Wie könnte man aus Steinsalz einen Reinstoff gewinnen?

3 Antworten

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Wenn Du den Hauptbestandteil Natriumchlorid gewinnen willst würde ich zuerst eine Reinheitsbestimmung machen. Eventuell ist das Steinsalz praktisch reines Natriumchlorid. Ansonsten kommt es auf die Fremdstoffe an. Der Hauptfremdstoff dürfte Kaliumchlorid sein, eventuell kann noch Sulfat in relevanten Größenordnungen vorliegen. Erdalkalien behandle ich hier nicht.

Um Natrium- von Kaliumchlorid zu trennen nutzt man die unterschiedlichen Löslichkeiten bei unterschiedlichen Temperaturen. Man löst das Salz in Wasser auf und erhitzt. Falls man Sulfat entfernen soll gibt man jetzt Calcium- oder Bariumchlorid zu und filtert heiß. Anschließend wird die Lösung eingeengt (ein Großteil des Wassers verdampft) und heiß gefiltert. Der Filterkuchen ist dann gereinigtes Natriumchlorid, im Filtrat befindet sich der größte Teil des Kaliumchlorids nebst reichlich Natriumchlorid.

Alternativ kannst Du auch elektrolysieren: Das entstehende Chlor sollte auch fast rein sein.

Bariumchlorid nicht für Speisesalz, denn das ist giftig. ansonsten gute AW!

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@Iamiam

Das Bariumchlorid ist für die Sulfatfällung, müsste also knapp unterstöchiometrisch eingesetzt werden. Selbst wenn beim Filtern etwas Bariumsulfat durchrutscht (kann leicht passieren, da sehr feinkristallin): Dieses ist ungiftig. Der Vorteil von Barium- gegenüber Calciumchlorid ist der, daß Bariumsulfat in Wasser praktisch unlöslich ist, während Calciumsulfat schon merklich mit rund 2 g/l Wasser löslich ist.

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Das in der Natur vorkommende Steinsalz ist in vielen Fällen reines Natriumchlorid. Als Zusatz für unsere Nahrung spielen eventuell vorhandene Beimengungen (Magnesiumsulfat, Calciumsulfat u.a.) keine Rolle.

Will man aber hochreines Natriumchlorid erhalten, so bietet sich die fraktionierte Kristallisation an. Hier wird das Salz mit seinen Verunreinigungen gelöst und durch Temperatur- oder Konzentrationsänderungen bzw. durch den Einsatz von Impfkristallen das reine Salz von den Verunreinigungen abgetrennt.

irgendwie verstehe ich das nicht. Kann mir das vielleicht einer erklären? Ich habe noch nicht so lange Chemie und bin erst in der 7.Klasse. Danke!!!

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Steinsalz besteht schon zu über 90% aus Natriumchlorid (NaCl) , was auch als Kochsalz bezeichnet wird.

Man bereitet sich unter Rühren eine heiße Lösung ( > 80°C) aus destillietem Wasser (z.B. 500ml) und einem Überschuß an Steinsalz (350 g) zu und filtriert diese heiß in einen sauberen Glaskolben. Die heiße Lösung in dem Glaskolben lässt man langsam abkühlen - dabei kristallisiert reines Natriumchlorid (NaCl) aus, das man dann abfiltieren kann. Dieses Natriumchlorid ist dann fast 100% ig rein. Diesen Vorgang nennt man Umkristallisation aus einer heiß gesättigten Lösung.

Vermutlich reicht eurem Lehrer auch die benennung der Methode - also - Man kann reines Kochsalz (NaCl ; Natriumchlorid) aus einer heiß gesättigten Lösung von Steinsalz durch Umkristallisation erhalten.

in Bezug auf heiß ist NaCl eine Ausnahme: es löst sich kalt fast genausogut wie heiß. Normalerweise hast Du recht, ausgerechnet beim Kochsalz hier stimmts nicht. Im Gegensatz zu KCl, wo der Unterschied heiß-kalt extrem ausgeprägt ist. Oder bei KaliAlaun KAl(SO4)2'12H2O
Beim Kochsalz muss das Wasser verdampft (Siedesalz) oder verdunstet werden (in Faschinen = Reisig, über das die gesättigte Salzlösung rieselt) oder in Salzlagunen (Meersalz, Salzquellen zB in Peru)..
Ach so ja die Hauptverunreinigung KCl bleibt in der Restsole, weil es viel besser löslich ist, und Mineralien lösen sich erst gar nicht.

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Die heiße Lösung in dem Glaskolben lässt man langsam abkühlen - dabei kristallisiert reines Natriumchlorid (NaCl) aus, das man dann abfiltieren kann.

Falsch. Dabei werden vorrangig Verunreinigungen neben NaCl auskristallisieren. Dieser Filterkuchen dürfte deutlich stärker "verschmutztes" NaCl sein als das Edukt.

BTW: Es ist egal, in welchem Gefäß man diese Prozedur durchführt (wenn es thermisch und chemisch beständig ist). Kolben oder Becher, Glas oder Porzellan, das Ergebnis ist immer gleich.

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