Willkommen und Abschied - welche Epoche?

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Eine gute Frage und gar nicht leicht zu beantworten. Warum ist „Willkommen und Abschied“ kein romantisches Gedicht? In beiden literarischen Epochen steht im Zen-trum der Dichtungen das Gefühl, die Sehsucht, auch die Leidenschaft. Nur ist die Intensität unterschiedlich: Im Sturm und Drang brodelt, siedet und stürmt es, in der Romantik strömt es. „....die Winde schwangen leise Flügel, umsausten schauerlich mein Ohr, die Nacht schuf tausend Ungeheuer....in meinen Adern welches Feuer! In meinem Herzen welche Glut!“ Die Gefühle rauschen hier auf, das lyrische Ich wird von ihnen angefeuert, getrieben. Aber die Sturm-und-Drang-Dichtungen bleiben – im Gegensatz zu romantischen Werken - immer in der Realität, wenngleich diese aus der gefühlvollen Sicht des Protagonisten verfremdet erscheint. Das rührt daher, dass die brodelnden Gefühle des Protagonisten in Form von hochemotionalen Metaphern auf die Wirklichkeit übertragen werden: „...schon stand im Nebelkleid die Eiche, ein aufgetürmter Riese, da, wo Finsternis aus dem Gesträuche mit hundert schwarzen Augen sah.“ Doch ist der Gegenstand der Sehnsucht auf einen realen Gegenstand bezogen, hier die Geliebte, während im romantischen Gedicht das lyrische Ich sich gerne auf das Unerreichbare, Irrationale hin orientiert. Z.B. Eichendorff, „Heimat“: „... und weckt den leisen Strom von Zauberklängen, als ob die Blumen und die Bäume sängen rings von der alten schönen Zeit.“ Oder: „Sehnsucht“: „....am Fenster ich einsam stand....ach wer da mitreisen könnte...Zwei junge Gesellen gingen vorüber...sie sangen von Marmorbildern ... von Palästen im Mondenschein, wo die Mädchen am Fenster lauschen...und die Brunnen verschlafen rauschen...“ Für dem Einsamen am Fenster ist das alles unerreichbar; auch ist deutlich zu spüren, wie hier, in der Romantik, die Gefühle nicht wild aufschäumen, sondern nur sachte fließen. Goethe, der Alleskönner, hat (m.E.) auch romantische Gedichte geschrieben: die Mignonlieder aus „Wilhelm Meisters Lehrjahre: „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn.....dahin, dahin möchte ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn....“ Mignon und der Harfner sind die romantischen Gestalten in der Nähe Wilhelm Meisters. Mignons Sehnsucht, mit Willhelm („o mein Geliebter“) zu reisen, ist unerfüllbar, desgleichen ihre Sehnsucht nach ihrer italienischen Heimat. Goethe sah in der Romantik vorwiegend das Morbide, Abgründige (Mignon ist durch Blutschande gezeugt worden, der Harfner, der zunehmend wahnsinnig wird, ist ihr Vater). Goethe lässt die beiden aus Wilhelms Umkreis verschwinden (beide sterben); symbolisch werden dadurch die gefährlichen romantischen Anwandlungen Wilhelms beseitigt.

ich bin der meinung aif jeden fall sturm und drang. goethe is der bedeutenste von den allen und ausserden glaun ich dass die romatik noch vor goethes "schöpferischen"zeit is/war

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