Wie fandet Ihr das Jahr 2020, 1 Tag noch?

Das Ergebnis basiert auf 38 Abstimmungen

Naja geht so 34%
Sehr schlecht 32%
Gut 21%
Sehr gut 8%
Endlich ist das Jahr vorbei 5%
Schlecht 0%

12 Antworten

Endlich ist das Jahr vorbei

Für mich bedeutete das Jahr 2020 aufgrund der Pandemie vor allem sehr viel Arbeit, Isolation, Verzicht, Reisebeschränkungen - und auch viel zu tun, um anderen Menschen, denen es noch schlechter geht, durch diese Krise zu helfen.

Viele mir nahestehende Menschen konnte ich das ganze Jahr nicht sehen. Habe einige "enge" Kontakte ins inner- und außereuropäische Ausland. Unter anderem studiert mein Freund in Australien. Die wollen die Grenze noch bis Ende 2021 geschlossen halten. Aber auch innereuropäisches Reisen war im Grunde unmöglich - zu viele Beschränkungen, die sich ständig änderten, Quarantäneregelungen, zudem lag der Flugverkehr am Boden.

Dementsprechend habe ich 2020 auch nahezu meinen gesamten Urlaub "aufgespart" und ins Jahr 2021 übernommen, in der Hoffnung, dass ich ihn dieses Jahr - entweder bei nachlassendem Infektionsgeschehen im Sommer oder gegen Ende des Jahres, wenn die Bevölkerung möglicherweise bereits durchgeimpft ist - wieder zum Reisen verwenden kann - und damit auch, um mir nahestehende Menschen endlich wieder zu sehen. Dementsprechend "ausgelaugt" bin ich nun auch. Selbst auf einen Besuch meiner Eltern über den Jahreswechsel 2020 / 2021 habe ich in diesem Jahr verzichtet. Normalerweise fahre ich alle sechs bis acht Wochen zu ihnen, aber zuletzt war ich über den Jahreswechsel 2019 / 2020 bei ihnen zu Besuch. Nicht so in diesem Jahr. Ich habe mich an die Aufforderung gehalten, zu Hause zu bleiben.

Menschen in meinem Umfeld haben die Pandemie und die mit ihr einhergehenden Einschränkungen zum Teil noch deutlich stärker zugesetzt. Ein ehemaliger Mitbewohner von mir hatte Mitte Mai 2020, während der "ersten Welle", einen Suizidversuch begangen und befand sich anschließend sechs Wochen lang in stationärer psychiatrischer Behandlung. Inzwischen geht es ihm soweit ich weiß besser. Wir schreiben wieder, aber ein persönliches Treffen fand nach wie vor nicht statt.

Eine ehemalige Kommilitonin und sehr gute Freundin von mir (kennen uns schon seit gut sieben Jahren) hatte zur selben Zeit ebenfalls eine starke depressive Phase bekommen. Schon bevor wir uns kennenlernten litt sie an Depressionen und wurde deswegen behandelt - auch medikamentös.

Wir hatten uns zuletzt am 20. März 2020, zwei Tage vor Beginn der Kontaktbeschränkungen, persönlich gesehen, dann wie gefordert "Abstand gehalten". Mitte Mai schrieb sie, dass es ihr psychisch sehr schlecht geht und sie den Eindruck habe, dass "ihre Medikamente nicht mehr wirken". Ich bat ihr meine Unterstützung an. Sie bedankte sich.

Ende Mai 2020 ist sie dann einfach "verschwunden". Wir waren verabredet. Ich hatte für uns gekocht, doch sie erschien zum vereinbarten Treffen nicht. Ihre Online-Accounts hatte sie gelöscht. Ich wusste, dass sie an Depressionen litt, also rief ich nicht an. Ich wollte sie nicht dazu zwingen, sich erklären oder rechtfertigen zu müssen, wenn es ihr schlecht ging. Ich dachte mir, wenn sie ihre Ruhe haben möchte - und dass sie ihre Accounts gelöscht hatte, war ja ein klares Signal - dann müsste ich das respektieren. Dabei ist es bis heute geblieben. Es gibt bis zum heutigen Tag kein Lebenszeichen von ihr.

Ich bin einfach nur am Ende und hoffe, dass 2021 besser wird, die Impfung wirkt und die Politik die Beschränkungen vollumfänglich aufheben wird. Dann dürfte es für uns alle - besonders auch für psychisch labile Menschen - wieder bergauf gehen. Aber zunächst einmal wird es ja noch eine Weile so weiter gehen, weil es dauern wird, die Bevölkerung durchzuimpfen.

Sehr schlecht

Erstens wegen den ganzen Einschränkungen & bei uns in der Firma wegen Schlechter Auftragslage und dem entsprechender Kurzarbeit. Wie bei vielen anderen > Besonders kleinen Betrieben < die vieleicht gerade so um die Runden kommen oder aber Schließen müssen. Mir tun die Menschen leid, die wegen dem Virus ( hoffe kein anderen Grund ) ihren Job Verlieren.

Naja geht so

Hatte seine Vor- und Nachteile. Natürlich ist es nicht schön, wenn alles geschlossen hat und mit Freunden treffen war auch schwierig. Bin aber allgemein in der Zeit produktiver geworden.

