Wasser elektrische Leitung?

5 Antworten

So etwas hängt natürlich immer von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Art der Elektroinstallation.

In Deutschland wäre in der Regel ein FI verbaut, der sofort abschaltet. Da passiert gar nichts, außer dass es vielleicht dunkel wird.

In anderen Ländern sieht man das zum Teil nicht so eng. Aber: in der Steckdose gibt es eine Phase und einen Null-Leiter. kommen nun beide mit Wasser in Berührung, fließt Strom hauptsächlich von Phase zu Null. Im besten Fall löst das dann auch eine Sicherung aus, dann ist auch wieder der Strom weg. Falls das nicht passiert, kommt dennoch kein nennenswertes Potentialgefälle über das Wasser zustande, Du bekommst also keinen Stromschlag.

Ganz früher gab es in einigen Gegenden Deutschlands noch eine andere Installation. Da gab es keinen Null-Leiter, sondern zwei Phasen mit je 110V, die um 180° versetzt waren. Dadurch hatte man zwischen den Anschlüssen der Steckdose auch 220V. Bei solch einer Installation hätte man tatsächlich Spannung im Wasser, allerdings ausgehend von der halben Spannung. Da das Potential mit der Entfernung von der Steckdose kleiner wird, und der Hauptanteil des Stromes auch hier zwischen den Phasen fließt, dürfte selbst in diesem Fall nichts passieren. (Ich weiß nicht, wann diese Installationen üblich waren, ich habe das einmal in einem kleinen Dorf gesehen, dessen Elektrik wahrscheinlich noch vor dem 2.WK ausgeführt wurde.)

Ich denke das dort in Marokko nicht so gute Sicherung sind, ist ja ein Schwellenland. Aber Vielen Dank für die ausführliche Antwort, jetzt verstehe ich die ganze Thematik besser.

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Möglichkeit würde bestehen, aber da fallen ganz viele andere Parameter mit rein.

Wenn es eine FI gebe, wäre der schon direkt ausgelöst worden durch das Wasser somit würde keine Spannung mehr anlegen.

Ich weiß nicht ob die Marokkaner sowas benutzen. Vielen dank für die Antwort.

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Ja, das ist möglich. Ich habe neulich von einem Fall gehört, bei dem durch Starkregen ein Keller kniehoch unter Wasser stand. Ein Mann ist ins Wasser gestiegen, wohl um irgend welche Dinge zu retten und hat einen Stromschlag erhalten, ist deshalb gestürzt und letztlich ertrunken.

Ach du kagge wie schrecklich

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Ja, Strom unter Wasser vertragen sich nicht. Und 220 V können unter schlechten Umständen tödlich sein. Aber dann treten die Sicherungen in Aktion, die die Stromzufuhr unterbrechen, wenn im Stromnetz die Stromstärke ansteigt. Nun hängt es natürlich von der Qualität der verbauten Elektrik des Hotels ab, ob ihr im Ernstfalle auch geschützt wärt.

Danke für die Antwort

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Aber dann treten die Sicherungen in Aktion

Für den Personenschutz sind die völlig ungeeignet. Die Sicherungen sichern die Zuleitung ab. Ich weiß nicht, wie das in Marokko ist, nehme aber an, dass dort ebenfalls 10A oder 16A-Sicherungen verwendet werden. Ein Strom von 0,05A kann einen Menschen bereits töten. Nicht umsonst gibt es FI-Schalter, die darauf reagieren. Eine Haussicherung kann Niemanden vor einen tödlichen Stromschlag bewahren.

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@ronnyarmin

Ich dachte ehr als der Wasserschaden aufgetreten ist. Danke für die Info.

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"Und ich weiß ja das Wasser Elektrizität gut leitet"

Unsinn! Reines Wasser leitet den elektrischen Strom praktisch gar nicht, das ist ein elektrischer Isolator. Durch Verunreinigungen/Zusätzen von Elektrolyten (Ionisierung durch Salze, Säuren, Laugen) wird es vergleichsweise sehr schwach elektrisch leitend.

Bei dem beschriebenen Szenario ist es sehr unwahrscheinlich, dass jemand zu Schaden kommt. Die "elektrische Aufladung des Wassers" ist eine völlig groteske Vorstellung, fern jeder physikalischen Realität. Siehe dazu bei Wiki unter "Elektrostatik".

An der funktionstüchtigen Steckdose liegt eine elektrische Spannung von 230 V zwischen beiden Buchsen an. Hier heben sich die beiden elektrischen Potentiale nach außen hin völlig auf. Bei stark ionisiertem Wasser könnte es zu einem schwachen Stromfluss durch das Wasser zwischen den beiden Buchsen kommen. Körperlich spürbare Schrittspannungen im Wasser könnten ggfs. in unmittelbarer Nähe der Steckdose auftreten. In der weiten Fläche dagegen kann keine nennenswerte Spannung zwischen Wasser und Erde auftreten, weil das Wasser rundum durch den Baukörper geerdet ist.

Bemerkenswert ist bei solchen Fragen immer wieder, (auch und besonders bei Fragen zu Gewitterblitzen), dass hier immer nur Gefahren gesehen werden durch Berührungen mit Wasser und nicht mit Straßenböden, Ackerböden oder Baukörpern, die alle den Strom tausendmal besser leiten als ausgerechnet Wasser.

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