woher kommt die redewendung "gespannt sein"

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6 Antworten

Der Ausdruck „ich bin gespannt“ ist alleingenommen noch keine Redewendung. Naheliegend ist eine Erklärung mit der Bedeutung des Verbs „spannen“. Dieses bedeutet unter anderem „ziehen“, „etwas (straff) (an)ziehen“, „straff/eng sein“, „festbinden“.

Wer gespannt ist, steht unter Spannung/Anspannung. Das Wahrnehmen, Denken und Fühlen ist aufmerksam und erwartungsvoll auf etwas gerichtet. Die Erwartung ist mit Gedanken und Gefühlen verbunden, die als Kräfte wirken. Was Spannung erregt, zieht gleichsam an den Nerven. Diese geistig-seelische Ausrichtung, die auch mit körperlicher Anspannung verbunden sein kann, ist wie ein Ziehen/straffes Anziehen. Sie kann die Aufmerksamkeit ziemlich fest an etwas binden, gleichsam fesseln.

Bildlich kann z. B. das Gespanntsein eines Bogens oder eines Musikinstrumentes verglichen werden.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Erste Abtheilung. Zweiter Theil. Band 4: Gefoppe – Getreibs. Bearbeitet von Rudolf Hildebrand und Hermann Wunderlich. Leipzig : Hirzel, 1897, Spalte 4134 – 4135 gibt zu gespannt an:

1) eigentlich: mit gespannten Segeln fahren

2) bildlich

a) auf (seltener: nach) etwas gespannt, mit seinem ganzen denken und Aufmerken worauf gerichtet, erwartungsvoll

b) so gespannt, dass schließlich ein Bruch zu befürchten ist, nicht mher in gutem Einvernehmen, das Bild wohl vom gespannten Bogen entlehnt

3) gespannet: erstarret

4) technisch, in der Baukunst

Duden : das große Wörterbuch der deutschen Sprache; in zehn Bänden. Herausgegeben vom Wissenschaftlichen Rat der Dudenredaktion. Band 8: Schl – Tace. 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Mannheim ; Leipzig ; Wien ; Zürich : Dudenverlag , 1999, S. 3621 – 3622 gibt zu spannen an:

mittelhochdeutsch spannen, althochdeutsch spannan = [sich] dehnen, ziehend befestigen

eigentlich: mit dem gespannten Bogen lauernd auf seine Beute warten

1.a) etwas so dehnen, ziehen, daß es straff, glatt ist

b) spannend befestigen

c) sich spannen: straff, fest werden

d) in etwas festklemmen, einspannen

e) (durch Betätigung einer entsprechenden Vorrichtung) bereit zum Auslösen machen

2) zu eng sein, zu straff sitzen und dadurch eine unangenehme Empfindung verursachen

3) die Gurte eines Zugtieres an einem Fuhrwerk oder Ähnlichem befestigen

4) sch spannen: sich [über etwas] erstrecken, wölben

5) (Fachsprache): eine bestimmte Spannung haben

6.a) seine ganze Aufmerksamkeit auf jemanden/etwas richten, etwas genau verfolgen, beobachten

b) (landschaftlich, besonders süddeutsch, österreichisch): merken, einer Sache gewahr werden

das ist eigentlich keine redewendung, sondern -- wenn überhaupt -- eine sprachliche metapher. etwas, was gespannt ist, ist in einem instabilen zustand und strebt es an, wieder in einen stabilen zustand zurückzukehren. das mit dem flitzebogen ist nur ein vergleich, den man später angedichtet hat.

das kommt von Spannung - man ist nicht entspannt sondern gespannt auf etwas. es ist quasi spannend auf das was da kommt zu warten. man ist angespannt, also aufgeregt und nicht gerade locker sondern evtl. sogar verspannt ;-)

Leider steht mein Etymologie-Lexikon zu weit weg, als dass ich mich jetzt erhebe ... ich würde aber für eine adäquate Antwort die sprachlichen Wurzeln der "Spannung" hinterfragen.

"gespannt sein" = gespannt sein wie ein Flitzbogen = zum Zerreißen gespannt sein

wie ein Bogen, zuerst spannt man Ihn usw..............(sorry, kann wer meine Antwort vollenden??bin nämlich viel zu müde dazu!)

Der alte Flitzebogen!

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