Wie soll man an besten mit Menschen mit Asperger-Syndrom umgehen?

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10 Antworten

Vor allem: sei klar in dem, was Du sagst!

Ein Problem dieser Menschen ist, daß sie Botschaften leicht falsch ausdeuten - also rede mit ihnen genauso, wie Du es mit anderen auch machen solltest.

Klar in der Aussprache, klar in der Aussage

Hm. Zunächst mal ganz normal. Also ich brauche kein Mitleid oder sowas.

Dann wäre es schön, wenn man ein bisschen Verständnis hätte für die jeweiligen Besonderheiten, die aber von Asperger-Autist zu Asperger-Autist unterschiedlich sind.

Man sollte sich bewusst sein, dass ein Asperger-Autist meist etwas, was verletzend beim Nicht-Autisten ankam, gar nicht verletzend gemeint hat, sondern evtl. einfach nur ehrlich und in der Formulierung nicht so diplomatisch, wie es Nicht-Autisten untereinander evtl. gewohnt sind.

Wichtig ist evtl. auch zu wissen, dass der Autist subtile Dinge, Dinge zwischen den Zeilen, unterschwellige Dinge oft nicht wahrnimmt. Missverständnisse sollten also nicht böse genommen werden, sondern einfach geklärt werden.

Wenn ein Autist einen Overload hat, sollte man ihm die Möglichkeit zum Rückzug geben.

Ich kann jetzt nur für mich selbst schreiben, evtl. mal ein paar Beispiele nennen:

Wenn ich einen Overload habe, das kann hysterisch wirken, oder sehr gestresst, dann darf man mich nicht anfassen. Jeder Versuch der Tröstung oder Beruhigung, vor allem körperlicher Art, verschlimmern es bei mir.

Wenn ich zum Beispiel zu viel rede, monologisiere, weil mich ein Thema interessiert, finde ich es ok, sogar gut, wenn man mich darauf hinweist. Oft rede ich dabei auch zu laut, das merke ich aber nicht. Es wäre also nett, mir das dann zu sagen, statt nichts zu sagen und später hinter meinem Rücken anderen zu erzählen, wie nervig ich sei. Letzteres ist mir leider schon öfter passiert. Mich kann man zum Beispiel mit einem "Danke Data." aus dem Redeschwall holen. Data ist der Androide bei Enterprise, der immer zu viele Infos zu einer Frage gibt. Das verstehe ich und finde es nett. Aber auch "Hey, das ist gerade zu viel." ist in Ordnung.

Schön finde ich auch, wenn man mir nicht böse ist, wenn ich in einem Gespräch in einer großen Gruppe mich evtl. zurückziehe, also nicht mehr viel mitrede. Wenn das passiert, ist der Input zu groß. Wenn viele Menschen zeitgleich reden, verstehe ich oft nichts mehr.

Was mich sehr nervt, sind Fragen wie "Ist was?" oder "Bist du schlecht gelaunt?" oder "Bist du traurig?". Diese Fragen werden mir oft gestellt, wenn es mir gerade gut geht. Wenn ich zum Beispiel bei einer Party irgendwo sitze und einfach nur schaue, was so abgeht, dabei die Musik genieße und evtl. das Lichtspiel, wenn eine Art Discobeleuchtung da ist, muss ich offenbar traurig, böse oder schlecht gelaunt wirken. Das Gegenteil ist der Fall. Erst wenn man mich dann dazu bewegen will, mich ins Partygetümmel zu stürzen, bekomme ich schlechte Laune.

Wie gesagt: Jeder Autist ist anders. Ich habe jetzt hier nur beispielhaft einige Dinge geschrieben, die so nicht auf jeden Autisten gleich zutreffen müssen.

Wenn du magst, kannst du ja mal in Boards oder Chats im Internet gehen, wo sich Autisten unterhalten. Da kannst du viel erfahren.

Zum Beispiel unter www.aspies.de.