Naja geht so

Hab dieses Jahr einige Dinge durchgezogen, war oft mit dem Hund draussen aber dann starb unser Hund. War also gut, dass ich viel mit ihr gemacht habe (mehr Zeit dank Corona), aber schlecht das sie gestorben ist.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
Naja geht so

Jedes Jahr hat positive und negative Momente. Das Jahr als schlecht zu bezeichnen, finde ich falsch, sei denn man hat richtig schlimme Existenzsorgen durch Corona. Für mich zeigen Kriesen immer wieder auch Chancen auf, die Kreativität und Phantasie entwickeln sich. Es gab wieder mehr Wertschätzung, wenn auch kaum finanzieller Art, für bestimmte Berufgruppen. Eltern hatten mehr Zeit für ihre Kinder/Hobbys und wissen jetzt, was die Schule so leistet und wie schwer das oft ist. Meine Hoffnung ist auch, dass man sich in bestimmten Bevölkerungsgruppen überlegt, um wie viele Kinder man sich kümmern kann/möchte und sich auch nur so viele anschafft. Man sollte diesen Eltern nicht alles abnehmen. Es werden Probleme aufgezeigt, die eben nicht mehr bis zum Umfallen von den "kleinen Leuten" vor Ort, die sich den ...aufreißen, durch die entsprechenden Umstände gelöst werden konnten. Endlich sieht man einmal ganz deutlich, dass was die ganze Zeit immer wieder von den betreffenden Berufsgruppen (Mediziner, Pflegekräfte, Lehrer bestimmte Behörden...)gesagt wird und keiner "oben" ernst nimmt. Es wird ja, weil man sich ja als guter Arbeitnehmer aufopfert und seinen Beruf so gut es geht macht, alles nicht ernst genommen. Es läuft ja. Der Preis ist egal. Dein Problem, wenn du nicht mehr kannst und krank wirst oder stirbst! Spart der Staat Rente! Hoffentlich wacht man endlich mal auf und hört diese Berufgruppen mal zu. Hoffentlich werden diese, oft von Frauen getragenen Berufe, endlich finanziell höher entlohnt! Ohne gemeinsam dagegen sich zu positionieren/zu kämpfen, wird nichts gehen. Solche Kriesen unterstützen uns dabei, führen uns zusammen. Ich glaube es wird noch einige Kriesen und deutlichen "So geht das nicht weiter!" benötigen, ehe diese Berufsgruppen, die Frauen, die Studierenden, die Rentner wertschätzend entlohnt werden und die die nichts tun, deutlich weniger haben und nicht alles in den Poo geschoben bekommen(Warum arbeiten und sich anstrengen, wenn ich meine Miete bezahlt bekomme und mit Hartz 4 genauso viel habe und dazu noch von allen Seiten anspruchsberechtigt bin, als Menschen, die in geringverdienenden Berufen arbeiten?) Viele Menschen arbeiten hart und können sich wenig leisten. Da werden das Geld nicht nur durch Miete/Lebenshaltungskosten, die man ja selbst zahlen muss, aufgefressen. Nein, studierende Kinder, "Warum ist man so doof, und will, dass aus ihnen was "Gebildetes "wird, lässt sie noch zwei Jahre Abitur, ein soziales Jahr Studium machen und schiebt sie nicht gleich in eine Lehre, wo es ja Lehrlingsgeld und ganz schnell bezahlte Arbeit danach gibt?" Selbst schuld, denkt man da oben, musst du eben blechen, weil du ja als gebildeter Mensch ein bisschen mehr verdienst. Es reicht, um ein paar Euros über dem Baföganspruch zu liegen. Kannst du selbst tragen! So ist das! Kein Cent für das Studium, obwohl Mann kaum mehr als den Mindestlohn hat und man selbst noch immer weniger hat, als im Westen Deutschlands. Doppelte TV Gebühren darf man auch zahlen, obwohl der Studierende keinen Cent (außer dem Kindergeld) hat. Da werden nicht der Fleiß, Auslandspraktikas und das hohe gesellschaftliche Engagement belohnt, der feste Termine für die Nebenfinanzierung des Studiums nahezu ausschließt(von coronabedingten Schwierigkeiten ganz zu schweigen.) Früher in der kleinen DDR, gab es es Leistungsstipendium für jeden Studenten. Ich war total stolz darauf und konnte es gut gebrauchen. Jeder einzelne Student bekam Stipendium und sogar in der 11. und 12. Klasse erhielt ich Geld vom Staat.(Heute dürfen die Eltern sogar die halbe Monatsjahreskarte zur Schule selbst zahlen. Selbst schuld, wird "oben" gedacht, das Kind kann ja nur bis zur 10. Klasse gehen, dann müssen die Eltern nicht zahlen!) Die DDR investierte in Bildung und keiner durfte zu Hause einfach bezahlt abhängen. Jeder "Ich habe keinen Bock-Sofasitzer"hat mehr, als diese Studenten und viele Rentner, die schwer ihr ganzes Leben gearbeitet haben. Die Eltern(die zusammen wenige Euros mehr, als der Bafögsatz haben) müssen sich total einschränken über ganz viele Jahre. Da gibt es keinen Urlaub und keine größeren Anschaffungen bis das "Kind" fertig ist. Und dennoch will ich, dass meine Kinder selbständig auf eigenen Beinen in ihren Wunschberufen arbeiten können. Dafür tue ich alles, wenn ich auch in diesen sauren Apfel beißen muss.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Was möchtest Du wissen?