woher kommt das Wort merkwürdig?

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eine längere Zeit bedeutete "merkwürdig" = "etwas, was man sich merken sollte"; so wie heute "denkwürdig". So noch bei Schiller und bis Mitte des 19. Jhdts.

Die Bedeutung "seltsam, eigenartig, unerklärlich, komisch" ist noch verhältnismäßig jung. Etwa ab 1800 findet sich diese verengte Bedeutung.

Dazu Grimm:

MERKWÜRDIG, adj. notatu dignus, notatione dignus. FRISCH 1, 659b: merkwürdige dinge, res memorabiles. STEINBACH 2, 1052; ein merkwürdiger krieg, bellum memorabile. ebenda; eine merkwürdige schlacht, memoranda pugna. ebenda; Genueser, das ist eine merkwürdige stunde. SCHILLER Fiesko 3, 5; etwas ist merkwürdig, wird merkwürdig gemacht, gefunden: das deucht mich merkwürdig zu sein, memoriae prodendum id mihi videtur. STEINBACH 2, 1052; dieser tag war an traurigen auftritten bei unserm patienten besonders merkwürdig. SCHILLER hist.-krit. ausg. 1, 111; der tod des königs von Navarra, welcher auf eine vor dieser stadt empfangene wunde erfolgte, macht die belagerung von Rouen im jahr 1562 berühmt, aber nicht eben merkwürdig. denn der hintritt dieses prinzen blieb gleich unbedeutend für beide kämpfende parteien. 9, 323; das haus mag wohl für fremde merkwürdig sein. FREYTAG handschr. 1, 84; er ... fand die bodenbildung des gutes sehr merkwürdig. 336; substantiv etwas merkwürdiges, entweder das geschieht: viel merkwürdiges gethan haben, multa memorabilia effecisse. STEINBACH 2, 1052; alles was geschieht, das merkwürdige wie das unbedeutende, reiszt der zeitstrudel mit sich in die vergessenheit hinab. SCHILLER hist.-krit. ausg. 9, 186; ich bin überzeugt, dasz mir auf meiner ganzen reise nichts so merkwürdiges aufstöszt, als mir mit euch und eurem kinde und dem löwen begegnet ist. TIECK Octav. 160; das merkwürdige eines solchen fundes. FREYTAG handschr. 1, 17; beide empfanden, dasz etwas merkwürdiges und vielverheiszendes in dem thale schwebte, welches sie als suchende betraten. 58; oder das man beschaut: weil ich ohnediesz wünschte, das merkwürdige dieser stadt zu sehen. SCHILLER hist.-krit. ausg. 4, 197; es war auch hier nichts merkwürdiges zu sehen. FREYTAG handschr. 1, 91;

da der chevalier so viele länder hat gesehen, wird er ohne zweifel viel merkwürdiges uns zu erzählen wissen. SCHILLER don Carlos 1, 4;

die heutige sprache verbindet mit merkwürdig gern auch den abgeschwächteren sinn des auffallenden, verwunderlichen: zweierlei

Bd. 12, Sp. 2108

war das merkwürdigste an dem vagabunden. IMMERMANN Münchh. 1, 168; sehr merkwürdig ist, wie mit dieser abnahme der denkkraft eine unruhige und zerstörende sinnlichkeit überhand nimmt. FREYTAG handschr. 3, 54; von da ab trat (bei der aufführung eines schauspiels) auf einmal, ich weisz selbst nicht, weshalb, eine merkwürdige erkaltung beim publicum ein. P. LINDAU wie ein lustspiel entsteht (1876) s. 71; oft auch nur den des auszergewöhnlich starken: das kind hat eine merkwürdige ähnlichkeit mit seinem vater; das ist ein merkwürdig steiler fels; und es wird das wort selbst mit einem anfluge von humor gebraucht: das ist ein merkwürdiger kerl, von einem der durch sein thun oder wesen auffällt; er hat eine merkwürdig hohe meinung von sich.

So du muss nur das richtige im Internet eingeben :)) Quelle: http://www.wer-weiss-was.de/theme143/article1761092.html

wenn etwas wert ist, dass man es sich merkt, dann ist es würdig, gemerkt zu werden...also merkwürdig.

Das ist wenn es wert ist etwas zu Merken.

derf umstand ist würdig, daß man ihn sich merkt.

Das ist etwas oder jemand des Merkens würdig.

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