Ich antworte als erfahrener Musiker und absoluter medizinischer Laie.

Das Gehirn ist in begrenztem Maß in der Lage, sich neu zu organisieren. Mit welchem Erfolg das geschieht, also in welchem Maß frühere Fähigkeiten wiedererlangt werden können, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Umfang und Ort der Schädigung,
- Lebensalter und
- Therapie.
Unter Therapie im weiteren Sinne fallen aus meiner Sicht nicht nur medizinische Maßnahmen (Reha, ggf. Langzeittherapie) sondern auch das individuelle Üben in den verschiedensten Bereichen, die zur grundsätzlichen Lebensführung nicht von Belang sind, wie z. B. das Musizieren.

Du schreibst, dass Du bekannte Songs mitsingen kannst. Grundlagen sind also vorhanden, das ist doch positiv. Du musst probieren, wie Du daran anknüpfen kannst. Und Dich darauf einstellen, dass Fortschritte wahrscheinlich nur mühsam zu erreichen sind.

Warum Du so schnell ermüdest und welche Perspektive Du hast, das kann Dir nur ein Neurologe sagen. Allerdings - Menschen und Genesungsverläufe sind verschieden. Seine Prognose wird also nicht bis in die letzte Konsequenz konkret sein.

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Hallo Matheprofi,

die Bedeutung der Begriffe hat sich im Laufe der Zeit etwas gewandelt.

Zu Bachs Zeit war der Kapellmeister derjenige, der, an einem Fürstenhof angestellt, die Gesamtleitung über ein Orchester oder Ensemble hatte: Er hatte die Aufgabe, es musikalisch zu leiten und auch zu komponieren (!). Der Konzertmeister spielte die erste Geige und vertrat den Kapellmeister falls nötig.
('Kapelle' ist ein heute veralteter Begriff für 'Orchester'. Man findet ihn heute jedoch noch gelegentlich, z. B. bei der 'Dresdner Staatskapelle', das ist ein großes Sinfonieorchester.)

Heute ist der Kapellmeister ein fest angestellter Dirigent (also kein reisender), der Begriff wird jedoch seltener verwendet. Der Konzertmeister ist der 1. Geiger am 1. Pult der Stimmgruppe der ersten Geigen.

LG
Arlecchino

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Hallo Alice,

Dein Problem ist offenbar, dass Du die einzelnen Abschnitte der Lieder nicht erkennst.

1. Lied - 'Alle Menschen höret...'
In wie vielen Reihen das Lied notiert wurde, spielt für die Form keine Rolle. Würde man es in eine einzige ganz lange Reihe schreiben - die Form würde sich dadurch natürlich nicht ändern. Du musst nach Sinnabschnitten suchen.
Teil A: Takt 1 u. 2 / Teil B: Takt 3 u. 4 / Teil A: Takt 5 u. 6.
Daraus ergibt sich: Reprisenbarform, denn die Takte 1 und 2 werden wiederholt, wodurch sich A-A-B-A ergibt.

2. Lied - 'Ach, bleib mit deiner Gnade'
An der Pause in Takt 4 erkennst Du den Einschnitt. Es ist also ganz schlicht: A-B, und somit zweiteilige Liedform.

3. Lied - 'Wer nur den lieben Gott läßt walten' (eines meiner Lieblingslieder 😉)
Auch hier erkennst Du den Einschnitt anhand der Pause, zudem am Doppelstrich. Die Form also aufgrund der Wiederholung: A-A-B, die Barform.

Alles klar?

LG
Arlecchino

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Das unverwüstliche 'Ave Maria'... 😉

1.

Im 19. Jahrhundert war es üblich, Stücke melodisch zu bearbeiten.

Das ist eine problematische Verallgemeinerung, aus meiner Sicht trifft sie so nicht zu. Im 19. Jahrhundert war es üblich, Werken aus früheren Epochen ein romantisches Klangbild zu geben, sie in romantischen Klangfarben erklingen zu lassen. Diese Praxis war sehr verbreitet. Ein typisches und bekanntes Beispiel sind die Bearbeitungen Bachscher Orgelwerke durch den englischen Dirigenten Leopold Stokowski für großes Orchester.
Was Gounod mit dem C-Dur-Präludium gemacht hat, ist etwas ganz anderes. Es entspricht nicht einer gängigen Praxis dieser Zeit. Den Notentext der Klavierpartitur hat er kaum verändert, er hat nur eine gesungene Melodiestimme hinzugefügt.

Was seine Absicht war? Ein romantisches Klavierlied mit einem geistlichen Text zu komponieren. Dabei hat er eine Komposition der Lichtgestalt unter den Komponisten verwendet, des berühmtesten Kirchenkomponisten aller Zeiten. Seine Komposition gibt nicht einer musikalischen oder anderen intellektuellen Idee Gestalt (das Verständnis der Barockzeit), sondern mit dieser äußerst expressiven Melodie dem Ausdruck einer tiefen individuellen Empfindung (das Verständnis der Romantik).

