Woher kommt der Spruch bzw. wieso "verschlägt"? -> Da verschlägt es mir die Sprache!?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das habe ich zum Thema "Sprache verschlagen" gefunden.

Zusammengefasst: Es werden in einer bestimmten Situation Gefühle in uns erzeugt, die sich nicht in Worte fassen lassen, die aber trotzdem beachtet werden wollen. Also blockieren sie einfach den Sprachfluss. Die plötzlich eingetretene Stille macht stutzig und sucht Antwort in der non-verbalen Kommunikation, wie dem "zitterte vor Zorn", "rot vor Wut", "er spuckte Gift und Galle".

Anbei der link plus Artikeln, wens interessiert:

Dass der Körper zu uns spricht, wenn es uns die Sprache verschlagen hat, ist ja seit Erfindung der Psychosomatik kein Geheimnis mehr. Wenn es in der Seele zwickt, zwackt es eben ein wenig später im Körper. Sprachlose Gefühle werden über den Körper zu Sprache - der Körper als Sprachrohr der Seele. Und das geht so:

Man hat ein Gefühl, für das man keine Worte hat. Man spürt, dass etwas anders ist als sonst, irgendwas stimmt nicht, irgend etwas bringt einen aus dem Gleichgewicht, aber man weiß nicht, was es ist, man kann es nicht benennen. Deswegen spricht man natürlich auch nicht darüber. Wie auch? Und jetzt geht es los: Das Gefühl will raus (weil alles, was das Gleichgewicht stört, irgendwann raus will), kann aber nicht, weil ihm die gewohnte Ausdrucksform (Sprache) fehlt. Also bahnt es sich seinen Weg nach draußen über den Körper. (Genauso gut könnte es sich in ein Musikstück verwandeln oder in einen Boxkampf, aber die wenigsten von uns sind Musiker oder Boxkämpfer.) Dort, also im/am Körper, veranstaltet es dann einen kleinen Tumult, das sprachlose Gefühl: eine Beule, einen Ausschlag oder was auch immer. Und endlich bekommt es die Aufmerksamkeit, die es braucht, um zu verschwinden.

So hat man etwa die Nase voll, wenn einem eine Sache zuviel wird, und es stellt sich die Frage, inwieweit die Nasenschleimhäute bzw. der Stirnhöhlenbereich dem Abtransport von gefühltem Unrat dient. Ist hier vielleicht ein Arzt unter den Lesern? Ebenso frage ich mich, warum wir sagen, wir seien sauer, wenn wir uns ärgern. Ändert Ärger den PH-Wert unserer Haut? Und warum spucken wir Gift und Galle? Sehen rot? Kriegen einen dicken Hals, wenn wir uns nicht schleunigst Luft verschaffen? Überhaupt scheint Ärger/Wut das Gefühl zu sein, das den Körper am ehesten zum Sprechen bringt. Etwas satt haben, etwas zum K.... finden, eine Laus, die über die Leber gelaufen ist… Ja, ist denn das Leben ein einziges Ärgernis? Oder ist der Mensch zu feige/höflich/vorsichtig, seinem Ärger sprachlich Ausdruck zu verleihen? Das würde ich jetzt gerne meinen Körper fragen. Aber der will einfach nicht antworten. Sie vielleicht?

fragt frei von der Leber weg

Ihre Franka Lingua

blog.wissen.de/wissen/ressort/sprachspione/was-spricht-die-milz/

Das war also die lange Version :D tzd danke! :-)

0
@Mietexperte

Ich hoffe bei der langen Version hat es dir nicht die Sprache verschlagen ;o) Danke fürs*. LG

0

Es gibt ja auch noch "den Atem verschlagen". Da ist die Bedeutung dieselbe. Aber ich weiß nicht, wieso ausgerechnet verschlagen... Gute Frage!

hast du schon mal so laut geschrien oder gerufen, dass deine Stimme gekippt ist und nicht weiter reden konntest?

Dabei verkrampfen sich die Stimmbänder. Das ist mit "verschlagen" gemeint.

Was möchtest Du wissen?