Was ist Epilepsie für eine Krankheit?

11 Antworten

eine Neurologische Erkrankung.

Es gibt verschiedene Arten der Epilepsie, genauso wie verschiedene Anfallsformen. Diese alle aufzuzählen, würde hier jetzt den Rahmen sprengen, deswegen versuche ich es kurz zu machen.

Es gibt Anfälle, die wirst du als Außenstehender kaum bemerken, teilweise bemerkt sie der Betroffene nicht mal selbst. Dies können z.B. fokale Anfälle sein, aber auch die s.g. Absencen. Absencen sind grade im Kindesalter nicht selten, die Kinder werden dann in der Schule oft als "Träumerle" abgetan, weil sie halt mal für ein paar min innehalten und einfach in die Gegend "starren". Bei den fokalen Anfällen gibt es wiederum z.B. Anfälle, bei denen einem ganz plötzlich "übel" wird (genau kann ich es nicht beschreiben, es ist ein eigenartiges Gefühl. Solche Anfälle habe ich z.B. u.a.).

Am bekanntesten dürfte der s.g. Grand Mal sein. Eigentlich ein generalisierter tonisch klonischer Anfall. Dieser kann entweder primär (d.h. es kommt sofort zum GM) oder sekundär (der Anfall entwickelt sich aus einem fokalen Anfall) sein. Der Patient wird bewusstlos, erst starr und krampft dann. In aller Regel bei bekannter Epilepsie kein Notfall, sofern der Anfall nicht ungewöhnlich lange dauert oder man sich Verletzungen (Zungenbiss zähle ich in diesem Fall mal nicht als Verletzung) zufügt. Ist immer eine Ermessensfrage. Im Zweifel lieber einmal zuviel als einmal zu wenig den RTW rufen, gerade wenn man sich unsicher ist.

Unterscheiden muss man zwischen der Epilepsie (die ca. 0,5-1% aller Menschen haben) und epileptischen Anfällen. Natürlich hat jeder Epileptiker epileptische Anfälle, aber nicht jeder mit epileptischen Anfällen hat eine Epilepsie. Epileptische Anfälle können auch durch Provokation ausgelöst werden. (bekanntes Bsp. sind hier die Fieberkrämpfe bei Kleinkindern). Man sagt, dass ca. 5% aller Menschen min. 1 mal in ihrem Leben einen epileptischen Anfall bekommen. Die Diskrepanz zwischen Epilepsie und epileptischem Anfall siehst du also.

Die Verläufe sind ganz unterschiedlich.

Entgegen (leider immer noch) landläufiger Meinung, führt eine Epilepsie aber NICHT zu einer geistigen Behinderung. Menschen mit einer geistigen Behinderung und Epilepsie haben eine Grunderkrankung, die neben der geistigen Behinderung eben auch zu einer Epilepsie führt.

Sie ist auch keine psychische Erkrankung und ansteckend ist sie sowieso nicht.

Also Siraa hat deine Frage ja schon beantwortet,ich würde hierzu nur allgemein nochmal was zu dem Thema dieser Frage sagen. 

Ich finde, solche Fragen sollten nur Leute mit Epilepsie beantworten,deren Angehörige und / oder Ärzte. Sonst kommen nämlich so typische 0815-Antworten, die man hier ständig liest. Diese erwecken einen komplett anderen Eindruck bzw. stellen alles einseitig dar und bei so was könnt ich kot*zen. Diese Leute können nämlich nicht beschreiben oder nachempfinden, was Epilepsie ist und wie sich so ein Anfall anfühlt. Diese Antworten sollte jemandwie ich geben dürfen, wie Siraaa oder wer hier noch Epilepsie hat. Aber nicht diese unqualifizierten Leute, die das mal im Internet gelesen oder im Fernsehengesehen haben und meinen sie müssen hier klugsch*ei*en.

Das war's schon, was ich dazu sagen wollte.