2.

Aus barocker Sicht: Nein. Gounod missbraucht ein harmonisch und melodisch vollkommenes Werk um daraus eine exaltierte Gefühlsduselei zu machen.

Aus romantischer Sicht: Ja. Die trockene Klavier-Etüde für Anfänger bekommt durch Gounods Melodie erst eine musikalische Qualität, eine Seele.

Aus heutiger Sicht: Von der Komposition Bachs hört man ja nicht mehr viel, sie wird ja von der dominierenden Gesangstimme in den Hintergrund gedrängt.

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Braucht ein Tonarm von einem Plattenspieler eigentlich Strom?

Nein.

Lautsprecher wandeln elektrische Schwingungen (kommen vom Verstärker) in mechanische Schwingungen (Schall) um.

Mikrofone und Schallplattenspieler wandeln mechanische Energie (Schwingungen der Luft, die auf die Membran trifft bzw. der Nadel, die in der Rille der LP bewegt wird) in elektrische Energie um.

Beim Schallplattenspieler übernimmt diese Aufgabe der Tonabnehmer, ein elektroakustischer Wandler, der die mechanische Energie in elektrische Energie umwandelt. Diese ist jedoch sehr gering. Deshalb haben Schallplattenspieler in der Regel einen Vorverstärker, der diese Signale auf eine Signalstärke erhöht, die dann der Vollverstärker für die Ausgabe an Lautsprecherboxen verarbeiten kann - der braucht allerdings Strom.

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Jeder Architekt wird Dir bestätigen, dass das Phänomen als solches normal und unvermeidlich ist. Die Außenfläche, die von den Außentemperaturen gekühlt wird, ist hier größer als die Innenfläche, die von der Innenluft erwärmt wird - anders als bei den geraden Wänden. Solange Du also nicht in einem runden Haus lebst...

Wie man Feuchtigkeit oder gar Schimmelbildung vermeidet?
Keine Möbel bis in die Ecken stellen, damit die Luft dort ungehindert zirkulieren kann.

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Hallo Fraquen,

seit Deiner letzten Musikfrage hast Du offenbar Fortschritte gemacht. Das Thema dieser Frage ist zumindest erheblich anspruchsvoller.

Kennt Ihr einfache Fugen?

Nein, ich kenne keine einfache Fuge. Alle Fugen sind sehr kunstvoll, sie gut zu spielen ist auch nicht leicht. Wenn sie dann noch mit solchen Techniken (Umkehrung usw.) arbeiten - das ist ganz große Kunst!

In der Schule werden diese Besonderheiten gerne besprochen, und sie sind auch interessant. Jedoch kommen sie in der Praxis nicht so oft vor. In großen Orgelfugen von Bach ja, aber die sind recht komplex und für den Einstieg in die Analyse nicht wirklich gut geeignet.

Hast Du von der 'Kunst der Fuge' gehört, Bachs letztem Werk (BWV 1080)? Es ist eine Fugensammlung, in der diese Techniken alle angewandt werden, und die einzelnen Fugen sind dort überschaubar.

Die einzelnen Fugen heißen in diesem Werk 'Contrapunctus'.

In Contrapunctus 5 wird das Thema gespiegelt, sogar gleich zu Beginn, und im weiteren Verlauf ebenfalls. Die Noten findest Du hier, Seite 19, anhören kannst Du es hier. (Die Anfangszeiten der einzelnen Fugen findet man unterhalb des Video-Fensters.)

In Contrapunctus 6 (Seite 23) findest Du Spiegelung und Diminution (Verkleinerung) in einer Fuge, und in Contrapunctus 7 (Seite 28) findest Du Diminution und Augmentation (Vergrößerung) in einer Fuge.

Zum Ansehen (und Staunen 😉) sollte das ausreichen. Für den Einstieg in die Fugen-Analyse auch.

Wenn Du Fragen hast, dann frage!

LG
Arlecchino

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Ich hatte es gerade bereits gefunden:

Es ist von Johann Sebastian Bach, Präludium und Fuge in c-Moll, BWV 546. Eine schöne Aufnahme davon findest Du hier, nach der Werbung...

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Hallo Sarahmoro,

ich gehe Deinen Zettel einmal ganz durch:

1. Satz: Es heißt, wie Du gemerkt hast, Sonatenhauptsatzform. Sie ist die typische Form des 1. Satzes in Sonaten und Sinfonien. Die Teile: Exposition - Durchführung - Reprise. 'Reprise' ist übrigens das französische Wort für 'Wiederholung'. Die Form in Buchstaben: A (Exposition) - B (Durchführung) - A' (Reprise).

