Wieso traue ich mich nicht vor anderen zu Gott zu beten?

18 Antworten

wieso angst? Du darfst beten wo du willst,wer soll etwas sagen.Kulturen haben 100 von jahren Götter angehimmelt also wieso nicht du jetzt.

Ich kenne das. Aber musst du mit gesenktem Kopf beten? Musst du dabei sprechen oder die Lippen bewegen? Musst du denn Christentum "demonstrieren"?
Wenn ich bete, dann merkt das niemand. Gott hört mich auch, wenn ich NICHT den Kopf nach vorne beuge. Er hört mich auch, wenn ich NICHT demonstrativ die Lippen bewege. Nach außen hin muss das gar nicht auffallen. So wie du fragst, frage ICH mich schon fast, auf was kommt es dir an beim Gebet? AUf die Zwiesprache mit Gott oder darauf, etwas nach außen hin den anderen vorzumachen?

Ich finde auch, dass das Innere das Wichtigste beim Beten ist. Das Äußere kann hinzukommen. Wenn man gewohnt ist, sein Gebet auch in bestimmter äußerer Haltung zu beten, man aber gleichzeitig im Beisein anderer Peinlichkeit empfindet, fragt man sich selbst, warum man es peinlich findet.

Da würde ich unterscheiden, ob ich mich meines Glaubens schäme bzw. dass ich überhaupt bete, oder ob es mir nur deswegen peinlich ist, weil es andere befremdet und ich damit seltsam auffallen würde.

Ich habe den Fragesteller nicht so verstanden, dass es ihm beim Gebet darauf ankommt, den anderen was vorzumachen, sondern eher, den äußeren Ausdruck seines Betens zu verbergen. Und das empfindet er fast schon als Verleugnung seines Glaubens.

Nein, aufdringlich und demonstrativ muss man nicht beten. Rücksicht auf das Empfinden der anderen ist sicher angemessen. Aber wenn man gefragt wird, ob man vor dem Essen betet, kann man guten Gewissens sagen: Ja, ich bete immer vor dem Essen.

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Das hat etwas mit der Kultur zu tun. In Rom, Istanbul oder Kalkutta wird man dein offensichtliches Gebet bezogen auf deine Religion der du angehörst ganz anders wahrnehmen als in Buxtehude wo du in einem Restaurant mit deiner Schulklasse einen Ausflug machst. Wir leben in einer Kultur bzw. in einem weitentwickelten Industrieland in dem religiöse Rituale öffentlich auszuleben schon deswegen so selten sind, weil es uns sozial gut geht. In einem Schwellenland wo man ständig um die eigene Existenz kämpfen muss oder in einem Land wo die Religion mit dem Staat verknüpft ist, sind öffentliche religiöse Auslebungen keine Seltenheit. In unserem Land gibt es ein freies Angebot an Sinnangeboten und wir genießen durch unser Grundgesetz die Freiheit an das zu glauben was wir wollen. So gibt es nichtreligiöse Theisten und religiöse Theisten in Form von Muslimen, Christen und Juden. Darunter gibt es auch noch Unterschiede. Die einen sind es nur auf dem Papier die anderen praktizieren es mit Leidenschaft und Regelmäßigkeit. Dann gibt es noch Atheisten, Pantheisten und Agnostiker usw. Wenn man alles in einem Topf verrührt eckt man sich auch gegenseitig mit Meinungsverschiedenheiten an. Da wo jeder eine eigene Weltanschauung hat speichert sich bei dir vielleicht viel im Unterbewusstsein ab, wie:

  • Religion ist eine Privatsache
  • Beten hilft nichts
  • Es gibt keinen Gott
  • Ich glaub nur an ein höheres Wesen
  • "Ha ha du Weichei, schaut her er ist am beten"
  • Nur Allah ist der wahre Weg

usw.

In einer Gesellschaft wo es nicht so viele Unterschiede sondern mehr Gemeinsamkeiten (in dem Fall christliche Gemeinsamkeiten) gibt hat das Tischgebet eine viel größere Chance stattzufinden ohne dass man "angeguckt" wird. Offensichtlich sagt dir dein Gehirn "Ist das nicht vielleicht peinlich?" "Was sollen die anderen von mir denken?" "Mach ich mich lächerlich?". Das ist aber dann wenn alles in deinem Gehirn. Ich als Atheist sage dir: "Hör nicht immer nur auf dein Gehirn, denn ein Gehirn versucht ständig dir einzureden dass etwas komisch rüberkommt, obwohl dafür überhaupt kein Beweis vorliegt".

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