Was ist die Aussage dieses Textes?

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3 Antworten

Zusammenhang

Der allgemeine Rahmen, in den die Textausschnitte gehören, ist der von John Stuart Mill vertretene Standpunkt in der Ethik, sein Utilitarismus. Dieser enthält ein Nützlichkeitsprinzip. Handlungen werden nach ihrer Nützlichkeit beurteilt.

Die Beurteilung, was in ethischer Hinsicht gut ist, hängt von den Konsequenzen (Folgen) einer Handlung ab.

Glück ist das höchste Lebensziel.

Der Nutzen wird als Glück bestimmt und dieses als Lust bzw. Freude, Annehmlichkeit, Gefälliges oder Ähnliches (Hedonismus; von griechisch ἡδονή = Lust, Freude, Vergnügen, Genuß).

Alle von einer Handlung betroffenen sind bei einer Entscheidung zu berücksichtigen, das größtmögliche Glück der größtmöglichen Zahl ist anzustreben.

Eine Handlung ist nach Mill moralisch richtig, wenn sie das Glück fördert/vermehrt (die Tendenz dazu hat, also in diese Richtung geht) und falsch, wenn sie in der Summe ihrer Folgen Unglück hervorruft. Unter Glück (happiness) versteht Mill Lust (pleasure) und das Fehlen von Schmerz/Unlust (pain), unter Unglück das Gegenteil. Angenehme Empfindungen sind der Ursprung von Werten.

Mill unternimmt eine zusätzliche Einführung qualitativer Unterschiede in den Utilitarismus: Nicht nur quantitative Unterschiede (Menge/Ausmaß des Glücks/der Lust/Freude) können in der Beurteilung eine Rolle spielen, sondern auch qualitative Unterschiede (die Beschaffenheit), wobei bestimmte Arten von Glück/Lust/Freude als wünschenswerter und wertvoller beurteilt werden.

Aussage der Textausschnitte

Bei der Qualität von Lust/Freude - Lust/Freude zu erleben, verschafft Befriedigung – stellt sich das Problem des Maßstabs. Wonach (nach welchem Maßstab/Kriterium) wird festgestellt, wie gut die Qualität einer bestimmten Lust/Freude ist?

Mill erklärt: Als Maßstab kann nur das Urteil derer gelten, die mit beiden Befriedigungen, um die es in einem Vergleich (was am meisten lohnt) geht, Erfahrung haben. Entweder stimmen alle, die Erfahrung haben, überein oder oder das Urteil der Mehrheit ist ausschlaggebend (das, was endgültig gilt).

Der Maßstab bei der Beurteilung von Qualität ist der gleiche wie bei der Beurteilung von Quantität.

Darüber, wie heftig/intensiv Empfindungen von Lust und Schmerz sind, kann nur von denen entschieden werden, die durch eigene Erfahrung damit vertraut sind. Wer nicht beides erlebt hat, kann nicht in einem Vergleich urteilen, was angenehmer oder unangenehmer ist.

Das Urteilvermögen allein der Erfahrenen kommt dafür in Frage, was den Vorzug verdient und ob in der Gesamtbilanz einer Handlung (der Summe ihrer Folgen) die angenehme Empfindung überwiegt.

Personen mit Erfahrung bieten nicht nur in der Frage der Quantität, sondern ebenso in der Frage der Qualität Orientierung. Es ist angebracht, ihre Einschätzung zu übernehmen, die aus höheren Fähigkeiten (gedacht werden kann an die Vernunftbegabung der Menschen) hervorgehenden Freuden seien ihrer Art nach (ein qualitativer Maßstab) unabhängig von ihrer Intensität (ein quantitativer Maßstab) denen vorzuziehen, die ohne höheren Fähigkeiten erreicht werden können (von der tierischen Natur; also kann an körperlich-sinnliche Freuden gedacht werden). Es können also bestimmte Freuden aufgrund ihrer Qualität als höherrangig, wertvoller und wünschenswerter gelten.

Nach der Ethik, die der Utilitarismus mit seinem Prinzip des größten Glücks vertritt, ist der letzte Zweck/Endzweck ein Leben, das möglichst frei von Unlust/Schmerz/Leid und sowohl quantitativ als auch qualitativ möglichst reich an Lust/Freude ist. Maßstab für das Messen von Quantität und Vergleichen von Qualität ist, was von Erfahrenen mit den besten Vergleichsmöglichkeiten bevorzugt wird.

Das als Ziel dargestellte Leben mit einer Maximierung des Angenehmen und einer Minimierung des Unangenehmen ist nach utilitaristischer Auffassung auch die Norm der Moral. Ein Handeln mit diesem Ziel ist richtig, so soll gehandelt werden. Unter Moral wird die Gesamtheit der Handlungsregeln und Handlungsvorschriften verstanden, durch deren Befolgung das Ziel für die ganze Menschheit in möglichst großem Ausmaß erreicht werden kann und darüber hinaus auch, soweit die Umstände es zulassen, auch für die ganze fühlende Natur (also ein möglichst gutes Leben auch für andere empfindungsfähige Wesen als allein die Menschen).

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Es handelt sich bereits um Ausschnitte, nicht um die vollständigen Originaltexte. Text (1) und (2) sind fortlaufend, der dritte Text hängt in der Luft und hat keine Anbindung. Die beiden ersten Texte besagen lediglich, dass Empfindungen nur von Personen beurteilt werden können, die diese Empfindungen auch selbst verspürt haben. Soll entschieden werden, sollte eine Mehrheit nur der Menschen den Ausschlag geben, die auch über die zur Diskussion stehenden Empfindungen kennen.

Im dritten Text stellt Mill dar, dass sich der Utilitarismus nicht an "höheren Vorgaben" orientiert, wenn es um sinnvolle moralische Regeln und Normen geht, sondern daran, dass sie sich für die Mehrheit der Menschen, ja sogar der gesamten fühlenden Natur positiv auswirken. Ziel ist, das Leben allgemein für Mensch wie fühlende Natur zu verbessern.

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Er sagt quasi dass man eine Sache einer anderen Sache erst vorziehen kann, wenn man beides ausprobiert hat. Und dass man das Urteil derer, die beides ausprobiert haben, annehmen soll.

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