Was sind die Unterschiede zwischen Marxismus, Leninismus, Stalinismus, Sozialismus und Kommunismus?

6 Antworten

Hallo mementomori5!

Pfuh. Komplexe Frage. Ich versuch' mal die wichtigsten Aspekte abzudecken:

Der Kommunismus  hat viele Definition. Die folgende ist die mit Abstand bekannteste und am folgerichtigsten ausgearbeitete Version: Die des Wissenschaftlichen Kommunismus nach Karl Marx bzw. die des Marxismus: Es handelt sich dabei, um eine Gesellschafts- und Wirtschaftsform in dem alle Menschen gleichberechtigt und gemeinschaftlich produzieren und leben. Es gibt keine Unternehmer und Arbeiter (Bourgeoisie & Proletariat) mehr, da es keinen Privatbesitz an Produktionsmitteln, also Maschinen, Büroräume etc. mehr gibt. Wenn es niemanden gibt, der sich diese Produktionsmittel zu eigen macht, gibt es auch niemanden, der einen anderen dazu bringen kann für sich zu arbeiten, um daraus Profit zu schlagen. Im Kommunismus ist eine solidarische Denkweise jedem Menschen zugänglich, sodass keiner mehr Interesse daran hat einen anderen auszubeuten und der Staat, als jene gesellschaftliche Plattform, die das Zusammenleben der Menschen regulieren muss, letztendlich überflüssig wird und abgeschafft werden kann.

In diesem letzten Punkt unterscheidet er sich vom Sozialismus. Der Sozialismus ist im Prinzip die Vorstufe zum Kommunismus. Hier gibt es noch einen Staat und damit Herrschaft. Nach Marx ist das allerdings ein neuer Staat, der durch die Revolution erreicht wird. In Deutschland könnte dass so aussehen, dass man z. B. durch einen gewaltsamen Aufstand (und/oder einen Generalstreik) die Staatsmacht erringt und die etablierten kapitalistischen Mächte zum Fall bringt. Es folgt die sogenannte Diktatur des Proletariats, also der breiten Masse der Arbeiter. Auch wenn von einer Diktatur die Rede ist, haben die Menschen im Sozialismus, sofern er gut ausgeführt wird, tatsächlich mehr Mitspracherechte indem man sie aktiv an der Gestaltung der Wirtschaft und somit der Gesellschaft teilnehmen lässt. Im Sozialismus regelt nicht mehr die Willkür der "freien Hand", also Konkurrenzkampf und verantwortungsloser Konsum, die Wirtschaft, sondern die Menschen selbst. Alle Betriebe werden über einen gewissen Zeitraum erst zu Kollektiv- und schließlich zu Staateigentum. Nicht mehr die Unternehmer aus der alten Gesellschaft, die nur eigennützige Interessen verfolgten, leiten die Firmen, sondern die Arbeiter in Räten selbst, deren Aufgabe es ist, im Interesse der Gesellschaft zu handeln. Alles, was sie produzieren, kommt nicht mehr auf den Markt, sondern wird vom Staat direkt abgenommen und nach den Bedürftnissen der Menschen gerecht verteilt. Der Aspekt der bürgerlichen (z. B. parlamentarischen) Demokratie, in der die Bevölkerung lediglich wählen darf, wer über sie herrscht, fällt in der Regel jedoch unter den Tisch. Zu den weiteren Aufgaben des Staates im Sozialismus zählt es die Konterrevolution niederzuhalten (ähnlich dem Prinzip der wehrhaften Demokratie: Die wehrhafte Revolution) und die Menschen volkswirtschaftlich (& in meinen Augen humanistisch) zu bilden und sie so von hedonistischen Privatpersonen (Idiotes) zu solidarisch denkenden Gemeinschaftswesen (Polis) zu sozialisieren. Wenn diese Sozialisation abgeschlossen ist und es keine konterrevolutionären Strömungen mehr gibt, ist die Gesellschaft bereit für den Schritt zum Kommunismus.

Der Lenismus ist dem Marxismus sehr ähnlich, weswegen sich viele auch als Marxisten-Leninisten bezeichnen. W. I. Lenin hat Marx' Theorie weiterentwickelt und an seine Zeit angepasst. Er hat neue Aspekte mit eingebracht, wie die Analyse des Imperialismus, also heute wie vor 100 Jahren, die Ausbreitung des Kapitalismus, durch politische, ökonomische oder notfalls auch militärische Unterwerfung anderer Länder durch die westlichen Mächte.

J. Stalin hat genau wie Lenin vor ihm die sozialistische Sowjetunion angeführt und auch einige wissenschaftliche Schriften zur politischen Ökonomie verfasst. Er hat den Marxismus-Leninismus analysiert und interpretiert, aber selbst wenige neue Aspekte miteingebracht. Dennoch spricht man vom Stalinismus. Es heißt Stalins Werke sind am besten als Einstieg in den Marxismus-Leninismus geeignet, da er die marxistisch-leninistische Theorie vor Allem prägnant zusammengefasst hat.

Viele verbinden mit Stalinismus auch das negative Bild vom Realsozialismus zu Stalins Zeit. Also einer sozialistischen Gesellschaft, die vor Allem durch starke Repression, wie Niederschlagung von Aufständen und Errichtung von Gulags (Arbeitslager der Sowjetunion), Bestand hat.

