Was ist günstiger- Gas Heizung oder Fernwärme?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Günstig ist es immer dann, wenn man seine Freiheit behält. Wie schon die anderen Beiträge erwähnt haben, endlose Bindung oder gar Anschlusszwang wäre mir viel zu sehr Handschelle. Eine Gasanlage ist außerdem sicher wesentlich billiger. Habe selber eine Buderus GB 172 mit max. 24 kW, aber gedrosselt für Warmwasser und anders gedrosselt für Heizung damit sie möglichst lange am Stück läuft. Das erhöht den Brennwertvorteil über den LAS-Kamin. Brennwert-Therme im web kostet keine 3000,- und ein Handwerker der sie dir anschließt ist sicher auch zu finden. Dazu kommen ein paar Absperrventile, Ausdehnungsgefäß usw. Aber kein Wärmetauscher zur Fernwärme. Was machst du, wenn die Fernwärme ausfällt? Übrigens mit Flüssiggas zu heizen kann die GB 172 auch und das soll billiger sein als Erdgas. Nur nicht einen Flüssigas-Liefervertrag eingehen, sondern selber einen Tank kaufen und alle Jahre auftanken. Info hierzu selber einholen. Der Erdgasanschluss kostet > 5000,- und der Gastank wird billiger sein...

Hallo,

also in aller Regel ist Fernwärme preisgünstiger, aber das kommt sehr auf die Tariffe des lokalen Versorgers an und die Preise von beidem können abhängig von den Brenstoffkosten stark variieren.

Beispiel: Wie Du vielleicht mitbekommen hast, ist der Ölpreis in den letzten 12 Monaten sehr stark gefallen. Der Gaspreis hat diese Preisbewegung nicht in gleichem Masse mitgemacht. Wenn der Gaspreis fällt, dann wird die Gasheizung natürlich überproportional günstiger.

Das lässt sich pauschal nicht belastbar beantworten, da von den spezifischen Randbedingungen des Bauvorhabens(BV) abhängig. Fernwärme profitiert meist "auf dem Papier" von dem theoretisch günstigeren Primärenergiefaktor (neuere BHKW). Das könnte lediglich für das Nachweisverfahren interessant sein. Nicht selten ist der spezifische Arbeitspreis (€/kWh) höher. Daher besteht in Neubaugebieten oftmals Anschlußzwang.

Üblicherweise wird eine Heizungsanlage nach dem tatsächlichen Energie- und Leistungsbedarf des jeweiligen BV dimensioniert, gestaltet und ausgeführt, um zu einer kostensparenden Lösung insgesamt zu kommen. Bei Fernwärme muss der Planer jedoch zusätzlich nach den Anlieferungsparametern des Versorgers berücksichtigen, was sich für den Bauherren zwangsläufig ungünstig auswirken kann. Die Hausübergabestation kostet mitunter heftig.

Fazit:
Die Entscheidung sollte wohl überlegt sein, da meist eine Bindung auf ewig. I.d.R. erstellt der beauftragte TGA Planer hier einen Vergleich.   

Noch ein wichtiger Gedanke: Bei Fernwärme kannst du den Versorger nicht wechseln, bei Gas schon. Und du bist nicht auf ewig an eine Heizungsvarianten gebunde, der Umstieg von Gas auf eine andere lokale Heizung ist einfacher als von Fernwärme. Wenn du sehr energiesparsam baust sind außerdem die Grundkosten für den Hausanschluss bei Fernwärme relativ hoch. Ich würde, wenn Gas, auf jeden Fall auch mit Solarthermie kombinieren.

Noch was zum nachdenken: Wem nutzt die Fernwärme? Den Investoren, denn die Geldgeber für solche Projekte wollen doch Zinsen sehen und wenn die auch noch endlos sprudeln, ist doch ideal, erst recht bei diesen Niedrigzinsen :-)

Was möchtest Du wissen?