Wie kann ich strenger erzogen werden?

9 Antworten

Gib mal "Kinderfreizeit" in die Suchmaske ein. Es gibt die unterschiedlichsten Ferienangebote. Es ist schlicht so, dass die Teilnahme an Freizeitaktivitäten Disziplin voraussetzt. Willst Du z.B. wandern so rechne damit dass aufstehen vor Sonnenaufgang normal sein kann. Wer dann nicht auf ist wird eben zurück gelassen. Unter Umständen darf dann das Essen für den Tag erarbeitet werden. Was absolut nicht schadet. Sinnvoll sind Gemeinschaftserlebnisse da sie neben Disziplin soziale Kompetenz stärken. - Schau Dich mal bei den Angeboten um. Fragen kostet sicherlich auch Nichts.

sehr gut!!! Dh

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Ich wurde streng erzogen, allerdings ist das schon eine Weile her (ich bin 52 Jahre alt), und seitdem hat sich doch einiges geändert bei den allgemeinen Ansichten zur Erziehung. In meiner Kindheit/Jugendzeit war eine strenge Erziehung noch "üblich". Was genau möchtest du denn wissen?

ich würde gerne wissen, ob es Sonntags-Kleidung gab. Welche Regeln gab es? Was mussten sie anziehen und wie fanden sie das alles im nachhinein?

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@hoenybee

Ja, es gab Alltags- und Sonntagskleidung. der Grund dafür war, dass man auch äußerlich sehen sollte, dass der Sonntag etwas Besonderes ist (aus religiösen Gründen, meine Eltern waren streng katholisch), zudem sollte die "Sonntagskleidung" geschont werden, deshalb wurde sie nur sonn- und feiertags angezogen. Da nicht sehr viel Geld vorhanden war, konnte man sich nicht "mal eben" neue Klamotten kaufen. Wir mussten auch jeden Sonntag in die Kirche.

Regeln gab es eine Menge. Es gab je nach Alter bestimmte "Zu-Bett-Geh-Zeiten", bei Tisch wurde auf gutes Benehmen geachtet, der Fernseher blieb beim Essen aus. Man musste auch immer pünktlich zu den Mahlzeiten zu Hause sein und es wurde erst vom Tisch aufgestanden, wenn alle fertig waren mit dem Essen. Bevor wir spielen gehen durften, mussten erst die Hausaufgaben erledigt werden und natürlich mussten wir auch im Haushalt helfen - die Mädchen beim Spülen, Abtrocknen, Kochen, Putzen, Waschen und Bügeln, die Jungs ebenfalls beim Spülen und Abtrocknen, außerdem mussten sie z.B. die Kaninchenställe ausmisten und derlei Dinge. Im Garten mussten wir auch alle helfen, beim Unkraut jäten, Beeren pflücken, Kartoffeln ausmachen etc.

Dir Röcke durften nicht zu kurz sein (in den 70ern kam ja der Minirock auf) und die Ausschnitte nicht zu tief, ein Mädchen hatte "züchtig" zu sein (meine Schwester wurde trotzdem mit 16 schwanger, war das ein Drama!). Die "Bravo" haben wir heimlich gelesen und natürlich auch heimlich geraucht....

Na ja, ich könnte jetzt noch jede Menge erzählen, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Nur so viel: im Nachhinein denke ich, die strenge Erziehung hat mir und meinen Geschwistern nicht geschadet. Allerdings war ich bei meinen eigenen Töchtern nicht ganz so streng (auch wenn sie immer gemeint haben, andere dürften mehr als sie, aber heute meinen sie, ich hätte meine Sache ganz gut gemacht^^), dafür haben meine Töchter auch mehr Vertrauen zu mir als ich es je zu meiner Mutter hatte. Alles in allem habe ich jedoch sehr positive Erinnerungen an meine Kindheit, wir hatten ein Gefühl der Geborgenheit und Orientierung, wie es, so denke ich, viele Kinder, die lockerer als wir erzogen werden, heute nicht mehr kennen.

Wenn dich noch irgend was besonders interessiert, frag einfach, ich versuche, alles zu beantworten.

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Zwischen streng und streng gibt es große Unterschiede. Meinst Du streng im Sinne von Schlägen und Erniedrigungen? (Bibelzitat: Wer sein Kind liebt, der straft und züchtigt es). Oder meinst Du im Sinne von Disziplin? Disziplin halte ich auch für eine wertvolle und wichtige Sache. Ich musste mir als Kind meine eigenen Regeln machen, da ich zwar viele Pflichten hatte, aber keine Zuwendung erhielt und auch keinen Halt in meinen Eltern hatte. Als mein Vater sehr früh starb übernahm ich die Regeln für mich und meine Schwestern. Allerdings nur einige äußere Regeln, wie sich an feste Zeiten halten und so.

Unterdrückung und Bestrafung gibt es bei mir nicht, aber Disziplin. Eine Disziplin, die aber jeder versteht und die nicht einengend ist. Und da ich selbst dabei nicht ausschere und die Disziplinen einsichtig sind, gab es höchstens anfang Probleme, als ich mich um Ghettokinder kümmern musste, aber nie bei meinen eigenen Kindern, noch bei den Tieren, die mich einige Zeit auf meinem Lebensweg begleiteten. Und Kinder lieben es, wenn es durch den Menschen, den sie lieben und verehren eine gewisse Führung gibt.

Dawala hat Dir gute Tipps gegeben. Auch die Arbeit in der Landwirtschaft kann einen Disziplin lehren, wenn man Verantwortung für anderes Leben übernehmen muss. Und dann natürlich auch die Zeit als Soldat.

Meine eigene Erziehung war auf der einen Seite freier als die heutiger Kinder - ich durfte draußen auf der Straße spielen bis zum Dunkelwerden und hatte nicht einmal ein Handy dabei - anderseits viel strenger: Ich musste im Haushalt mithelfen, nie hätten wir es gewagt, Erwachsenen gegenüber respektlos zu sein. Schau doch mal, dass du in ein von Nonnen geleitetes Ferienheim gehst - da sind sie vielleicht heutzutage noch streng.

An deiner Stelle wäre ich froh, wenn die Eltern locker drauf sind. Vielleicht findest du im Internet Leute, die streng erzogen wurden und unterhältst dich mit denen. Ich würde keine eigene Erfahrung versuchen, erst recht nicht in ein Erziehungscamp gehen. Ich weiß nicht, wie die in Deutschland sind, aber in Amerika wird da wirklich alles unternommen, um die Kinder anders zu erziehen. Das kannst du dir mal richtig vorstellen..

*Das kannst du dir nicht mal richtig vorstellen. ^^ so meinte ich das.

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Eigentlich habe ich so ein Forum auch gesucht, aber bisher noch keines gefunden....

weißt du, wie man die Kinder in Amerika erzieht?

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@hoenybee

Vielleicht findest du bei hilferuf.de Menschen, die streng erzogen wurden. Hab dort schon paar mal gelesen, dass einige ihre Erziehung schlimm fanden.

Nein, bin kein Ami^^ aber ich meinte damit die Erziehungscamps.

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