Ich weiß, dass dieser Text lang war, aber ich hoffe ich konnte damit weiterhelfen. Ich finde es schön und begrüßenswert, das du dich für das Thema interessierst. Bin prinzipiell offen für Fragen oder Korrekturen. Ich bin selbst noch im Studium des Kommunismus. Es kann also sein, dass nicht Alles 100%-ig stimmt.

MfG Stuart

Marxismus ist der von Karl Marx entworfene Kommunismus, also ein bestimmtes Modell des Kommunismus.Stalinismus ist der Kommunismus wie ihn Stalin durchgesetzt hat ( der Kommunismus ist nur eine Ideologie und lässt sich nicht so wie im Modell umsetzten). Entsprechendes für Leninismus. Sozialismus ist zwar auch Links aber kein Kommunismus. Die SPD ist z.B. Sozialistisch. Es geht darum die Arbeiter zu schützen und soziale Gleichheit zu schaffen jedoch muss dafür nicht jedes Eigentum verstaatlicht werden. Kommunismus wird als Sammelbegriff benutzt für alle kommunistischen Staatsmodelle hauptsächlich inspiriert von Karl Marx. Grundkonzept: Verstaatlichung jedes Eigentums und gerechte Verteilung dessen.

Sag das mal später zu einem SPD Politiker wenn du einen begegnest bitte, denn das mit den Arbeiter schützen und der sozialen Gleichheit haben die wohl vergessen

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ausgerechnet die sPD ist sozialistisch, in welcher Welt lebst du eigentlich ? Es ist als wenn du von einem anderen "Stern" kämest - Frager

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@voayager

Naja, er nimmt offensichtlich ihr Programm ernst. Da steht der "demokratische Sozialismus" immer noch zur Tarnung drin. 

Ich glaube, es war Müntefering, der einst mal sagte: "Ja, der 'demokratische Sozialismus' ist ein Ziel der SPD. Aber man muss ja nicht alle Ziele anstreben, nicht wahr?!"

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@Unsinkable2

Wenn überhaupt Ost die SPD sozialdemokratisch 

Allerdings sieht man davon nix mehr 

Das einzige was bei der SPD noch links ist sind gesellschaftliche Punkte 

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@SOClALlSTrussia

Das einzige was bei der SPD noch links ist sind gesellschaftliche Punkte 

... und auch die nur in der Opposition. Sobald sie erst mal an der Regierung sind, verhalten sie sich neoliberaler als FDP, AfD und CDU zusammen. (s. Agenda 2010 und deren Verteidigung bis heute; obwohl die extremen gesellschaftlichen Verwerfungen heute offensichtlich gegen den Himmel stinken)

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Denkst du das ganze kann man so easy in 2 Sätzen sagen? 

Ganz kurz : Marxismus ist der von Marx und Engels entwickelte Kommunismus , das und nichts anderes,  gegeben hat es ihn nie 

Leninismus ist der speziell von lenin angefertigte Sozialismus um den Kommunismus zu erreichen , und war gleichzeitig die erste praktische bzw praktisch umsetzbare Überwindung  des Kapitalismus 

Vom.sozialismus gibt es heute x Auslegungen und Interpretationen , nicht alle müssen auf den Kommunismus hinarbeiten 

Stalinismus war Stalins Interpretation des Sozialismus bzw Kommunismus , und der Sozialismus der während seiner Zeit in der UdSSR praktiziert wurde

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1) Gibt es einen Unterschied zwischen Produktivkräften und Arbeitern/Proletariat? Nein oder, Produktivkräfte verkaufen ebenso ihre Arbeitskraft (ist denen ihre Arbeitskraft produktiver?) daher sind das 2 Worte für 1 'Sache' sprich Produktivkräfte setzen den Proletariat zusammen. Oder?

2) Die Kapitalisten (auch Bourgeoisie (B.) genannt) und die Proletarier sind gespalten aufgrund von einem Gegenstand (meint das das Kapital als spaltende Macht? -> Achtung, diese Antwort liegt ja auf der Hand doch ich habe Angst es könnte eine Fangfrage sein)

3) Mit welcher Legitimation herrscht die Bourgeoisie über die Proletarier? Ist das Kapital die Legitimation oder die Arbeitsverhältnisse (zb die Fabriken der B. während das Proletariat nur Arbeitskraft hat) oder greift Marx noch eine andere legitimation der 'Herrschaft' der B. auf (selbstverständlich ist mir klar das Marx diese Argumente der legitimation später entmachtet doch er analysiert ja zunächst und ich suche nach dem Ergebnis dieser Analyse, --> warum herrscht die B. über das Proletariat?)

4: Ist diese Aussage richtig: In den Zeiten des 19 Jhd. sah Marx im Gegensatz zu den meisten liberal/nationalistisch/republikanischen Bewegungen nicht die Positiven Herrscher (sprich Fürsten, Könige usw.) als Feind sondern die Kapitalistischen Mächte die durch Geld unterdrückten. Er hielt die B. für weitaus mächtiger als jegliche Fürsten und Herrscher. (Oder habe ich da einen Denkfehler und die B = Fürsten & Herrscher?)

PS: Nein: Ich bitte euch hier nicht meine Hausaufgaben zu machen, wie ihr seht habe ich mir selbst einige Gedanken gemacht, außerdem könnte ich auch jederzeit meinen Lehrer fragen - ich würde nur gerne eine perfekte Arbeit abliefern und bin aufgrund der Sprache und der Dichte an Argumenten in dem Kapitel leicht verwirrt bzw. habe angst das wesentliche zu verlieren - ich hoffe einige Leser des Buches unter euch die sich besser mit Marx auskennen als ich können mir weiterhelfen.

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