Wie lange dauert es bis zum 7. Dan Aikido?

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6 Antworten

Hallo Bigfoot, ich betreibe ebenfalls Aikido seit meinem 18. Lebensjahr und habe mittlerweile den 1. Dan. Wie FightForRight schon sagte, solltest du nichts auf die dummen Sprüche anderer Leute geben. Die meisten sind einfach nur neidisch, weil jemand anderes den Mut findet, so eine komplexe und anspruchsvolle Kampfkunst zu erlernen und dort nach "höheren Würden" zu streben. Zwei meiner Meister, 3. und 5. Dan, haben beide erst mit etwa 25-30 Jahren mit Aikido angefangen und sind nun beide etwa 25 Jahre dabei. Der Meister mit dem 3. Dan hätte, wenn er nicht etwas Prüfungsfaul wäre, auch schon den 4., wenn nicht sogar ebenfalls 5. Dan. Wie schnell du aufsteigen kannst, hängt von den Regelungen des jeweiligen Aikido-Verbandes ab und natürlich von deinem Talent, der Häufigkeit des Trainings und den Fähigkeiten des Meisters ab. Schau dich in der Aikido-Welt um, es gibt hunderte Aikidoka, die in ihren späten 40ern oder 50ern noch mit Aikido angefangen haben und mittlerweile ihre Schwarzgurte herumtragen.

Steven Seagal solltest du nicht zu sehr als Vorbild nehmen, er ist in der Aikido-Welt nämlich nicht unumstritten.

Zur Frage, wann man sich mit Aikido verteidigen kann, bzw. ab wann man es "beherrscht": Nun, wirklich beherrschen wird man es nie, da die Mentalität der jap. Kampfkünste davon ausgeht, dass der Weg das Ziel ist. Morihei Ueshiba (auch O-Sensei genannt), der Begründer des Aikido, betrat wenige Tage vor seinem Tod schwerkrank die Matte und wurde verwundert gefragt, was er in seinem kritischen Zustand vorhabe. Seine Antwort: "Die Grundtechniken üben".

Man kann sich sehr gut mit Aikido verteidigen (leider weiss ich das aus Erfahrung), aber die Techniken sehen nie so schön rund und geschmeidig aus wie im Training. Das liegt nicht daran, dass Aikido schlecht konzipiert ist, sondern daran, dass Aikido eine "idealisierte Kampfkunst" ist. Das Konzept im Aikido geht davon aus, dass der Angreifer freiwillig mit geht, um damit den auf ihn wirkenden Hebel zu "entschärfen" und Verletzungen zu vermeiden. So kommen (unter anderem) die runden Bewegungen zu Stande. Typisches Beispiel sind Genickhebel wie Iriminage- wenn man als Angreifer da Widerstand leistet und der Verteidiger "durchzieht", braucht man den Rest seines Lebens einen Rollstuhl. Lässt man sich aber fallen oder werfen, kann man die hochentwickelte Fallschule des Aikido nutzen, seinen Sturz abfangen und letztlich unverletzt bleiben. Der Angreifer hat die Wahl, aber er sich das Genick, den Oberarm, das Handgelenk oder sonstwas zerschmettern lässt, oder ob er sich (nahezu unverletzt) zu Boden bringen lässt. Das ist der Kern des Aikido: "Den Angreifer dazu bringen, dass er seinen Angriff aufgibt und dadurch unverletzt bleibt". Wenn man auf der Straße angegriffen wird, gibt kaum ein Angreifer seinen Angriff freiwillig auf, und so zeigen die Hebel und Würfe ihre zerstörerische Seite. Der Begründer meines Vereines und deutscher Aikido-Pionier sagte immer: "Wenn ich angegriffen werde, weiche ich aus und schlage sofort zu, so wie es O-Sensei gelehrt hat. Erst wenn mein Angreifer diesen Gegenangriff abwehrt, beginnt das Aikido." Dass Aikido eine "idealisierte" Kampfkunst ist bedeutet also auch, dass der Angreifer sich "ideal" verteidigt oder sich schützt. Tut er das nicht, wird er getroffen und ein weiterer Hebel, Wurf, etc. ist nicht nötig.

