Was passiert, wenn eine Kuh nicht gemolken wird?

6 Antworten

Kuhmilch ist Muttermilch fürs Kalb. Im Stall saugt eine Melkmaschine an den Zitzen. Mit pulsierendem Unterdruck ahmen die Zitzenbecher das Nuckeln nach.Im Jahr 1990 füllte eine durchschnittliche sächsische Milchkuh 4300 Literflaschen pro Jahr mit dem Cocktail aus Wasser, Mineralstoffen, Eiweißen, Milchzucker, Fett und Vitaminen. Ihre Nachfahren liefern heute fast das Doppelte.Milch fließt aber nur, wenn ein Kälbchen geboren wurde. „Sobald ein Jungtier zur Welt gekommen ist, wird Milch produziert“, sagt Kerstin Barth vom Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei in Trenthorst. Das Kalb bekommt davon aber kaum etwas ab. Es wird nach wenigen Tagen von der Mutter getrennt, für die die Stillperiode längst noch nicht abgeschlossen ist. „Die Kuh kann 350 und mehr Tage Milch geben.“Kurz nach der Geburt steigt die Milchleistung stark an, erreicht nach sieben Wochen ihr Maximum und bleibt für gut zwei Monate auf hohem Niveau. Damit sich das wiederholt, wird eine Hochleistungskuh zwei bis drei Monate, nachdem sie gekalbt hat, erneut künstlich besamt. „Während sie noch für ihren Nachwuchs produziert, ist sie schon wieder schwanger.“ Neun Monate später kommt das nächste Kalb – zuvor wird dem Euter eine sechswöchige Erholungsphase gegönnt.Nach der zweiten oder dritten Geburt sprudelt die Milch noch ergiebiger. So gibt die Kuh, aufs Jahr gerechnet, das Zehn- bis Zwanzigfache ihres Körpergewichts an Milch ab – für den Stoffwechsel eine enorme Belastung, besonders kurz nach der Abkalbung, wenn die Kuh verstärkt Fettgewebe abbaut. Da kann es zu Stoffwechselkrankheiten oder Infektionen des Euters kommen.Richtig alt werden nur wenige Turbokühe. Bereits nach drei Dienstjahren räumen viele die Melkbox. Die nächste Generation muss ran. Und wird womöglich noch effizienter abgeschöpft.

Diese Kuh bekommt schmerzen im Euter weil sie nicht gemolken wird. Diese Kuh leidet dann und es geht auch über die Gesundheit des Tieres. LG KuhPferdeFreak

  1. Müssen Kühe schwanger sein um Milch zu geben? Nein! Sie müssen aber wenigstens ein Mal schwanger gewesen sein. Erst nach der Geburt des 1. Kalbes setzt die Milchproduktion ein und kann durch ständiges Melken weiter erhalten bleiben.

  2. Gibt eine trächtige Kuh Milch? Ja! In der modernen Kuhhaltung ist die Kuh etwa 2/3 der gesamten Laktation schwanger.

  3. Wo bekommt man Milch von nicht trächtigen Kühen? Realistischerweise: nirgendwo! Man müsste auf einen Hof fahren, der die Milch direkt abgeben darf, sog. Direktvermarkter, und dort nach einer Kuh fragen die ausgemustert wird aber noch Milch gibt. Deren Milch ist dann Milch einer nicht trächtigen Kuh. Sämtliche im Handel angebotene Milch ist ein Gemisch aus der Milch vieler Kühe. Der größte Teil davon ist trächtig.

  4. Warum geben Kühe ständig Milch? Weil sie wenigstens ein Mal gekalbt haben und immer wieder gemolken werden.

  5. Gibt es eine Zeit, in der eine Kuh keine Milch hat? Ja! Vor der ersten Schwangerschaft und etwa 310 Tage nach der 1. und eventuell 310 Tage nach einer weiteren Geburt. Nach einer Schwangerschaft wird eine Kuh etwa 310 Tage gemolken. Dann stellt man sie 'trocken', das heißt, sie wird nicht mehr gemolken und nach ein paar Tagen kommt auch keine Milch mehr. Sie wird dann etwa 4 Wochen nicht mehr gemolken, bis das neue Kalb geboren wird. Ist das Kalb da, wird erneut etwa 310 Tage gemolken. Man könnte nach der ersten Kalbung eigentlich endlos melken, aber die Zusammensetzung der Milch wäre dann anders, als die Milch der ersten Monate und die Menge wäre so gering, dass es sich wirtschaftlich nicht lohnen würde. Also lässt man wieder erneut besamen, damit nach einer neuen Kalbung der Milchertrag sehr hoch ist.

