Person kennenzulernen und zumindest mal auf ein Date zu gehen, um danach zu entscheiden. Ich war seit 3 Jahren auf keinem Date mehr, weil ich nie die Chance dazu erhalten habe, obwohl ich anderen Menschen klar gesagt habe, dass ich Interesse habe.
Sind die Menschen einfach zu wählerisch und ängstlich?