Was ist die Atomvorstellung von Demokrit?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Moin,

die Vorstellung von Demokrit (und von seinem Lehrer Leukippos) war folgende:

  • Atome sind die kleinsten, nicht weiter teilbaren Bausteine der Materie (atomos = unteilbar).
  • Diese kleinsten Teilchen der Materie haben verschiedene Formen; es gibt Kugeln, eiförmige, pyramidale, würfelförmige, sternförmige und noch viele anders geformte Gebilde mehr.
  • Dementsprechend können die Atome auch unterschiedliche Masse haben.
  • Die Atome sind aus einem einzigen „Urstoff”.

Mit dieser Vorstellung erklärten sich Leukippos & Demokrit alle Arten von Materie, denn sie gingen zum Beispiel davon aus, dass ein Stein aus vielen eckigen Atomen bestehen würde, weil er schwer, hart und rau sein kann.
Das Gras ist dagegen auch aus ein paar eckigen Atomformen aufgebaut, hat aber auch etliche rundlich geformte Gebilde in sich, weil es weicher als ein Stein ist, aber dennoch deutlich gespürt werden kann, wenn man es anfasst.
Wasser wiederum besteht zu einem überwiegenden Teil aus rund geformten Atomen, denn es ist weicher und glitschiger als Gras.
Luft ihrerseits besteht vor allem aus runden und sehr leichten Atomen, denn sie ist noch weicher als Wasser und oft kaum zu spüren.
Feuer schließlich hat vor allem spitz geformte Atome (Pyramiden oder Zackensterne), denn es sticht und schmerzt, wenn man es berührt.

Leukippos und Demokrit haben keinerlei Experimente zu ihren Modellvorstellungen gemacht. Ihre Schlussfolgerungen und Annahmen basierten ausschließlich auf Überlegungen und Gedankengebäuden.
Aber das Geniale daran war, dass sie mit einfachen Vorstellungen praktisch die materielle Zusammensetzung ihrer gesamten Umwelt deuten und erklären konnten.

Eines ihrer Hauptprobleme war jedoch, dass Aristoteles von ihrem Atomismus nichts hielt. Aristoteles meinte, dass es ja sein könne, dass wir kein Werkzeug kennen, mit dem man ein Atom nach Leukippos und Demokrit Verstellung teilen könnte, aber das bedeute doch noch lange nicht, dass ein Atom dadurch unteilbar sei. Egal, welche Form ein Atom auch immer haben möge, so Aristoteles weiter, in Gedanken ist diese Form auf jeden Fall weiter teilbar! Somit kann es nichts Unteilbares - und damit auch keine Atome - geben.
Das Dumme war nun, dass Aristoteles ein überaus kluger Kopf war, der vieles, über das er nachdachte und das er ausformulierte, sehr plausibel erklären konnte. Die Leute glaubten ihm. Und deshalb gerieten auch die Atom-Ideen von Leukippos und Demokrit über Jahrhunderte in Vergessenheit...

LG von der Waterkant