Der 2. Satz ist zumeist der langsame Satz einer Sonate oder Sinfonie.
Er steht zumeist in der großen Liedform: A (a-b-a) - B (c-d-c) - A (a-b-a) oder:
A (a-b-a) - B - A (a-b-a). In Ausnahmefällen ist es ein Variationen-Satz.

Zum 3. Satz (Menuett) habe ich Dir hier etwas geschrieben. Vorsicht: Hier findest Du eine leider sehr fehlerhafte Antwort.

Der 4. Satz ist zumeist ein Rondo oder ein weiterer Sonatenhauptsatz.
Beethoven hat zumeist das Menuett gegen ein Scherzo getauscht (2., 3., 5., 7. und 9. Sinfonie) - das betrifft jedoch den 3. Satz!

Auch hier: Wenn Du Fragen hast, dann frage!

LG
Arlecchino

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Hallo Sarahmoro,

vorab:
- Das Trio im Menuett hat mit der Besetzung 'Trio' insofern zu tun, als diese Trios tatsächlich oft - im Gegensatz zum größer besetzten Menuett - nur dreistimmig besetzt sind, zumindest in der frühen Klassik.
- Für die Analyse braucht man, wenn es nicht um ganz kleine Stücke geht, für die Großform Großbuchstaben (A - B - A), und für die Unterteilung der einzelnen Hauptteile zusätzlich Kleinbuchstaben (z. B. a-b-a... usw.)

Wenn ein Menuett die Form A - B - A hat
- sind diese Teile A (Menuett) - B (Trio) - A (Menuett),
- wobei in der Regel die Wiederholung des Menuetts nicht mit Notentext ausgeschrieben wird, sondern am Ende des Trios steht: Menuetto Da Capo. Das ist mit dem nochmaligen Notieren des Menuetts gleichbedeutend.

Eine ganz typische Form für ein Menuett ist:
A (a-b) - B (c-d) - A (a-b)

Am besten lässt sich all das natürlich an einem konkreten Beispiel erläutern. Habt Ihr im Unterricht ein Menuett besprochen?

Falls Du Fragen hast - immer zu!

LG
Arlecchino

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Hallo Bashir,

die Intervall-Zeile ist fehlerfrei.

Im Intervall-Ring ist Dir allerdings ein Fehler unterlaufen: Wenn die Seite richtig steht, ist bei 9 Uhr ein Quartsprung aufwärts (4↑). Du hast geschrieben c'' g'', richtig ist jedoch c'' f''. In der Folge hast Du die Intervalle wieder richtig geschrieben, es hat sich dadurch jedoch alles um einen Ton nach oben verschoben. Wenn Du das korrigierst, ergibt sich am Ende im blauen Feld 3↑.

LG
Arlecchino

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Hallo Lynn,

ich war zwar mehrfach in Aachen, auch am und im Dom, aber die Musikschule oder Musikakademie am Dom ist mir nicht bekannt.

Ich habe mir einmal die Website angesehen und mir einen Überblick verschafft. Nach vielen Jahren Erfahrung mit Musikschulen (als Klavierlehrer zunächst im Neben- dann im Hauptberuf) denke ich, dass ich mir ein ganz gutes Bild machen kann. Ich halte sie in jedem Fall für eine seriöse Musikschule, möglicherweise ist es sogar eine sehr gute.

Die Musikschule bietet Beratung und einen 'Schnuppertermin' an. Davon solltest Du Gebrauch machen. Was Du dort erfährst und erlebst, ist viel mehr, als man Dir hier mit einigen Sätzen über diese Musikschule sagen kann.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

LG
Arlecchino

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Sachsen ist groß... und eine Anfahrt von Dresden ins Erzgebirge wirst Du nicht bezahlen wollen.

Wenn Du den Treffern bei Google nicht traust:
Rufe die nächste Musikschule an und frage, wer dort die Klaviere stimmt. Da wirst Du einen verlässlichen und hilfreichen Hinweis bekommen.

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Hallo goodmood57,

aufgrund Deiner Fragestellung gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Wenn Funktionssymbole notiert sind: T (Tonika), S (Subdominante) D (Dominante) usw. Dann bedeutet D7 Dominantseptakkord. Der hat immer ein kleine Septime, wäre es ein D-Dur-Akkord, würden die Töne also d fis a c heißen - egal in welcher Tonart.
  2. Wenn Tonartensymbole notiert sind: C (für C-Dur), D (für D-Dur), d (für d-Moll) usw. Dann steht D7 für einen D-Dur-Septakkord - allerdings mit den Tönen der Grundtonart. 2 Beispiele: In G-Dur (ein # --> fis) würden die Töne heißen d fis a c. In A-Dur (3 # --> fis, cis, gis) würden die Töne heißen d fis a cis.

Alles klar?
(Ich bin nicht sicher, aber ich vermute, dass (2.) auf Deine Frage zutrifft.)

LG
Arlecchino

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