Wenn man das verstanden und die technische Sicherheit erlangt hat, kann man sich mit Aikido wunderbar verteidigen. Irgendwann erkennt man, dass jede der Bewegungen im Aikido dazu dient, sich unzählige Möglichkeiten für Atemi (Schläge oder Stöße auf empfindliche Bereiche) zu eröffnen. Leider ist der Weg bis zu dieser Erkenntnis wesentlich länger als in den meisten anderen Kampfpsportarten und -künsten. Entsprechend ist es sehr hilfreich einen Meister zu haben, der jede Bewegung in ihre Bestandteile zerlegt und erklärt "...schaut her, hier könnte ich gegen seine Schläfe schlagen... Hier könnte ich mein Knie in seinen Bauch stoßen... Hier könnte ich...". Aikido zu lernen bedeutet bei jedem Training neue Aha-Erlebnisse zu machen- und das über Jahrzehnte.

Also, ab zum nächsten Verein und Anmelden. :-)

Ich möchte auch soviel über Aikido wissen wie Du :o))

Nochmal kurz zu Steven Seagal er ist Träger des 7. Dan Aikido (Aikikai Honbu Dojo) und Aikido-Shihan. Weiß zwar nicht genau was das heißt. Aber hört sich Gut an :-) Wie lange dauerte dieser weg von Steven...Steven Seagal lebte ja seit etwa 1973/74 in Japan....und dort lehrte er Englisch und übte Zen, Aikido, Kendo, Judo und Karate.

Ich würde eig. nur gerne das lernen was Steven gelernt hat bzw. seinen Kampfstil aber ich bin zu alt mit 18 Jahre Zen, Aikido, Kendo, Judo und Karate zu lernen und zu berherschen wie er oder? Ich mein ich bin Zielstrebig wenn es um was geht was mich verwundert! :-(

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@BigFoot20

Ähm, sei mir nicht böse wenn ich das frage, aber hast du überhaupt gelesen was ich da geschrieben habe? Einen dermaßen hohen Rang im Aikido zu erreichen hat nichts mit Zielstrebigkeit und Ehrgeiz zu tun, sondern mit Jahrzehnten der aufopferungsvollen Hingabe und einem tiefen Verständnis für die Kampfkunst. Das bedeutet nicht zuletzt, die Kampfkunst hauptberuflich zu betreiben. Ab dem 5. Dan sind die Meister entweder neben ihrem Beruf schon 30 Jahre aktiv dabei oder lehren Aikido hauptberuflich, d.h. mit eigenem Dojo, etc.

Wenn du jetzt in deinem jugendlichen Eiffer auf einen Schlag ein halbes Dutzend Kampfkünste erlernen willst und dass am besten noch mit vordefiniertem Zeitpunkt für deine "Heiligsprechung", dann bist du in der Tat zu alt für diese Kampfkünste. Mit deiner jetzigen Einstellung wärst du jedoch auch mit 5 Jahren zu alt... Du wirst nie eine Kampfkunst über lange Zeit hinweg betreiben können, wenn du nicht begreifst, worum es in der Kampfkunst eigentlich geht. Eines kann ich dir verraten- es geht nicht um Titel, Graduierungen und Hans-Dampf-in-allen-Gassen.

Wenn du ersteinmal Aikido betreibst und feststellst, dass dein Kopf nach jedem Training vor neuem Wissen beinahe platzt und du jede noch so einfach aussehende Bewegung über Jahre mühsam üben musst, dann vergisst du dein jetziges Vorhaben ganz schnell.

Steven Seagal hat seinen hohen Rang erreicht, weil er Aikido beruflich betreibt und genau die richtigen Hebel umgelegt hat, um schnell zu einem hohen Rang zu kommen. Graduierungen über technische Prüfungen hinaus sind oftmals nämlich auch eine Frage der "Verbandspolitik".

Fasse das bitte nicht als Angriff auf, aber ich habe viele wie dich kommen und gehen sehen. Oft wurde groß getönt, was man doch alles im Aikido erreichen wolle, aber als die Leute dann begriffen, welche Arbeit und Anstrengung das verlangt... Tja, da gingen sie wieder.

