Wie schwer ist eine Doktorarbeit in Physik?

12 Antworten

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Ich kann leider wenig zu Physik sagen, da ich aus dem Ingenieurwesen komme. Sozusagen angewandte Physik.

Kurzfassung: Promotion ist schwer, dauert lange und der Erfolg ist ungewiss. Trotzdem muss man sich von der Illusion lösen dass ein Mensch an dieser Arbeit sitzt. Meist sind dabei mehrere Doktoranden, einige Studenten, externe Personen usw. involviert. Zudem erhält nur ein Bruchteil aller Absolventen die Chance eine Promotion in Angriff zu nehmen.

hier meine bisherige Sicht als Masterand auf die Promotionsbemühungen:

Im Rahmen der Promotion bei mir am Lehrstuhl ( Forschungsstelle für Zahnräder und Getriebe), müssen die Doktoranden innerhalb von 4-5 Jahren zwei große Projekte erfolgreich bewältigen.

Nebenbei die Lehre mitgestalten. D.h. Halten von Übungen, Betreuen von Übungsgruppen, mithelfen bei Vorlesungen. Ausschreiben, Betreuen und korrigieren von Bachelor, Semester und Abschlussarbeiten. Dies nimmt in den ersten 2 Jahren etwa 50 - 60 % ihrer Zeit ein.

Die Erkenntnisse aus den Studienarbeiten gehen meist 1:1 in ihre Doktorarbeit hinein. Sogesehen müssen sie das Projekt nicht vollständig alleine meistern. Zudem kann jeder Doktorand bei uns mehrere HiWis beschäftigen die für ihn leichte - mittelschwere Aufgaben durchführen. In den Abschlussarbeiten werden mittelschwere (Bachelor) und schwere (Master) Teile der Projekte in Angriff genommen. Natürlich ist der Nutzen dieser Arbieten stark von den Fähigkeiten der Studenten und der Führung vom Doktoranden abhängig. Bei manchen Arbeiten kommt einfach nix raus und mehrere Monate waren umsonst.

Zudem müssen die Leute Paper veröffentlichen, an Forschungsveranstaltungen teilnehmen. Je nach dem öfters ins Ausland reisen um die Arbeit anderer Forscher zu sichten und ihrer eigene zu präsentieren.

Erst im letzten Jahr ( 4. oder 5. Jahr) wird ihnen der Lehrbetrieb grossteils erlassen und sie konzentrieren sich vollständig auf die schriftliche Ausarbeitung ihrer Doktorarbeit, inklusive Lektorat, Überarbeitung usw.

Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung!

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Wie schwer ist eine Doktorarbeit in Physik?

was fuer eine antwort willst du denn jetzt hoeren? dass sie "45.324 schwer" ist oder was? fuer manche wird's "schwierig" (was auch immer das genau heissen mag) sein, fuer andere nicht.

Sollte ja eigentlich nicht so schlimm sein, oder? Sonst würde das ja keiner schaffen.

mit diesem verstaendnis von logik (es existieren leute die es schaffen, daraus folgt --> es kann nicht so schwer sein), wird es allerdings schon schwer.

so, genug gemeckert:

die allermeisten, die ein doktorat anfangen schliessen dieses auch ab. und meistens auch innerhalb eines zeitraums von 3-4 jahren. und bei denen die aufhoeren sind es auch meist andere gruende (privat, nebenjob,..) und nicht, dass sie es nicht "schaffen" wuerden.

diejenigen, die es wirklich nicht schaffen wuerden, werden meist schon viel frueher "aussortiert", bzw. wird man ihnen spaetestens nach dem master/diplom nahelegen sich ein anderes betaetigunsfeld zu suchen.

ich würde so 300 Seiten DIN A4 Schätzen

bei 80g/m² Papier sind es dann
80 * 300 * 0,21²*(2)^0,5 = 1,5 kg
dazu kommt dann noch der Einband.

Sie haben die Einheiten innerhalb des Rechenweges vergessen, das ist sehr wichtig!

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Promotionen in Physik sowie den Ingenieurswissenschaften gehören mit zu den schwersten, die es gibt. Unter 3 - 5 Jahren Arbeit daran ist nichts zu gewinnen. Dagegen ist z.B, ein Doktor in Medizin eine reine Lachnummer und kommt vom Niveau oft nicht mal an eine Masterthesis in genannten Fächern ran.

Dass die meisten das aber schaffen liegt an der starken Selektion. Zunächst muss man mal den Master schaffen, was nur einem Bruchteil der Studienanfänger gelingt. Von den Mastern werden dann nur die allerbesten zur Promotion zugelassen. Oft suchen sich die Professoren den besten Studeneten aus, um ihm die Assistentenstelle anzubieten, in deren Rahmen Student/Studentin dann promovieren kann.

Zuallererst, danke für deine Antwort.

Ich überlege mir, ob ich eine Promotion und damit eine wissenschaftliche Laufbahn in Erwägung ziehen kann.

Kann man die Chancen zum Bestehen an der Mathematiknote fest machen? Ich habe heute eine Arbeit zurück bekommen, die weit  über dem Abiturniveau war, ich mit 14 Punkten um 11 besser war, als der Zweitbeste.

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@NoTrolling

Festmachen kann man das daran nicht, aber außergewöhnliches Mathetalent ist schon erforderlich, da Physik ja nichts anderes als angewandte Mathematk ist.

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@NoTrolling

Du gehst noch zur Schule? Dann studiere doch erst einmal, bevor Du über eine Promotion nachdenkst. Schulmathematik ist Rechnen. Für Physik braucht man aber echte Mathematik.

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Wenn man eine Arbeit anfängt beendet man sie fast immer auch.

Das ist nicht so wie ein Studium, wo man das mal probiert. Man hat mit einem Abgeschlossenen Studium bereits wissenschaftliche Arbeiten hinter sich und kann Einschätzen, ob man die Doktorarbeit schafft.

Ich habe noch nie gehört, dass sie nicht bestanden wurde.

Wie schwer sie ist, ist subjektiv. Leicht ist sie auf jeden Fall nicht. Sie beinhaltet eine relativ grosse Komplexität, die auch vom Thema abhängt

Die Chancen stehen aber gut, wenn man nicht gerade der letzte Idiot ist und sich wahnsinnig für die Wissenschaft und wissenschaftliches Arbeiten interessiert?

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@NoTrolling

Interesse ist gut und schön, spielt aber nur eine Rolle beim Durchhalten. Fähigkeiten sind das, was man braucht. Zielgerichtetes, abstraktes, kreatives Denken hilft.

Jeder, der Physik studiert, hat Interesse daran. Das ist kein Verlegenheitsfach wie BWL :-) Und dennoch ist die Abbrecherquote in den ersten Semestern enorm. Weil es eben kompliziert ist.

"Nicht der letzte Idiot" reicht nicht. Einen Master in Physik traue ich vielleicht 1-3% der Bevölkerung zu. Die anderen würden scheitern.

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