Wir haben hier ja öfter [kein komma] die Situation, dass Frager die Groß- und Kleinschreibung ignorieren und für unwichtig halten.

Wenn viele leute etwas für unwichtig halten, könnte es ja sein, dass sie recht haben.

1. Eigentlich braucht es nur 1 sorte buchstaben:

https://www.gutefrage.net/frage/ist-es-sinnvoll-dass-es-kleine-und-grosse-buchstaben-gibt-wenn-ja-warum#answer-290392205

2. Wenn wir nun mal grossbuchstaben haben, ist die international übliche eigennamengrossschreibung besser als die substantivgrossschreibung:

https://www.gutefrage.net/frage/meinungsfrage-wie-steht-ihr-zur-einhaltung-der-rechtschreibregeln#answer-289282295

3. Die substantivgrossschreibung bringt dem leser nichts:

http://sprache.org/bvr/?s=disambiguierung&a=disamb

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Die rechtschreibung ist nicht verbindlich; die frage nach dem warum erübrigt sich also.

Das beispiel mit dem superlativ passt nicht zur frage, denn es betrifft die sprache. Die ist selbstverständlich auch nicht verbindlich.

Zum unterschied zwischen sprache und schreibung: http://www.sprache.org/bvr/?s=schichtenmodell

Zur schreibnorm: http://www.sprache.org/bvr/?s=norm

Zur amtlichen rechtschreibung: http://www.sprache.org/bvr/?s=amtlich

(Geschrieben gemäss http://www.kleinschreibung.ch)

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Hier wird kein bindestrich gesetzt, sondern ein (längerer) bis- oder streckenstrich, und zwar ohne leerschritt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Halbgeviertstrich#Bis-Strich

(Geschrieben gemäss http://www.kleinschreibung.ch)

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Ronald Lötzsch, Linguist, 1997 (rosalux.de):

Da keine Sprache, natürlich auch die deutsche nicht, unterschiedliche »kleine« und »große« Laute kennt, sind Großbuchstaben abzuschaffen. Von den Benutzern der zahlreichen Buchstabenschriften, die es gibt, leisten sich lediglich die von vier den Luxus besonderer Großbuchstaben. Es sind dies die griechische, die beiden von dieser abstammenden Alphabete, das lateinische und das kyrillische, und die armenische Schrift. […]

Irgendwelche rationalen Argumente für die Verwendung besonderer Großbuchstaben gibt es nicht. Wenn konsequente Kleinschreibung praktiziert wird, fällt dies dem Leser kaum auf. Auch für das Deutsche gibt es beachtliche Beispiele. So gab die Büchergilde Gutenberg Berlin 1931 den Titel sport und arbeitersport eines Autors helmut wagner heraus und stellte ihm das Motto voran: »dieses buch wurde mit zustimmung des autors in kleinbuchstaben gesetzt. es soll freunden und gegnern der vielfach umstrittenen kleinschreibung gelegenheit zur klärung ihres standpunktes geben.«

Auch wer jiddische Texte herausgibt, diese im Interesse an die Lateinschrift gewöhnter Leser transliteriert und dabei ausschließlich Kleinbuchstaben verwendet, weil die hebräische Schrift keine Großbuchstaben kennt, braucht nicht, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, mit Protesten zu rechnen.

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Etymologie (herkunft) ist eine interessante sache, aber in einer buchstabenschrift hat sie nichts zu suchen.

http://sprache.org/bvr/?s=synchronie

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Wilhelm Bleich, 1900: Daß ohne irgend einen Nachtheil der Gebrauch, alle Dingwörter mit einem großen Anfangsbuchstaben zu schreiben, unterbleiben kann, erweist der Schriftgebrauch aller anderen europäischen Völker, welche, wie bis zu 16. Jahrhundert auch das deutsche Volk, außer den Eigennamen nur das erste Wort am Anfange eines Lesestückes und nach einem Punkte durch einen großen Anfangsbuchstaben zu dem Zwecke hervorheben, dem Lesenden den Ueberblick zu erleichtern.

Heinrich Böll, deutscher schriftsteller, 1973: Eine sprache verliert weder an informationswert noch poesie, wenn sie — wie die englische und die dänische — von der gross- zur kleinschreibung übergeht.

http://www.kleinschreibung.ch

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Warum ist die deutsche Silbentrennung so vergurkt?

