Wo liegen die Unterschiede zwischen RCD, FI und LS- Schalter?

3 Antworten

du liegst fast richtig... nur die sache mit der überspannung stimmt nicht. dafür brauchts überspannungsableiter.

der leitungsschutzschalter schützt bei überstrom d.h. wenn man versucht zwei friteusen, einen wasserkocher und eine kaffemaschine an einer mehrfachsteckerleiste gleichzeitig zu betreiben, dann wird der leitungsschutzschalter aus gutem grund den stromkreis unterbrechen. der leitungsschutzschalter ist so zu sagen eine sollbruchstelle im stromkreis. auch wenn das sinnbildlich auf die schmelzsicherung eher zutrifft, unterscheidet sich der zweck unwesentlich.

lg, Anna

PS: ein FI-LS, auch RCBO oder LSDI genannt, ist eine kombination aus Leitungsschutzschalter und FI Schalter, wird gerne da eingestezt, wo entweder eine relativ hohe auslösewahrscheinlichkeit vorliegt z.B. im Außenbereich, um zu vermeiden, dass bei einer Auslösung andere stromkreise mit ausfallen oder eben da, wo ein ausfall nach möglichkeit vermieden werden soll, aber ein fehlerstromschutz gefordert ist z.B. bei Heizung, Kühlschrank, EDV etc.

FI, oder in englisch RCD genannt, schützt vor Fehlerströmen. Bei Auslöseströmen kleiner gleich 30mA ist er für den Personenschutz, bei 300 oder 500mA ist er für den Brandschutz. Der FI löst aus wenn Strom einen Weg fließt den er nicht fließen soll, er funktioniert wie eine Balkenwaage. Was über die Phase an Strom in den Stromkreis reinfließt, muss über den Neutralleiter wieder zurückfließen. Wenn du einen FI mit 30mA Auslösestrom hast, dann würde er auslösen wenn eine Differenz von 30mA vorhanden ist zwischen dem Strom der reinfließt und dem Strom der über den Neutralleiter wieder zurückfließt.

Ein Leitungsschutzschalter schützt die angeschlossene Leitung vor Schäden durch Kurzschlüsse oder dauerhafter Überlastung thermischer Art.

FI für einen Stromkreis alleine geht nicht, es muss auch immer ein Leitungsschutz vorhanden sein. Aus dem Grund gibt es auch eine Kombination aus FI und LS, die nennt sich im englischen RCBO. Der RCBO hat den Vorteil das er die Abmessungen eines FI hat, aber dadurch das hier noch ein Leitungsschutz integriert hat ist er insgesamt kompakter als FI und LS als separate Geräte. Wenn man nicht viel Platz in einer Verteilung hat ist das eine Möglichkeit. Zumal seit 2006 bei Neuinstallationen jeder Stromkreis über einen separaten* FI mit 30 mA geführt werden muss wenn dort eine einem elektrotechnischen Laien zugängliche Steckdose angeschlossen ist. Ich habe bei mir zum Beispiel fürs Bad einen RCBO 30mA B16.

Es gibt aber keine Nachrüstpflicht für ältere Installationen, solange keine größeren Änderungen an der älteren Installation vorgenommen werden.

*separat heißt das nicht ein großer FI für alle Stromkreise benutzt werden darf, sondern wirklich einzelne FI-Schalter vorhanden sein müssen.

rcd und fi- schalter sind das gleiche

der ls schalter schützt nachfolgende leitungen vor kurzschluß und überlast.

der rcd schützt vor fehlerströmen in einer festgelegten zeit

ach ja, ein ls -schalter schützt nicht vor überspannung,das beherrscht das bauteil nicht.


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