Epilepsien sind fehl Leitungen unserer gehirnzellen bzw unserer Synapsen im Hirn. Durch solche Anfälle Sterben gehirnzellen ab.
So ein Anfall kann gaaaanz unterschiedlich Aussehen vom lauten lachen über Minuten bis hin zu zucken, starren und Bewusstlosigkeit, Augen verdrehen, Schaum vorm Mund, einkoten. Derjenige hat meist keine Kontrolle über seinen Körper und entwickelt heftige Kräfte. Anschließend haben viele übel starke Kopfschmerzen.

Einen krampfenden soll man möglichst liegen lassen, gefährliche Sachen aus dem weg räumen und wenn möglich etwas zwischen die zähne geben damit er sich die Zunge nicht abbeißt.

Sehr böse Krankheit.. Vorallem bei Kindern

wenn möglich etwas zwischen die zähne geben damit er sich die Zunge nicht abbeißt.

Nein, keinesfalls! Das ist schon seit Jahren veraltet!

Abgesehen davon, dass man den Mund eines tatsächlich krampfenden gar nicht mehr aufgekommt, ist die Gefahr des Verschluckens oder eine Verletzung der Zähne viel größer als ein i.d.R . harmloser Zungenbiss, der wieder verheilt.

Der Rettungsdienst hat z.T. noch spezielle Keile, aber selbst die wenden sie fast gar nicht mehr an.

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Du beschreibst das ja so, als könnte man das gar nicht in den Griff bekommen. Epilepsie kann man mit einer guten Medikamentösen Behandlung in den Griff bekommen, ich bin seit Jahren anfallsfrei. Außerdem gibt es auch schwache Ausprägungen von Epilepsie und nicht nur so krass, wie du es beschreibst. Es gibt auch Leute die nur sogenannte Abwesenheitszustände haben, bei denen man es gar nicht bemerkt.

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Natürlich kann das ganz unterschiedlich sein. Wir verwenden noch keile in der Klinik. Ein Anfall kann auch nur einmal sein wegen drogen, Alkohol oder Fieber.
Manche sind einstellbar, manche eben nicht. Manche verwachsen sogar bei anderen wird's schlimmer. Meine Tochter bekam keppra, ricotril, diazepam, orfiril und frisium je 3 mal am Tag und krampfte trotzallem teilweise halbstündig.
Es kommt drauf an was die Ursache ist!

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@Charleene2011

Frisium hatte ich auch eine Zeit lang, da ging es mir auch sehr schlecht. Hat überhaupt nicht gewirkt bei mir, aber damals war das auch noch nicht so erprobt bzw. war in Deutschland relativ frisch aufn Markt. Diazepam hatte ich auch mal kurzzeitig, wurde auch wieder abgesetzt.Keppra ist übrigens das Selbe wie Levetiracetam, nur zur Info. Falls du das noch nicht gewusst haben solltest.

Wurde bei deiner Tochter mal eine Kombitherapie versucht? Ich spreche sehr gut auf Levetiracetam 3500 mg und Lamotrigin 750 mg an, bin komplett anfallsfrei.

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@Beatschnitte

die tochter hatte ja schon ne kombi, und was für eine! levetiracetam, valproat, diazepam, clonazepam und frisium, und trotzdem so viele anfälle? @charleene2011 geht es deiner tochter mittlerweile besser? das ist nur zu hoffen.

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Nein leider nicht. Meine Tochter ist nun mit knapp 2 Jahren verstorben. Bei ihr kamen die Anfälle durch fehlende Gyrierungen des Gehirns. Die Einstellung war nicht möglich. Chloralhydrat bekam sie als "notfallmedikament", teilweise bis zu dreimal am Tag. Darauf schlief sie ein wie ein Hund den man einschläfert.. Das einzige das half wenn Sie länger als ein paar Minuten krampfte. Meist hatte sie dabei nur noch ein "Nasenflügeln" als Atmung und würde blau. Es waren sehr sehr schlimme Zeiten, aber dennoch möchte ich sie nicht missen. Die kleine war trotz allem ein wahrer Sonnenschein!
Ganz liebe Grüße!

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