Wie schwer sind Biotechnologie/Bioinformatik als Fach?

4 Antworten

Zunächst der Unterschied zwischen den beiden Fächern Biologie und Biotechnologie. Die Biologie wird heute zunächst einmal grob in die drei Bereiche Zoologie, Botanik und Mikrobiologie aufgeteilt. Im Studium legt man auf einen der Bereiche den Schwerpunkt, weil man in dem auch seine Abschlussarbeit macht. Die Zoologie wiederum teilt sich auf in Tierphysiologie (heute mit der wichtigste Bereich), Anatomie - Morphologie und Systematik. Immer dabei sind die Evolutionsbiologie, Ökologie und Genetik, häufig auch noch Immunbiologie. Wichtig, aber etwas abseits, die Entwicklungsbiologie (also der Weg von der befruchteten Eizelle bis zum adulten Organismus). Bei der Botanik haben wir ganz entsprechend die Pflanzenphysiologie (also die Lehre von den an Strukturen gebundenen biochemischen Prozessen), ebenfalls Morphologie und Anatomie/Histologie und Systematik. Auch hier gibt es die Evolutionsbiologie, die Ökologie und die Genetik. Die Mikrobiologie hat nun weite Überlappungsbereiche zur Biotechnologie. Dort arbeitet man mit Bakterien und Pilz (Hefe)-Kulturen und vor allem mit Zellkulturen (spezielle tierische Zellen mit unbegrenztem Zellteilungsvermögen). Man kann auch den Schwerpunkt auf die Arbeit mit pflanzlichen Zellen (in der Regel Algenkulturen legen). Ebenfalls möglich ist die Arbeit mit Viren, was dann schon mehr in die Arbeit mit dem Schwerpunkt auf Genetik übergeht. In der Biotechnologie geht es ganz überwiegend um die Massenvermehrung von Mikroorganismen und die daran anschließende Extraktion der gewünschten Wirkstoffe. (also z.B. wird ein bestimmtes Bakterium massenvermehrt, dass genetisch so manipuliert wurde, dass es ein bestimmtes Enzym exzessiv herstellt. Dieses Enzym muss in weiteren Prozessen extrahiert, gereinigt, haltbar gemacht und konfektioniert werden. Das alles erfolgt im Kubikmetermaßstab, wozu dann auch entsprechend riesige Gefäße erforderlich sind. Heute verwendet man meist Anlagesysteme, bei denen die Prozesse kontinuierlich erfolgen, was eine bessere Beherrschbarkeit gewährleistet, technologisch aber nur mit mehr Innovation möglich ist. Biotechnologie ist ein Fach, dass echte naturwissenschaftliche Neugier voraussetzt. Es ist viel Stoff zu lernen, die Chemie muss man richtig gern haben. Eine gute Intelligenz ist zum Studium aller naturwissenschaftlichen Fächer absolute Voraussetzung. Fehler werden gnadenlos bestraft. Das aus Geisteswissenschaften so bekannte 'so kann man das auch sagen' ist hier fehl am Platze. Ein falscher Stoff, oder eine falsche Konzentrationsberechnung vernichten den ganzen Ansatz. Will sagen, dass eine Liebe zur Sorgfalt mit ganz leicht zwanghaften Zügen eine gute Voraussetzung ist. Bioinformatik ist die Anwendung biologischer Ergebnisse auf die Welt der Computer. Da gibt es naturgemäß viel Programmierarbeit. In diesem Beruf wird man später aufgefordert sein, die Steuerprogramme für die biochemischen Abläufe zu entwickeln. Man kann aber auch vermehrt in der Pharmaforschung arbeiten, die hier gute Arbeitsmöglichkeiten bietet. Voraussetzung ist eine echte Freude an und Talent für das Lösen mathematischer Probleme. Die meisten Informatikstudenten scheitern an ihrer zu geringen mathematischen Begabung. Eine gute Arbeitshaltung ist ebenfalls Voraussetzung. Man muss Lernleistungen bei sich abrufen können, sonst eiert man im letzten Drittel der Studenten herum und hat ständig Selbstzweifel, ob man wirklich auf dem 'richtigen Dampfer' sitzt. Rolf Mengert

hallöchen :) ich bin selbst auf einem biotechnischen gymnasium! ich kann dir das nur empfehlen. biotechnologie ist hochinteressant, mit etwas lernaufwand verbunden, aber dennoch sehr empfehlenswert. bioinformatik ist kein schweres fach. da lernst du einfach wie man experimentergebnisse auswertest und darstellst. wenn du noch genauere fragen hat, kannst du mich auch gerne privat anschreiben. Dann viel Glück bei deiner Wahl, Grüße

Biotechnologie beschäftigt sich vor allem mit mikrobiologischen Verfahrensweisen, also Hefen, Bakterien und Einzellern zur Produktion von Nahrungsmitteln, Arzneien, Energie etc.. Was ein Bioinformatiker in der Praxis macht, weiss ich nicht, doch das Fach behandelt biologische Regelkreise und die Genetik. Ob schwer oder leicht, ist eine Frage des Interesses, der Intelligenz und des Fleisses. Mathematisch sollte man auf jeden Fall nicht unbegabt sein, denn es geht mit Sicherheit häufiger um Statistik, Konzentrationen, Aktivitätskoeffizienten und solchen Kram. Man wird eher am Komputer sitzen als durch Wald und Flur stiefeln.

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