Sachlich, gleichbleibend dezent freundlich, prägnante Formulierungen, kein lautes, redundantes Dauergequassel, Abstand halten. Falls Interesse an Gespräch besteht, dieses verbal zum Ausdruck bringen und nicht auf nonverbale Signale vetrauen. Am besten ein Gespräch initiativ beginnen, nicht darauf warten, selbst angesprochen zu werden. Bei Desinteresse dieses nicht persönlich auf sich beziehen, es kann auch durch äußere oder innere Bedingungen z. Zt. nicht möglich sein. Eventl. später noch mal versuchen.

ich arbeite in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen, darunter zählt auch der Autismus.Das schöne an den Menschen ist das sie dich verstehen sich aber nicht so ausdrücken wie sie vielleicht wollen würden. Also einfach reden und nicht denken "was soll ich machen oder sagen", sie werden dir schon zeigen ob sie es möchten oder nicht.Entwerder sie bleiben bei dir oder sie gehen weg, dann lass sie auch gehen.

Ich begleite einen Asperger Autisten in der 3.Klasse Grundschule. Habe oft mit mir gehadert ob er beispielsweise nicht selbst seinen Schulranzen tragen, Müdigkeit akzeptieren, Gesprächsregeln in der Schule einhalten sollte und auf Schulkameraden Rücksicht nehmen könnte, etc... Aber ich habe rein intuitiv schon recht schnell die Haltung eingenommen: Geh deinen Weg, ich begleite dich und werde dir so gut ich kann, sämtliche Steine aus dem Weg räumen. Das habe ich so irgendwo mal gelesen, nachdem ich dem Jungen bereits oft mit Erfolg auf dieser Grundlage begegnet bin. Tja, was soll ich sagen, .. ich bin dankbar für diese Aufgabe und weiß welche Verantwortung und welche Chance ich habe, den Lebensweg für diesen speziellen jungen Mann zu ebnen! Ganz allgemein denke ich, wer wo wie und was macht, sei mal dahin gestellt. Wer aber in diesem Metier die Möglichkeit hat auch nur einen Hauch von Verständnis und Einsicht bei anderen Beteiligten säen zu können, wird selten direkt ein Dankeschön bekommen, leistet für die Identitätsentwicklung aber einen Löwenanteil!!

Eine klare und direkte Kommunikation- aber sonst normal. Keine aufgezwungenen umarmungen und andere Gesten. Nicht auf Blickkontakt bestehen. Aber- den meisten sieht man AS nicht an... somit kann es Dir ab und an passieren, Du redest mit einem und bemerkst es nicht... und wenn Du ein Anderssein bemerkst, ist Autismus sicher das letzte, woran Du denkst. Kennst Du allerdings einen Autisten- und er hat sich Dir anvertraut- frage ihn doch selbst. Jeder Autist ist anders- und wünscht sich auch einen anderen Umgangmit seinem Umfeld.


"Normal" mit denen umgehen! Freundlich, respektvoll, wie sonst, nur .. . Sprich sie besser nicht auf ihre Gefühle oder ihre anscheinende Emotionslosigkeit an. Das würde ich sonst ziemlich unfair finden .)

PS Und gib Dir nicht viel darauf, wenn dieser etwas Deiner Meinung "Unpassendes" von sich geben sollte. Die sind halt häufig nicht so richtig in der Lage, sowas "richtig" reflektieren zu können.^^


Nun, auch nicht anders, als mit anderen Menschen! Höflich, respektvoll, sachlich, ehrlich. Wie schon geschrieben wurde, solltest Du darauf verzichten, Redewendungen, Sarkasmus, Ironie und dergleichen zu verwenden und auch nicht zwischen-den-Zeilen kommunizieren. Vieles wird wörtlich genommen und es führt zu Missverständnissen.

Du musst nicht langsamer reden, so wie es manche bei Ausländern tun, Du musst es nicht betonen, als würdest du mit einem Kleinkind reden... einfach nur Klartext- sagen, was gemeint ist.

Wenn Du den Menschen kennst, kannst Du auch erfragen, was er möchte. Ich mag z.B. die Wie-gehts-Frage nicht.

:)

Das sind die allerfreundlichsten Menschen. Ich bin ein Asperger.

Gehe so mit ihnen um, wie du es auch von anderen Menschen erwartest

Malewarlelewe 21.03.2011, 02:09

Bullshit! Aspis SIND keine normalen Menschen, es ist NICHT unser größter Traum, dass alle unsere Störung igrnorieren.

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