Zum Abschluss noch eine (gekürzte) Anekdote, die in einer noch heute existierenden Schwertschule des jap. Mittelalters erzählt wird:

Ein junger Mann suchte einen alten Schwertmeister auf und bat ihn darum, als Schüler aufgenommen zu werden. Der Junge Mann fragte: "Wenn ich täglich übe, wie lange werde ich bis zur Meisterschaft brauchen?" Der Lehrer antwortete: "Wenn du täglich übst, wirst du 5 Jahre brauchen". Der junge Mann erwiderte: "Und wenn ich mich doppelt so hart anstrenge wie alle anderen?" "Dann," so antwortete der weise Lehrer, "wirst du 15 Jahre benötigen". "Und wenn ich Tag und Nacht übe und mir keine Sekunde der Ruhe gönne?" "Dann," so antwortete der Lehrer, "wirst du 30 Jahre brauchen". Der junge Mann wollte gerade enttäuscht gehen, da bot ihm der Lehrer an, als Diener in seinem Dojo zu arbeiten, jedoch unter der Bedingung, nie ein Schwert anzufassen. Der junge Mann willigte ein, berührte nie ein Schwert und im Laufe der Jahre schlich sich der alte Lehrer immer wieder an den jungen Mann an und schlug ihm mit einem Holzschwert. Irgendwann lernte der junge Mann, die Angriffe des Lehrers vorherzusehen und ihnen auszuweichen. Kurze Zeit später wurde er in der Schwertkunst unterwiesen.

Vielleicht begreifst du jetzt, wovon ich spreche. Andernfalls habe ich wohl meine Zeit verschwendet. ;-)

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Hallo, alle Achtung sehr gut kommentiert und sehr, sehr ausführlich erklärt. Hätte ich auf keinen Fall besser erklären können, mein Glückwunsch.

Gruß watiedo

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Wenn man sich für das Ausüben einer Kampfkunst entscheidet, ist das meist eine sehr langfristige Sache. Ich betreibe seit bald 30 Jahren Aikido und es ist mittlerweile das, was ich in meinem Leben am längsten mache. Selbst verheiratet war ich nicht so lange...

Aikido ist an und für sich nicht schwer, wenn man verstanden hat, was das Essenzielle dabei ist. Da man vom Hinsehen schneller begriffen hat, was beispielsweise Karate mit den Tritten und Schlägen bedeutet, denkt man: Karate - aha! Schlag: Bums! - harter Schlag: grösserer Bums! Beim Aikido kann man das Essenzielle aber nicht sehen, denn man muss es über die sog. taktile Wahrnehmung im wahrsten Sinn 'be-greifen'. Man muss lernen, die Dynamik zu spüren, damit man einen Kontrahenten lenken, führen kann.

Das wird aber in den Schülergraden vom 6. Kyu bis zum 1. Kyu eingehend unterrichtet. Bis man die Prüfung zum 1. Dan-Grad (1. Schwarzgurt-Grad) ablegen kann, dauert es schon mal 5 bis, sagen wir, 6 Jahre. Dazu gehören nämlich auch noch ein paar technische Dinge, die man beherrschen muss.

In den meisten Aikido-Stilen (es gibt mehrere. Die grösse Gruppe weltweit nennt sich "Aikikai", ist eine Stiftung und wird inzwischen vom Enkel des Begründers als Stiftungs-Präsident geleite) wird bis zum 4. Dan-Grad mit Prüfungen geschaut, ob jemand die Fertigkeiten besitzt. Ab dem 5. Dan-Grad wird nur noch ehrenhalber verliehen für 'geleistete Dienste zum Wohle des Aikido'. Das darf man nicht unterschätzen! Schliesslich wird man durch langjähriges Betreiben zum Vorbild für viele Schüler, aus welchen auch wieder gradierte Aikidokas werden.

Der 6. Dan-Grad ist mit einer Art "Lehrauftrag" verbunden. Dabei übernimmt man vom zentralen Dojo in Japan befugt quasi einen Ausbildungsauftrag für eine gewisse Region. Der 7. Dan-Grad wird darauf hin verliehen, wenn man innerhalb einer Gruppe von langjährigen Aikido-Lehrern auch wiederum eine Führungsrolle übernehmen kann. Steven Seagal trägt den 7. Dan-Grad, weil er mit seinen Filmen wesentlich zur Popularität und Verbreitung von Aikido beigetragen hat. Das gilt es auch zu würdigen.

