Das ist ja mal eine tolle Anlage. Vor allem Die Electro Voice Endstufen sind noch welche von der robusten Sorte, die man auch noch repariert bekommt, wenn die einem jemand defekt auf dem Tisch stellt.
Die dürften aber nicht dein Problem sein.
Also ich tippe mal schwer, du bist der Haustechniker und man möchte jetzt dir den schwarzen Peter zuschieben, daß du das "goldene Händchen" hättest.
Ich muß dir aber gleich sagen, da wirst du um das entsprechende Equipment mit Frequenzspektrometer und alles was dazugehört, nicht herumkommen.
Aber du kannst schon mal sinnvoll vorarbeiten - ich spreche da aus Erfahrung, da ich mal in der Veranstaltungstechnik gearbeitet habe. Nichts ist schlimmer als wenn dir der Kunde sagt: Es brummt manchmal - aber jetzt gerade nicht :-)
Der gängigste Input, der wirklich weiterhilft:
Wann ist der Fehler zum ersten mal aufgetreten?
Kann dieser Zeitpunkt mit irgendeiner Änderung im System in Zusammenhang gebracht werden?
Beispiele: In der Gastronomie wurden neue Geräte installiert, es wurde die Heizung erneuert, an der Unterverteilung wurde gearbeitet, usw... Da kommen oftmals dann Signalwörter raus, die dem Techniker hilft.
In der Tontechnik hast du bei solchen Dingen fast immer ein Erdungs- oder Masseproblem. Du hast in der Unterverteilung alle Erdungspunkte, PE-Anschlüsse, usw auf festen Sitz überprüft und die Schrauben angezogen?
Es wurde auch in der Tontechnik nichts verändert? z.B. anderes Mischpult, oder es kam irgendein Effektgerät rein? Alle Anschlüsse sind symmetrisch, sprich von Anfang bis Ende per XLR ausgeführt - also nicht irgendwo ein Adapter XLR-Klinke im Signalweg?
Es hat nicht irgendjemand mal im Vorführraum oder im Endstufenschrank "mal was umgesteckt" und ein Gerät läuft plötzlich auf einem anderen Stromkreis oder gar Phase, was dir ein Masseproblem verursacht.
Es hat auch niemand im Signalweg mal den "Stecker verdreht" - Schukostecker sind nicht verpolsicher und du hast plötzlich zwei parallelgeschaltete Endstufen mit jeweils der Phase auf einer anderen Leitung. In der professionellen Tontechnik werden daher die blauen CEE Stecker verwendet. Kommt selten vor - aber auch schon erlebt ;-)
In dem Zusammenhang: Es war nicht in den letzten Wochen jemand von einer Firma da, der die DGUV-Prüfung gemacht hat, alles ausgesteckt hat und anders wieder eingesteckt hat (Ich spreche aus Erfahrung :-D).
Dann kommen die wichtigen Infos: WANN tritt das Knacken auf? Kann es mit einem Schaltzustand in Verbindung gebracht werden. z.B. immer wenn deine Klimaanlage läuft, immer wenn die Gastro ihren neuen Dämpfer einschaltet, usw...
Fang an nach Betriebsschluss Stromkreise freizuschalten.
Ist das Knacken irgendwie wiederholbar oder tritt es irregulär auf?
Von solchen Netzfiltern wie im Bild würde ich mal generell abraten, das sind Consumer Produkte - Ein Netzfilter muß in der Nähe des störenden FCU oder Netzteils geschalten werden. Wenn der Störimpuls bereits im Netz ist, ist es zu spät.
Was mir bei dir im Bild auffällt:
Die Erdungspunkte, der Endstufen sind nicht angeschlossen. Die, die auf einen gemeinsamen Sternpunkt führen sollten. Die Signalzuführung ist direkt in dem Kabelkanal hinter der Stromversorgung. Keine räumliche Trennung, gut möglich, daß das was einkoppelt. Kann ein defektes Relais oder Thermostates eines Kühlschrankes sein oder Zündspule einer Heizung, irgendwas was Impulse verursacht.
Dann muß halt herausgefunden werden wo das einkoppelt. Wenn es über den Signalweg kommt, hilft meist ein Übertrager. Stichwort Neutrik NTL1. Hilft oft Wunder, DC Störungen bleiben draußen, Masse wird abgekoppelt - da muß aber die Signalzuführung streng symmetrisch sein, damit sich die Störsignale eliminieren.
Zusammenfassend wirst du eine Fachfirma für PA-Technik brauchen, die dir die Nadel im Heuhaufen findet. Aber mit deiner wertvollen Vorarbeit wirst du denen eine langwierige und teure Fehlersuche ersparen können.