  6. Wie lange kann eine Kuh Milch geben? Die natürliche Lebensspanne einer Kuh liegt bei 20 bis 30 Jahren. Noch vor 100 Jahren hat man Kühe in kleinbäuerlicher Haltung bis ins hohe Schlachtalter von 15 bis 20 Jahren ab und zu geschwängert. Danach hatte man jeweils Milch, solange man wollte. Heute kann man den Milchertrag der Kühe über die Laktation von etwa 10 Monaten hinaus mittels Hormonen noch lange hoch halten, 18 bis 23 Monate wird z.B. in den USA mancherorts praktiziert.

  7. Kann man ohne Milchprodukte leben? Ja! Siehe: Milchfrei leben - Teil I & Teil II

  8. Warum geben Kühe heute mehr Milch als 1950? Es sind andere Rassen, auf Hochleistung gezüchtet. Das Futter ist anders, viel mehr Eiweiß, als damals. Die Kuhhaltung ist effizienter, nur auf Milchleistung ausgerichtet worden.

die Milch ist für die Kälber da nicht für uns

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@Floriang1412

Jup, Milch ist sogar ungesund, sorgt wegen den Hormonen im Jugendalter für Pickel, und und und, aber wenn wir schon über trauriges aus der Lebensmittelbranche reden, sollten wir uns mal erst um die Massentierhaltung von Hühner kümmern, die uns für unseren Hunger, Kinder gebären müssen, bitter bitter.

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die Milch ist für die Kälber da nicht für uns

Stimmt - aber so ist das Leben.

Honig ist für die Bienenlarfen. Früchte sind für Vögel, die die Samen dann auch verbreiten. Getreidekörner sind die nächste Generation des Getreides. Sie sollen eigentlich wachsen, nicht gegessen werden.

Wenn Du keine Photsynthese betreiben kannst, lebst du immer auf kosten anderer Lebewesen.

Jup, Milch ist sogar ungesund

Milch ist eines der gesündesten Nahrungsmittel überhaupt. Die negativen Nebeneffekte sind daneben lächerlich.

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Keine Aufregung erforderlich - die werden jeden Abend und jeden Morgen gemolken. Du hast sie nur kurz vorher gesehen - das kann dann schon recht üppig aussehen :-)

Dann lässt sie die Milch laufen, auch das kann man schon mal sehen. Daher ist regelmäßiges Melken wichtig, auch Kühe haben so eine Art biologische Uhr in sich. Man liest ja auch immer wieder mal, dass die Uhrumstellung Sommerzeit schon mal Probleme macht, da die Kühe sich nicht an der Uhr orientieren, nur an der Zeit. Da stellen die Bauern denn über mehrere Tag auf die neue Zeit um. Immer paar Minuten mehr. Lieben Gruß Lotusblume

Kuhmilch ist Muttermilch fürs Kalb. Im Stall saugt eine Melkmaschine an den Zitzen. Mit pulsierendem Unterdruck ahmen die Zitzenbecher das Nuckeln nach.Im Jahr 1990 füllte eine durchschnittliche sächsische Milchkuh 4300 Literflaschen pro Jahr mit dem Cocktail aus Wasser, Mineralstoffen, Eiweißen, Milchzucker, Fett und Vitaminen. Ihre Nachfahren liefern heute fast das Doppelte.Milch fließt aber nur, wenn ein Kälbchen geboren wurde. „Sobald ein Jungtier zur Welt gekommen ist, wird Milch produziert“, sagt Kerstin Barth vom Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei in Trenthorst. Das Kalb bekommt davon aber kaum etwas ab. Es wird nach wenigen Tagen von der Mutter getrennt, für die die Stillperiode längst noch nicht abgeschlossen ist. „Die Kuh kann 350 und mehr Tage Milch geben.“Kurz nach der Geburt steigt die Milchleistung stark an, erreicht nach sieben Wochen ihr Maximum und bleibt für gut zwei Monate auf hohem Niveau. Damit sich das wiederholt, wird eine Hochleistungskuh zwei bis drei Monate, nachdem sie gekalbt hat, erneut künstlich besamt. „Während sie noch für ihren Nachwuchs produziert, ist sie schon wieder schwanger.“ Neun Monate später kommt das nächste Kalb – zuvor wird dem Euter eine sechswöchige Erholungsphase gegönnt.Nach der zweiten oder dritten Geburt sprudelt die Milch noch ergiebiger. So gibt die Kuh, aufs Jahr gerechnet, das Zehn- bis Zwanzigfache ihres Körpergewichts an Milch ab – für den Stoffwechsel eine enorme Belastung, besonders kurz nach der Abkalbung, wenn die Kuh verstärkt Fettgewebe abbaut. Da kann es zu Stoffwechselkrankheiten oder Infektionen des Euters kommen.Richtig alt werden nur wenige Turbokühe. Bereits nach drei Dienstjahren räumen viele die Melkbox. Die nächste Generation muss ran. Und wird womöglich noch effizienter abgeschöpft.

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@Matua

Hast Du das nicht oben schon gepostet?

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