Ich verstehe nicht, wie die deutsche Silbentrennung theoretisch funktionieren soll, d.h., wie man die Regeln (ab S. 101) anwenden soll.

Im Prinzip trennt man ja vor dem letzten Konsonanten einer Gruppe, wobei Di­graphen etc. beachtet werden müssen: lе·bеn·dіg, ѕсhnаr·сhеnd, Οr·nі·thο·lο·gе.

Bei Wortzusammensetzungen (oder Vorsilben, nicht aber Nachsilben) haben je­doch die Morphemgrenzen Priorität: bе·аn·trаgеn, vеr·ӓndеrn, еіn·аndеr, Εnt·ѕсhlеu­nі·gung. Dіе Rеgеl ѕοll nаtürlісh аuсh für Frеmd­wӧrtеr gеltеn, z.В. Τеlе·рѕусh·іаtеr, Кοn·ѕtruk·tіοn, Αn·ӓmіе, аutο·сhthοn, Αnt·аgοnіѕt, Ρӓd·аgοgе, Неlіkο·рtеr.

Aber dann kommt § 113, der alles auf den Kopf stellt:

§ 113 Wӧrtеr, dіе ѕрrасhhіѕtοrіѕсh […] gеѕеhеn Zu­ѕаm­mеn­ѕеtzungеn […] ѕіnd, аbеr nісht mеhr аlѕ ѕοlсhе еmр­fun­dеn οdеr еr­kаnnt wеrdеn, kаnn mаn [ent­weder so oder so trennen].

Ісh frаge mісh, wie dіеѕе Rеgеl angewendet werden ѕοll. Wοhеr ѕοll ісh wіѕѕеn, wаѕ еmрfundеn οdеr еrkаnnt wіrd (vοm wеm еіgеntlісh, bіn ісh аllеіn dа gut gе­nug)? Dа kӧnntе mаn ја glеісh ѕсhrеіbеn „Dаѕ Νӓhе­rе rеgеlt еіnе Vеr­οrd­nung dеѕ Μіnіѕ­tе­rі­umѕ für Ѕрrасh­рflеgе und Gе­ѕun­dеѕ Vοlkѕ­еmрfіn­dеn™“. Οdеr ѕοll ісh bеі јеdеr Τrеn­nung еіnе Vοlkѕ­bеfrа­gung durсhführеn?

Ісh kаnn аllеrdіngѕ bеі Dudеn Οnlіnе nасhѕеhеn, wаѕ dеn Νасhtеіl hаt, dаß еѕ nісht реr dеfіnіtіοnеm rісhtіg іѕt. Vοm Ρѕусh·іаtеr und dеm Неlіkο·рtеr rät der Duden zwar ab, er­laubt es aber (dеr аrmе Ur­vοgеl ѕοll zu Αrсhӓοр·tеrух trаn­сhіеrt wеr­dеn), und іn οffеn­ѕісht­lісhеr Vеr­lеtzung vοn § 113 ѕіnd Rhарѕ·οdіе und Εn·еrgіе und Ѕу·ѕtеm ѕοgаr vеr­bοtеn (Ѕу·ѕtοlе іѕt іn­kοnѕе­quеn­tеr­wеіѕе аbеr еrlаubt). Dаѕ bе­trіfft nісht nur Frеmd­wӧrtеr, bеі еmр­fοh­lе­nеn Τrеn­nun­gеn wіе еі·nаndеr οdеr dа·rum οdеr hі·nuntеr wurdе mіr ѕсhwіndlіg.

Auf die Frage, wer sich sowas ausdenkt, kriege ich bestimmt keine Antwort. Dеѕ­hаlb frаgе ісh lіеbеr wіе mаn dіеѕе Rеgеl еіgеntlісh nасh dеm Wіllеn іhrеr Ѕсhӧр­fеr аn­wеn­dеn ѕοll. Νасh wеlсhеm Кrі­tеrі­um ѕοll ісh vοr­gеhеn, um zu еnt­ѕсhеі­dеn, οb еіn bе­ѕtіmm­tеr Fаll, bеі dеm ісh vіеl­lеісht іm Zwеіfеl bіn, für § 113 quаlі­fіzіеrt οdеr nісht? Und іn wеlсhеn Fӓllеn dіе еtуmο­lοgіѕсh rісh­tіgе Τrеn­nung ѕοgаr vеr­bο­tеn іѕt? Und wеlсhеѕ Ρrο­blеm ѕοll dіе Rеgеl еі­gеnt­lісh lӧѕеn?

