Unterschied zwischen Marxismus, Leninismus, Stalinismus?

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6 Antworten

Lenismus ist eine spezielle Weiterentwicklung des Marxismus. Ausgeehend von der Tatsache, dass sich etwa um 1900 rum der Kapitalismus zu einem Monopolkapitalismus entwickelt hatte, schuf Lenin seine Imperialismustheorie, die auf die Erkenntnisse des Sozialdemokraten Hilferding aufbaute. Gleichzeitig schuf er eine Partei neuen Typs, eine die hierarchisch aufgebaut und militärisch diszipliniert von Berufsrevolutionären geführt wurde. Dies bedingte dann eine Diktatur des Proletariats, die Lenin als unverzichtbar ansah. Sie solle so lange bestehen, bis die Voraussetzungen hinführend zum Kommunimus gegeben seien.

Stalinismus ist ein Begriff, den Trotzki einführte, der jedoch unzulässig ist, denn der ist auch nichts weiter als verschärfter Leninismus, quasi einer der sich im Kriegszustand befindet. Die Herrschaft Stalins und seines Apparates unterscheidet sich eigentlich nur quantitativ und in ihrer Industrialisierung der SU im Eiltempo.


Marxismus ist die Gesamtheit der Lehren von Marx und Engels und der Lehren, die darauf beruhen, vor allem der dialektische und historische Materialismus und die politische Ökonomie, also die Analyse und Kritik des Kapitalismus.

Leninismus ist der von Lenin weiterentwickelte Marxismus unter Berücksichtigung der Bedingungen des Imperialismus und der besonderen Bedingungen Russlands. Bedeutend dabei ist vor allem die Imperialismustheorie als höchstes Stadium das Kapitalismus und die Revolutionstheorie (Kommunistische Partei als Avantgarde und Diktatur des Proletariats).

Stalinismus ist die tatsächlich ausgeübte Praxis bei der Umsetzung der Revolution unter Stalin, bei der man sich nicht nur mit der Theorie, sondern mit realen Umständen herumschlagen musste, deren Bewältigung über Sieg und Niederlage entschieden. Dazu gehören auch die teilweise schrecklichen Verwerfungen, die aber immer im historischen Kontext der inneren und äußeren Umstände zu betrachten sind.

Den Allermeisten ist nicht bekannt welche Kämpfe Stalin gegen die Partei geführt hat wo er doch angeblich Diktator, Alleinherrscher und paraphrasiet aus "l'etat c'est moi" die Partei selbst war. Er sah praktisch wie die Partei sich zu der Hydra entwickelte, die sie viel später wurde. Er hat verloren weil die Hydra tatsächlich neue Köpfe nachwuchsen, denn sie war eine Elite mit einer konsumeristischen Weltanschauung und keine Person. Als Chrustschow leisen Protest anmeldete(die Privilegien des "inneren Kreises" der Partei beschneiden wollte) hatte ihn die Hydra schnell durchgekaut und ausgespuckt. Und seitdem regierte die Hydra ganz bequem.

Es ist geradezu haarstäubend wenn man die Werke Stalins und Berijas, seines wohlengsten Vertrauten, liest und dort einen dermassen selbstlosen Idealismus vorfindet. Diese Leute sind als "Schlächter" in die Geschichtsbücher gepflanzt worden(und hatten auch was auf dem Kerbholz, aber wohl weniger als so mancher "Märchenprinz" der Geschichtsschreibung). Aber wenn Stalin die Welt erobern wollte, dann sicher nicht mit Bomben und Raketen sondern durch Aufbauen eines Landes und einer Gesellschaft, die alles in den Schatten stellen würde. Es war ihm aber auch wohl klar, dass das nicht zu seinen Lebzeiten geht, auch nicht annährend. Seine Gegner in der Partei waren praktikablere Leute. Sie wollten das Leben einer Elite führen, die das gehorsame Volk ermöglichen sollte, mehr nicht. Ideologie, Ideen, Zielsetzungen waren für sie nur Mittel zu diesem Zweck.

Das und nchts anderes sehe ich auch als Grund für den Untergang des Kommunismus als treibende Idee. Es gab keine Ideologen mehr, die die Idee ernsthaft und ehrlich beleben würden.

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Marx war ein Theoretiker und Philosph

Lenin ein Praktiker, er hat, ich würde mal sagen, angregt durch die Ideen von Marx ein Revolution angeführt, eie Staat gegründet und auch die dazugehörigen neuen Machtstrukturen eingeführt.

