Was ist der Unterschied zwischen Glaube und Wissen?

24 Antworten

Beispiel:

Angelika weiß, dass der Mond aus Kräuterkäse besteht, wenn

  1. sie es glaubt,
  2. sie gute Gründe dafür hat, es zu glauben, und
  3. es wahr ist.

Wissen ist also wahrer gerechtfertigter Glaube.

Und die Aussage "Der Mond besteht aus Kräuterkäse" ist wahr, wenn der Mond tatsächlich aus Kräuterkäse besteht.

Ferner unterscheidet man noch zwischen dem "Glauben, dass ..." und dem "Glauben an ...".

Wenn Angelika glaubt, dass der Mond aus Kräuterkäse besteht, so kann man sie durch gute Argumente oder ein Stück Mond vielleicht vom Gegenteil überzeugen. Wenn Angelika aber an den Kräuterkäsemond glaubt, z. B. aus religiösen Gründen, so kann man sie durch Argumente und Gegenbeweise nicht davon abbringen.

Wissen ist ein überzeugt sein von etwas, man ist sich zu 100% sicher. Im vergleich dazu ist man beim Glauben nur zu einem gewissen Prozentsatz sicher, dass es wahr ist, aber nicht 100%. Wie viel ist von Thema und Mensch verschieden. Wichtig ist aber dennoch, dass Wissen falsch sein kann. Ein Beispiel: Viele Menschen wissen, dass die Menschen bis im Mittelalter glaubten, dass die Erde flach ist. Tatsache ist, dass aber bereits die Griechen (oder ein Teil davon) sogar den Umfang der Erde wussten. Das Wissen ist also falsch, evtl sogar auch deins.

Aber wichtig: Glaube an Gott ist etwas anderes, ich bin Christ und sage ich glaube an Gott. Ich sage das nicht, um anzudeuten, dass ich mir nicht sicher bin, sondern weil es mehr als wissen ist. Ich weiss nicht nur, dass er existiert, sondern meine Hoffnung liegt auch in ihm. Deswegen Glaube ich an ihn, im Vergleich zu vielen Menschen, die zwar annehmen, dass es Gott gibt, aber ihm nicht vertrauen, deswegen glauben diese Menschen nicht an ihn.

Die Aussage: "Man kann sich von Gott nicht sicher sein, deswegen heisst es Glauben." Ist in meinen Augen einfach nur Schwachsinn, es versucht aus Wörtern auf Wahrheit zu schliessen, das funktioniert prinzipiell nicht.

Beide Begriffe werden in der Alltagssprache oft nicht in genauer Bedeutung gebraucht, streuen in dem, was sie bezeichnen und können sich sogar überkreuzen. In einer genaueren Betrachtung ist feststellbar, dass beide Begriffe unterschiedlichen Sphären angehören. Wissen gehört in die Späre der Erfahrung, des Nachvollziehbaren, Prüfbaren, ist aber in den meisten Fällen komplexer wissenschaftlicher Theorien nur relativ sicher, da gleiche Gebiete und Experimentalergebnisse dazu durchaus unterschiedlich interpretiert werden. Aussagen wie "Ich glaube eher Wissenschaftler A mit seiner Interpretation als Wissenschaftler B." benutzen das Wort GLAUBE im Sinn von VERTRAUEN, weil man z.B. die Arbeiten von Wissenschaftler A gut kennt.

Glaube dagegen als fundamentaler Begriff, nicht auf Religion eingeengt, gehört in die Späre des das Empirische Grenzüberschreitenden. Es gibt keine Theorie ohne zugrunde liegende Erkenntnistheorie und da stößt man in den metaphysischen Grundannahmen an die Grenzen des Prüf- und Beweisbaren. Die Bedeutung von Glauben wird in den Grundfragen der Philosophie deutlich, wie sie Kant formuliert hat:

1) Was kann ich wissen? - Erkenntnistheorie, mehrheitlich im Bereich der Erfahrung.

2) Was darf ich hoffen? Da wir nur Wissen aus der Vergangenheit haben (Erfahrung), ist alle Hoffnung in die Zukunft ein Vertrauen, ein Erwarten, ein Glauben.

3) Was soll ich tun? Moralische Regeln können Erfahrung einbeziehen, aber werden nicht allein aus der Erfahrung bestimmt. Auch hier öffnet sich die Tür über die Erfahrung hinaus.

4) Was ist der Mensch? Auf jeden Fall mehr als nur ein Wissender. Wieviel ist er Hoffender, in der Liebe, im mitmenschlichen Umgang? Wieviel vertraut er auf die gesellschaftliche Tragfähigkeit einer akzeptierten Moral? Wie wir bei dem letzten Flugzeugabsturz (German Wings) lernen mussten, gibt es da keine Sicherheiten.

Und im Alltag? Meine Behauptung: 95% Vertrauen. Wenn wir im Supermarkt einkaufen, welche der Produkte prüfen wir wirklich und wissen sicher, dass sie für uns gut sind? Wieviel vertrauen wir? Im Autoverkehr - wieviel vertrauen wir, dass sich alle an die Regeln halten? Wissen? Beim nächsten Unfall sind wir belehrt. Zum Leben des Menschen gehört beides, Glauben und Wissen. Noch zur religiösen Frage: Ich persönlich bevorzuge hier von Bekenntnis zu sprechen, von Konfession, denn es handelt sich bei Einzelreligionen um Sonderfälle der Grundglaubensfrage, ob alles Natur ist, aus sich selbst heraus entstanden und in ständiger Veränderung (Heraklit, Epikur) oder ob alles auf eine höhere Entität zurückzuführen ist (Göttliches. höhere Vernunft, Weltvernunft). Religionen fassen diese Sonderfälle der höheren Entität in Dogmen, meist mit einem Heilsversprechen verbunden. 

Das Problem vieler A-Theisten ist, dass sie mit ihrer Konzentration auf Wissen in Punkto "Was darf ich hoffen?", "Was soll ich tun?" und "Was ist der Mensch?" etwas dürr und mager daherkommen und die emotionale Seite der Menschen nicht erreichen. Da könnte man von Epikur viel lernen. Aber der ist ja vom Naturphilosophen zum Glücksphilosophen herabgestuft worden. Und einem Nietzsche war er nicht herrenmenschlich genug.

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