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Wοhеr ѕοll ісh wіѕѕеn, wаѕ еmрfundеn οdеr еrkаnnt wіrd (vοm wеm еіgеntlісh, bіn ісh аllеіn dа gut gеnug)?

Der sprachwissenschafter Peter Eisenberg stellt spöttisch fest: Als Indiz für vorhandenes oder nichtvorhandenes Bildungswissen ist die Silbentrennung ein Lieblingskind mancher Sprachfreunde.

Daraus kann man folgern, dass man die sache nicht zu ernst nehmen sollte. Trennungsregeln sind eigentlich ein problem der typografie, nicht der ortografie. Der normale schreiber kann trennungen fast immer vermeiden.

Die neuregelung von 1996 hatte nicht zuletzt das ziel, die ortografie von typografischem spezialwissen zu befreien. Dazu gehörten die dreikonsonantenregel mit ihrer speziellen trennregel (http://sprache.org/bvr/?s=3kons ), die trennregeln für st, ck und einzelbuchstaben (https://www.gutefrage.net/frage/einsilbentrennung---warum-wieder-abgeschafft ) sowie auch die ß-schreibung. Dazu gehört aber eben auch § 113, den es ja schon immer gegeben hat. Und schliesslich gehört auch die schreibung der fremdwörter (http://sprache.org/bvr/?s=fremdwort ) dazu.

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Zu «sch»: https://www.gutefrage.net/frage/warum-spiel-und-nicht-schpiel-wortregeln#answer-250461862

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Es gibt 4 möglichkeiten (die in den bisherigen antworten leider nicht vorkommen):

  • Florasan-Premium-Bio-Ansaaterde
  • Florasan-Premiumbioansaaterde
  • Premium-Bio-Ansaaterde Florasan
  • Premiumbioansaaterde Florasan

Ein leerzeichen kann es bei den varianten 1 und 2 nicht geben, weil das ganze eine zusammensetzung ist, und zusammensetzungen schreibt man zusammen oder mindestens mit bindestrich.

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Ein berliner linguist, Ronald Lötzsch, hat sich mal überlegt, wie eine ideale rechtschreibung aussehen müsste:

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Ein anlauf in England: https://de.wikipedia.org/wiki/Shaw-Alphabet

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Ein versuch («fersuch») vor 145 jahren:

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Wie schon Niela80 festgestellt hat, kam der fussball nicht über Deutschland in die Schweiz. Als dann die deutschen in einem anflug von nationalismus eigene ausdrücke erfanden, hatte das keinen einfluss auf die Schweiz.

Auch die eisenbahn wurde in England erfunden, kam dann allerdings via Deutschland in die Schweiz. Das änderte aber nichts daran, dass die züge in der Schweiz links fahren und die deutschen bemühungen um sprachreinheit ebenfalls ignoriert wurden. Wir sagen hier deshalb nicht bahnsteig, sondern perron, nicht fahrkarte, sondern billett und retourbillett, nicht schaffner, sondern kondukteur, nicht strassenbahn, sondern tram usw.

(Geschrieben gemäss http://www.kleinschreibung.ch)

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«Mir, der ich selten selbst geschrieben, was ich zum Druck beförderte, und, weil ich diktirte, mich dazu verschiedener Hände bedienen mußte, war die konsequente Rechtschreibung immer ziemlich gleichgültig. Wie dieses oder jenes Wort geschrieben wird, darauf kommt es doch eigentlich nicht an; sondern darauf, daß die Leser verstehen, was man damit sagen wollte! Und das haben die lieben Deutschen bei mir doch manchmal getan.»

Goethe in einem Gespräch mit dem Dichter und Theaterleiter Karl Eduard von Holtei

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«Der Unterricht in der Rechtschreibung ist, wie aller Unterricht, durch die Zeitumstände zunehmend schwieriger geworden. Die Kinder, auch die Landkinder, sind durch die Begleiterscheinungen des heutigen Zivilisationsbetriebes überreizt. Die Motorisierung des Verkehrs, das Radio, die Bildpresse, bald wird es auch das Fernsehen sein — dies alles wirkt ablenkend, zerstreuend, auflösend auf das jugendliche Gemüt und gestaltet die Schularbeit mühsamer als noch vor einem Menschenalter.»

«Bündner Schulblatt» (Graubünden, Schweiz), 1956

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