Werk von Johann Sebastian Bach?

2 Antworten

Tatsächlich ist es ist es schwer, bei Bach typische Elemente der späteren klassischen Zeit auszumachen, da eher als vergleichsweise Konservativer nicht viel vorweggenommen hat. Am ehesten fündig wird man bei ganz schlichten Stücken, vor allem Menuettsätzen -- z.B. im berühmten Menuett G-Dur (BWV Anh 114) dem Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach:

In der Anlage ein klarer und schlichter 16-taktiger, paralleler Periodenbau (mit formtypischem Halbschluss in der Mitte) wie er für ein Menuett schon zu Bachs Zeit typisch und auch später noch üblich war. Die einfache symmetrische Form, wie sie schon im barocken Menuett vor allem in Deutschland und England gepflegt wurde, ist in der Klassik maßgeblich geworden. Dazu finden wir in diesem Stück eine elegante Melodie, die aber -- charakteristisch für die Barockzeit! -- vom generalbasstypischen, kontrapunktischen Außenstimmensatz her gedacht ist.

https://youtu.be/p1gGxpitLO8

Zu Anfangszeiten nahm er noch Elemente aus dem Hochbarock mit auf und komponierte im spätbarocken Stil und vorklassisch klangen seine Spätwerke, sprich im galanten Stil. So wie sein Sohn CPE Bach klung er nie, da CPE Bach einen anderen neuen Weg einschlug und die alten Barocken Strukturen aufbrach, was deutlich zu hören ist wenn man beide um 1730 - 1750 vergleicht. Als der Vater noch lebte komponierte er zuletzt im galanten Stil und sein Sohn schon im Empfindsamen Stil der Frühklassik, was dann schon das eigentliche Verständnis der Klassik war, also der Basso Continuo fiel weg und weitgeschwungende einfallsreichere Melodiebögen, auch wurde nicht mejr so streng im Contrapunkt komponiert, d. h. dem Werk wurde mehr Freiraum bzw. Entfaltung gelassen und und und. Also in der Zeit von CPE Bach waren z.B. Boccherini, Johann und Carl Stamitz, sowie seine Brüder Johann Christian und Wilhelm Friedemann Bach, Johann Adolph Hasse, also die jenigen die ich gerne höre.

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Das gibt es nicht. Bach war Zeit seines Lebens konservativ.

Auch seine letzten Werke sind stilistisch ohne alle Abstriche der Barockzeit zuzuordnen, auch wenn schon mehr als 20 Jahre vor seinem Tod die Komponisten z. B. der Mannheimer Klassik mit ihren Werken den Musikgeschmack ihrer Zeit bestimmt haben.

Bach war nicht konservativ, da liegst du falsch, er war seiner Zeit weit voraus und setzte neue Maßstäbe.

Selbst heute noch, werden seine Ideen als Inspirationsquellen genutzt und in Genren wie dem Rock oder Jazz weiterverarbeitet.

https://www.youtube.com/watch?v=OWCgY1i4Lmw

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@najadann

Die Musikwissenschaft erkennt in Bach einen Komponisten, der hergebrachte Formen und Kompositionstechniken zu nie erreichter Größe gebracht hat. Weder formal noch stilistisch war Bach ein Neuerer oder in die Zukunft weisend. Das drückt das Wort „konservativ“ aus.

Er kannte den empfindsamen Stil und die Frühklassik, und er hatte 1747 Gelegenheit auf einem Pianoforte zu spielen. Er äußerte dazu, das sei wohl interessant, jedoch nicht mehr für ihn. Bis zu seinem letzten Tag hat er im sogenannten gelehrten Stil komponiert. Nach seinem Tod geriet seine Musik in Vergessenheit und wurde von den drei ihm nachfolgenden Generationen praktisch nicht aufgeführt.

Du bist nun der Ansicht, die Musikwissenschaftler nahezu der ganzen Welt haben sich in ihrer Beurteilung geirrt. Was in jahrzehntelanger Forschung, Analyse und Musikpraxis eruiert wurde, sei falsch.

Das wiederum finde ich interessant, und ich möchte gerne wissen: Was an Bachs Musik war formal oder stilistisch neu und wegweisend und wurde von der ihm nachfolgenden Komponistengeneration aufgenommen und weiterentwickelt? Wenn Du eine so gewagte These aufstellst, wirst Du sie sicher auch begründen können.

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PS: Das von Dir verlinkte Filmchen ist ein Machwerk mit unsagbar vielen Fehlern, das über die Musik Bachs nichts aussagt. Einige dieser Fehler, jedoch nur ein geringer Teil, werden in den Kommentaren auf youtube bereits angesprochen.

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@Arlecchino, UserMod Light

Ich kann weder seriöse Kritik beim Film, noch Berichte zu seiner angeblich konservativen Musik finden, geschweige den wissenschaftliches zu Bach.

Ich bin mir jetzt nicht sicher ob ich einem Opa aus 1917 :-) glauben soll,
oder meinen Recherchen, die alle meine These unterstützen.

https://www.zeit.de/2018/14/johann-sebastian-bach-musik-empfindungen/komplettansicht

https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Sebastian_Bach

Aber vielleicht kannst du uns ja ein wissenschaftlicher Bericht verlinken, ich lerne gerne etwas dazu.

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@najadann

Hä? Arlecchino hat recht! Wenn man keine Ahnung hat, sollte man Sohn und Vater vergleichen und sich belesen, dann wenn du es erkannt hast, dann schreib auch eine korrekte Antwort. Du meinst wohl sein Sohn CPE Bach. Woher ich das weiß > Ich habe Boxen von beiden und studiere die Werke genauestens ein und da war CPE Bach vorweg, da er den Basso Continuo weg nahm und auch nicht mehr im strengen Contrabpunkt komponierte. man sollte auch mal ein Buch von CPE Bach lesen und was da drin steht, da liege ich mit meiner Erfahrung richtig.

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