Aktuell trägt im Aikikai-Verband weltweit Hiroshi Tada den höchsten Grad mit dem 9. Dan. Er ist technischer Direktor des Weltverbandes Aikikai und sitzt am Tisch jeweils rechts neben dem Stiftungspräsidenten, dem Enkel des Begründers.

Es ist nie zu spät, um mit Aikido zu beginnen. Man lernt dabei viel über sich und über andere Menschen. Das Schwierige ist dabei nicht, zu beginnen, sondern dabei zu bleiben und die Motivation aufrecht zu halten und jedes mal wieder in den Unterricht zu gehen, weil man glaubt, man könne es noch nicht. Man geht hin, um zu Lernen, nicht um 'es zu können'. Schliesslich muss man den Aikido-Unterricht ja auch irgendwo zwischen Schule, Privatleben und Spass-an-der-Freud unterbringen und es sollte niemals die Schule/Ausbildung darunter leiden.

Und: Um Aikido zu erlernen braucht man auch eine gewisse Reife! Die hat man mit 13/14/15 einfach oft noch nicht. Geh hin und finde es selber heraus und hör nicht auf die Meinung anderer. Das ist ja genau das, nämlich deren Meinung. Nicht deine. Bilde dir eine eigene! Genau an dieser Stelle beginnt *der Weg*!

Ich kann es nur empfehlen!

Meld dich aufjedenfall an und hör nicht auf die anderen. Ganz offensichtlich haben die keine ahnung. Man ist für sowas nie zu alt. Ich selber habe zwar auch mit 5 angefangen aber in meinen vereinen in denen ich bin kommen auch noch 40 jährige leute und fangen an. Für sowas ist man nie zu alt, solange der körper noch mitmacht. Und da du erst 18 bist, denke ich mal das dein Körper da aufjedenfall noch mitmacht ;) Wann du welchen grad erlangst weiß ich nicht, das kommt auf den Verein an. Manche machen 2 Prüfungen im Jahr, manche aber auch 6. Ein Freund von mir hat in 10 Jahren den 3. Dan in TaeKwonDo erreicht. Das ist ganz unterschiedlich. Aber mach dir darum keine Gedanken, das kommt schon mit der zeit. Und wenn du Kampfkunst nur machen willst um zu prahlen und zu sagen das du den 7 Dan hast, dann bist du da sowieso falsch. In Kampfkunst oder Kampfsport lernst du nie aus. Bedeutet selbst als Träger des 10 Dan kannst du noch viel lernen. Und dich auf der Straße verteidigen wirst du auch schon nach kurzer Zeit können. Zwar jetzt nicht so gut wie dein Meister aber wird schon gehen. ;)

Ich mache selbst seit 12 Jahren Kampfsport und Kampfkunst und ich kann dich gerne beraten wenn du möchtest. Schreib mir einfach eine Mail an rm14.05_11@yahoo.de

Ich hoffe ich konnte dir helfen und viel Glück :)

Danke für die Antwort. Ich hab mit sicherheit noch einige Fragen ! :-)

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Pfeif einfach auf die Sprüche der anderen. Das hilft nicht nur bei der Sache jetzt sondern öfters im Leben.

Was bringt es dir mit 14 anzufangen und dann nur halb bei der Sache zu sein. Wenn du mit Herz dabei bist, ist es auch Jahre später nicht "zu spät".

Um da ganze Aikido zu beherschen ist sowas wie die unmöglichste aufgabe die dir je aufgegeben wurde. Es gibt kein 7 Dan es gibt nur 6 Dane einmal Braun und einmal Schwarz+Harkama beide sind Dan 6. aber es es ist noch nicht zuspät anzufangen.Also Leeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeets Goooo

Es gibt im Aikido gibt es 10 Dans. Ganz sicher. Doch bis jetzt gibt es erst eine Person die den 10 Dan geschafft hat und zwar der Schüler von Meister Ueshiba.

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@JuKa88

Da wo ich Aikido mache ist der "Meister" Schüler vom Schüler Ueshiba.. Er hat den 6. Dan nach 30 Jahren.. Er meinte, dass alles darüber nichts mehr mit Aikido zu tun hat(also mehr "politisch")

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Natürlich kannst du hingehen. Ich bin selber im Aikido, seit Jahren , und dort darf jeder anfangen der es möchte. Selbst über 40 jährige fangen jetzt noch an :)  Schau bei deinem Verein einfach vorbei :)

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