Wechseln sich Phase und Neutralleiter beim Wechselstrom in ihrer Funkion ab?

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6 Antworten

Du vermischst zwei Dinge:

  • Beim Wechselstrom ändert regelmässig die Stromrichtung oder Polarität der Spannung. Das hast du richtig verstanden.
  • Aber die Bezeichnungen Phase und Neutralleiter haben nichts mit der Stromrichtung zu tun!
    Der Strom kann sowohl über den Neutralleiter zurückfliessen" wie auch "aus dem Neutralleiter" kommen und über die Phase zurückfliessen. Jenachdem, welche Polarität eben grad herrscht. Ob ein Pol Neutraleiter oder Phase heisst, bestimmt die Verdrahtung im Kraftwerk oder in der Trafostation: Der Neutrallleiter ist praktisch geerdet, egal welche Sinushalbwelle grad aktiv ist und in welche Richtung der Strom grad fliesst, er ist der Sternpunkt. Somit kann man sich am Neutralleiter gegenüber Erde auch nicht elektrisieren. Die Phase ist gleich Aussenleiter.

Der Neutralleiter bleibt immer (ungefähr) auf Erdpotential.

Die Phase schwankt in ihrem Potential zwischen +Scheitelspannung und -Scheitelspannung hin und her.

Mal fließen die Elektronen in die eine, mal in die andere Richtung. Aber das hat mit Neutralleiter und Phase nichts zu tun.

Bei einer leitenden Verbindung zwischen Neutralleiter und Erde passiert (im Idealfall) gar nichts.

Bei einer leitenden Verbindung zwischen Phase und Erde fließen die Elektronen mal in die eine, mal in die andere Richtung.

FreshPrince90 09.06.2017, 16:02

Danke aber ich verstehe das noch immer nicht ganz: Es ist doch so, dass die Elektronen über die Phase zur Glühbirne kommen und dann über den Neutralleiter "abgeführt werden". Aber wenn sich die Richtung umkehrt, wohin fließen sie dann? 

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PWolff 09.06.2017, 16:02
@FreshPrince90

Dann kommen sie über den Neutralleiter und fließen über Phase wieder zurück.

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FreshPrince90 09.06.2017, 16:07
@PWolff

Aber dann war ja meine Vermutung doch richtig, dass sich Phase und Neutralleiter in ihren Funktionen abwechseln, oder?

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PWolff 09.06.2017, 16:11
@FreshPrince90

Für eine sehr unübliche Definition von Funktion, vermutlich ja.

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ProfDrDrStrom 09.06.2017, 18:25
@PWolff

Da die Aussenleiter 120 Grad Phasen versetzt sind würde das den Neutralleiter ebenfalls betreffen, das geschieht aber nicht.

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PI758I3R 30.06.2017, 01:06

Dein Grundsatz gilt für die Hausinstallation, solange alles ordnungsgemäß geerdet ist und der Erdungswiderstand gering genug ist. Sobald die Erdung schlecht oder ein nicht geerdeter Trenntransformator eingesetzt wird, würde ich vorsichtig sein. Es reicht auch, wenn einem Drehstrom Motor eine Phase fehlt, dann gibt es Neutralleiterausgleichsströme. Sowas soll vermieden werden, nur sicher ist man davor nie. Also lieber Finger weg bevor das Herz nen Kasper bekommt

Nur so als kleine Ergänzung ;)

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PWolff 30.06.2017, 14:01
@PI758I3R

Stimmt - den Zusatz "(im Idealfall)" hätte ich schon dem ersten Satz hinzufügen müssen. Gute Ergänzung.

Ich hab mal in einem Altbau gewohnt, wo der Nullleiter auch als Schutzleiter herhalten musste - hier hat es ganz schön "gekribbelt", wenn man gleichzeitig ein "geerdetes" Gehäuse und einen Wasserhahn, einen Heizkörper o. ä. berührt hat.

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Ein Aussenleiter ist und bleibt ein Aussenleiter, ebenso wie der Neutralleiter ein Neutralleiter bleibt.

Da wir in unseren üblichen Stromnetzen 3 Aussenleiter haben sind diese um 120 Grad Phasen versetzt. Der Neutralleiter verhält sich zu jedem Aussenleiter identisch.

Was den Wechselstrom an geht kann man sich das in etwa vorstellen wie das schunkeln auf einer Bierzeltbank.

Ganz einfach: Nein. 

Ausführlich: Neutralleiter bleibt Neutralleiter und Außenleiter bleibt Außenleiter. zwischen Außenleiter und Neutralleiter hast du eine Spannung von 230V, die bleibt auch immer gleich.

In der Steckdose sind Neutralleiter und Außenleiter im Grunde exakt das selbe. Die Spannung ist auch gleich. Mal hast du die Spannung von Außenleiter zu Neutralleiter, nach 0,01 Sekunden umgekehrt. 

Der große Unterschied zwischen den beiden: Es gibt drei Außenleiter. Demnach gibt es eigentlich sechs Leitungen. Allerdings sind die "Gegenstücke" zu den drei Außenleitern miteinander verbunden und geben einen einzigen Außenleiter. Vorteil: Die drei Außenleiter sind nicht mehr voneinander getrennt und haben nun eine Spannung von 400V zueinander. Und man hat ab jetzt nur noch einen Außenleiter und kann zudem auch das Drehfeld der drei Außenleiter nutzen.

Zudem ist der Neutralleiter mit der Erde verbunden. Somit hast du von Neutralleiter zu Erde natürlich keine Spannung, es ist ja das selbe Potential. Das führt aber dazu, dass du vom Außenleiter zur Erde eine Spannung von 230V hast. 

Aber rein von der Spannung her sind Neutralleiter und Außenleiter in der Steckdose genau das selbe. Deshalb ist es auch egal, wie herum du den Stecker rein steckst.

ProfDrDrStrom 09.06.2017, 18:11

Allerdings sind die "Gegenstücke" zu den drei Außenleitern miteinander verbunden und geben einen einzigen Außenleiter. Vorteil: Die drei Außenleiter sind nicht mehr voneinander getrennt

Das meinst Du doch nicht wirklich, oder doch?

Wenn das ein Schreibfehler ist und es Neutralleiter bedeuten soll wäre es nachvollziehbar, ansonsten wäre es einfach nur falsch!

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Shalidor 09.06.2017, 21:55
@ProfDrDrStrom

Oh ja, ist ein Schreibfehler. Soll natürlich Neutralleiter heißen. alle drei Außenleiter verbinden wäre fatal... 

Zum ersten Mal überhaupt ein sinnvoller Kommentar von dir. Hätte aber freundlicher geschrieben sein können.

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ProfDrDrStrom 09.06.2017, 23:48
@Shalidor

Das erste mal das Du den Sinn erkennst.

Meine Kommentare sind sachlich und nicht emotional.

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Natürlich führt der Nullleiter unter Last auch Strom, sonst wäre der Stromkreis ja nicht geschlossenn.

Nur lastfrei (in der gesamten Schaltung) ist er wirklich auf Nullpotential.

Die Stromrichtung ändert sich. Die Leiter werden nicht umgepolt.

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