Wie hat sich die Musik bei den letzten 50 Jahren verändert?

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5 Antworten

Hallo,

deine zwei Fragen sind nicht unbedingt einfach zu beantworten. Ich fange einmal mit deiner zweiten Frage an: Warum die Musik machen;

Musik ist alt. So alt wie der Mensch an sich. Wann wurde der Mensch zum Menschen? Das ist dieses Henne/Ei-Problem. Sprache ist eine so essentielle Sache - Sie lässt uns Pläne schmieden und Erfahrungen weitergeben.

Das Gehör ist ein sehr feiner Sinn. Wenn eine Gitarre verstimmt ist kann es jeder hören. Egal ob Musiker oder nicht. Das Gehör nimmt ganz unterbewusst Dinge wahr. Das hohe A schwingt auf 880Hz und das tiefe auf 440Hz - Wenn die Frequenz vom hohen A abweicht ist es ganz klar; Das Klingt unangenehm.

Das Unterscheiden zwischen angenehmen Tönen und unangenehmen ist evolutionär sehr wichtig. Eine Lawine sollte schon von einem Singvogel oder dem Husten des Stammesverwandten unterschieden werden können und zwar Reflexartig.

Aber auch die Sprache an sich; So wichtig es in der Kommunikation ist Gesichtsausdrücke und Gestik einordnen zu können, ist es wichtig die Gefühle die Sprache transportiert deuten zu können.

Wenn kleine Kinder weinen löst das bei den meisten Menschen einen Reflex aus; zu recht. Sonst gäbe es uns wahrscheinlich garnicht.

Da Sprache und Töne für die Menschwerdung so wichtig waren - Musik war es auch. Sprache besitzt ein Metrum, einen Takt. Wie Musik. Jede Sprache hat ein eigenes Metrum.

Warum man Musik macht? Weil man es kann. Musik spricht einen Menschen sehr direkt an; Moll klingt traurig, Dur fröhlich. Nervöses mit dem Fuss-Tappen und aus langeweile pfeifen? Warum? Weil es in uns steckt.

Aber zu deiner ersten Frage; Wie hat sich die Musik in den letzten 50 Jahren verändert. Vor 50 Jahren war es 1966.

Ich hole ein wenig weiter aus.

Wenn man Musikhören wollte, musste man zu einem Konzert gehen oder die Musik anhand von Erinnerungen oder Notenblättern selber spielen - bis es zur Erfindung des Grammopgons, des Radios, der Schallplatte und des Tonbandes kam.

Radio, Schallplatte und Tonband klingen für dich evtl. sehr alt und abgedroschen. Damals war es eine Revolution.

Man konnte aufeinmal Musik zu jeder Tageszeit hören und das auch noch daheim.

Der Blues und der Jazz waren aufeinmal nicht mehr auf kleine Clubs in den US Südstaaten beschränkt. Man konnte diese Musik aufeinmal überall hören.

Die neuen Techniken wurden rasch günstiger und erschwinglicher. Man konnte irgendwann für 100 Dollar eine Platte aufnehmen und sie an einen Radiosender oder eine Plattenfirma schicken. Das ist die Geburtsstunde des R&B genauso wie des Rocks.

Wo Jazz, also die Popmusik der Zeit in den 20ern und 30ern sehr beliebt war wurde man in den nachkriegs Jahren eher konservativ.

Die Frau am Herd, der man verdient die Brötchen. Die 50er waren steif und dann kam der Rock&Roll.

Die "British-Invasion" wurde durch die Schallplatte und das Radio erst möglich. [ https://de.wikipedia.org/wiki/British\_Invasion ]

Die Neuinterpretation der britischen Bands von amerikanischer "Sklavenmusik" schuf den Grundstock der heutigen Popkultur.

Andy Warhol; Woodstock; Minirock.

Die Welt war im Umschwung. Durch neue Technologie die für jedermann verfügbar war wurden zementierte Wertevorstellungen aufgehebelt. TV, Radio und Telefon. Die Dreifaltigkeit der Moderne.

Hippies, 68er Studenten und Heavy-Metal; Jimmy Hendrix war ein Kiffer; Studenten ein Sicherheitsrisiko und Led Zeppelin waren sicher Satanisten.

Dann kam die Kassette; Tonband gab es schon lange. Aber noch nie so einfach und günstig. Radioauftritte aufzeichnen, Mixtapes und Samples? Aufeinmal war Musik auch für jemanden der nur über Soulplatten rappen wollte einfach zu machen.

Dann kamen Synths und Drumcomputer. Überhaupt kamen Computer!

Mittlerweile waren Hip-Hop und Elektro das neue Ding. Ohne das jemand eine Band gebraucht hätte. Musik war nie einfacher zu produzieren. 

Während all dieser Zeit wurden die Subkulturen immer fragmentierter. Wo es am Anfang noch Rocker und Poper gab (...) heute gibt es Metal; Heavy Metal, True-Metal, Hair-Metal, Metal-Core, Grind-Core, Knabenchor.

Durch die Globalisierung ist die Spaltung der Subkulturen vorangetrieben wurden. Das Internet wurde mitte der 90er wirklich interessant. Es gab Musik, Videos und ungeahnte Möglichkeiten.

Grade das Internet und der Vortschritt der Computertechnik hat dem Techno den Weg bereitet. Man musste keine Bücher mehr lesen um einen Synth zu bedienen.

Jetzt gibt es Youtube. Jeder PC kann mit den richtigen Programmen Musik aufnehmen.

Professionalisierung ist nicht mehr das große Thema. Jeder Take kann durch billige digitale Medien jederzeit wiederholt werden.

Popmusik ist in unzählige Subgerne aufgeteilt. Wichtig war dann das Thema des Cross-Over und so weiter (...)

Aber grade duch das Internet, Facebook, Twitter und YouTube wird die Popmusik geprägt. Überwachungsdruck - den man selbst hat wenn man nur das Gefühl hat überwacht zu werden, spielt in der Vermarktung und wohl auch bei Künstlern direkt eine wichtige Rolle.


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"Ich will" ist gestorben und "ich muß" liegt daneben.

Wie hat sich denn die Musik verändert. Hör´ da mal rein und du hörst es selber.

Warum die sich verändert hat?

Gegenfrage: Warum nicht? (Mach´dir mal deinen eigenen Kopf.

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Musiker sind weniger Musiker als generell "Ikonen", d.h. man betrachtet auch Aussehen etc., gabs damals auch, steht aber heute geradezu im Mittelpunkt. Die Musik im Mainstream traut sich auch deutlich weniger als damals, unabhängig vom Genre. Man verlässt sich lieber auf das Gewohnte, von dem man weiss dass es gut klingt, daher klingt vieles "gleich".

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Die meisten Musikstile haben sich kaum verändert aber es sind einige neue Stile hinzugekommen die ihren Ursprung in den damals bestehenden Stilen haben.

Ich würde sagen am meisten hat sich der Blues verändert.

Wenn man z.B. den Blues wie ihn Bessie Smith, Muddy Waters oder Fred Mcdowell gespielt und gesungen haben, mit dem vergleicht was einem heutzutage als Blues um die Ohren gehauen wird, dann würde ich sagen, dass es dem heutigen Blues an Tiefe fehlt.

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Mehr Schwätzen
Weniger singen

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