Stalin hat sich nicht mit Ideologien aufgehalten, sondern nur die Machtstrukturen (seine persönliche uneingeschränkte Macht) gesichert. 

Du hast das Wesen des Marxismus, des Leninismus sowie die Herrschaft Stalins nicht begriffen !

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@voayager

Ich habe marx nicht im Detail analysiert hier, könnte eine Menge schreiben .. wo er richtig lag und wo nicht, wie er auch positiv das Denken des 20ten Jahrhunderts beeinflusst hat .. war aber nicht Thema und Absicht, und wäre natürlich persönliche Meinung.

Lenin war ein schlauer Kopf, er hat nach meiner Meinung die Ideologie nur benutzt, vielleicht war er zu Anfang ein "Überzeugungstäter" aber seine Säuberungen, Hinrichtungen und Ermordnungen von Gegnern, sein Aufbau einer totalitären Gesellschaft (Diktatur des Proletariats), ich glaube nicht dass man das im Nachhinein ehren sollte. De Fakto hat einen der menschenverachtensten Staaten gegründet, natürlich: das Feudalsystem dass er abgelöst hat, war auch nicht besser .. nur für das Proletariat hat es dann auch nicht wirklich was gebracht, man hat letztlich nur eine Herrscher-Elite (Adel und Grundbesitzer)  durch eine andere (Parteifunktionäre) ersetzt.

Stalin war aber nie ein Intellektueller, er war nur ein neurotischer, sadistischer Verbrecher.

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Deine Verständnisprobleme sind normal und liegen vor allem an zwei Dingen:

1. Soziale und gesellschaftliche Phänomene sind sehr komplex und durchwoben von (politischen) Interessen. Insofern sind sie zumeist umkämpft. Das spiegelt sich dann eben auch auf der begrifflichen Ebene wieder. Da kann es gar nicht mit der Exaktheit der Naturwissenschaften zugehen.

2. Weil diese Begriffe eben auch immer politisch umkämpft sind, gibt es keinen einheitlichen Gebrauch und keine einheitliche Definition, stattdessen eine Vielzahl an Erklärungsangeboten, die interessengeleitet unterschiedliche Aspekte in den Vordergrng schieben.

Marxismus wäre erstmal als das Theoriegebäude zu verstehen, das Marx und Engels als Resultat der Analyse des Kapitalismus hinterlassen haben.

Leninisms zeichnet sich meiner Meinung nach dadurch aus, dass in ihm verscht wird, neue Phänomene der kapitalistischen Entwicklung auf marxistischer Grundlage zu verarbeiten und in diesem Theoriegebäude zu berücksichtigen. Dabei kommt es teilweise aber auch zu ener Revision marxistischer Theorieelemente. Ein Bsp. wären unterschiedliche Vorstellungen über die Voraussetzunggen für eine erfolgreiche sozialistische Revolution. Weiter stellt der Leninismus m.M.n. auch den Versuch dar, den Marxismus zu "verschulen", ihn also weg von der Analyse stärker hin zu einem erlernbaren Glaubenssystem auszubauen und damit Erkenntnisse des Marxismus zu kanonisieren und zu dogmatisieren.

Stalinismus wiederum schließt diese Dogmatisierung ab und benutzt den Marxismus-Leninismuus nur noch als Zitatensteinbruch, um eine grausame, diktatorische Unterdrückerherrschaft ideologisch zu legitimieren und von den Verbrechen abzulenken. Jede kleine Abweichung wird bestraft und muss ausgemerzt werden...

Marxismus ist die Lehre des Kommunismus und der Kapitalismus überwindung von Marx und Engels 

So gesehen der uhrstein 

Allerdings nur theoretisch 

Leninismus ist die Weiterentwicklung und die spezielle Ausrichtung Lenins auf die Situation in Russland damals 

Ausserdem bot es die erste praktische Umsetzung Richtung Kommunismus durch eine spezielle Art des Sozialismus 

Stalinismus ist letztlich Stalins Verständnis und Umsetzung während seiner Zeit in der UdSSR 

Marx formulierte die Analyse "Das Kapital", nicht den -ismus.
Lenin lieferte "Die Revolutionstheorie".
Stalin, die Diktatur.

Soweit die Kaskade.

Das Problem ist, dass es funktionieren müsste, auch nach Marx "die ständige Befriedigung, der stetig steigenden Bedürfnisses des Menschen".

Marx, Lenin und Stalin haben keine Gemeinsamkeiten.

iss so nicht richtig!

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