Was ist denn der unterschied zwischen Minnelyrik und Liebeslyrik des Mittelalters

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Minnelyrik ist die deutsche Liebeslyrik im Mittelalter. Die damalige Bezeichnung war Minnesang. In einer Anzahl anderer europäischer Länder gibt es Entsprechungen. Bei einer Unterscheidung könnte vielleicht auf Feinheiten abgezielt sein, indem bei dem Begriff Liebeslyrik etwas nicht so eindeutig ausgeschossen wird, wie mehr objektive Arten der Dichtung gegenüber der mehr subjektiven Art in der Minnelyrik oder ein ganz anderes Leitbild als Minne als Grundlage bei einigen Arten spätmittelalterlicher Liebesdichtung.

Ob bei der Verwendung verschiedener Bezeichnungen (möglicherweise ja in unterschiedlichen Veröffentlichungen und von verschiedenen Personen) ein sachlicher Unterschied besteht, ist mir erst einmal zweifelhaft. Zu prüfen ist, ob in der Sache wirklich etwas Unterschiedliches gemeint ist. Kommen die Bezeichnungen z.B. bei einem Autor nebeneinander vor oder in Veröffentlichungen verschiedener Autoren, wie ist der inhaltliche Zusammenhang bei ihrer Verwendung? Zur Klärung der Begriffe sind Lexika über Literatur und das Mittelalter empfehlenswert.

Ingrid Kasten, Minnesang. In Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft : Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte. Band 2: H - O. Gemeinsam mit Georg Braungart Klaus Grubmüller, Jan-Dirk Müller, Friedrich Vollhardt und Klaus Weimer herausgegeben von Harald Fricke. Berlin ; New York : de Gruyter, 2000, S. 604 - 608

S. 604 – 606 Minnesang: Die älteste deutschsprachige Liebeslyrik; Teil einer europäischen, an den Höfen vor allem des 12. Und 13, Jahrhunderts geübten Kunstpraxis

Explikation: Der Minnesang war im Allgemeinen für den mündlichen Vortrag konzipiert, bei dem der Text gesungen und musikalisch begleitet wurde. Im Zentrum der an die Liedkunst der Troubadours anschließenden Diskussion über die Liebe steht das Konzept des „Frauendienstes“ bzw. der „fin´ amor“ (der „Hohen Minne“ bei den Minnesängern); Subjekt der Liebeserfahrung ist meist ein männliches Ich, Voraussetzung des Sprechens die Situation eines Mannes, der außerhalb der gesellschaftlich sanktionierten Form der Ehe eine Frau begehrt. Die Geschlechterbeziehung ist nach dem sozialen Interaktionsmuster der Vasallität modelliert. In der Rolle eines „Vasallen“ bemüht sich der Mann durch seinen „Dienst“, die Zuneigung seiner „Herrin“, seiner „Dame“ zu erlangen. Der aus dem Begehren resultierende Spannungszustand bleibt unaufgelöst und dient als Anstoß für immer neu variierte Formen des Frauenpreises, von Gefühlsäußerungen der Freude und Klage sowie von Reflexionen über die liebe. Die Affektation durch die Liebe und die Fähigkeit, die Frustration des Begehrens zu bewältigen, erscheinen dabei als Voraussetzung für die Vervollkommnung des Mannes.

Mit der skizzierten, im Minnegesang zentralen Rollenkonfiguration, die in Form der dreigliedrigen -> Canzone ihren spezifischen Ausdruck findet, erlangt das Minnelied einen ausgesprochenen Werbecharakter. Daneben bleiben in der deutschen Liebeslyrik ältere literarische Muster produktiv, die ein anderes Konzept der Geschlechterbeziehungen aufweisen, bei dem die Frau als liebende erscheint (Frauenleid, Wechsle, -> Tagelied).

Wortgeschichte: Der Terminus Minnesang, auch minnesinge“, wird bereits von zeitgenössischen Autoren gebraucht (Hartmann von der Aue, Walther von der Vogelweide), um eine aus drei Teilen bestehende, oft aber vermutlich noch von einer einzelnen Person ausgeübte Praxis des Dichtens, Komponierens und Singens zu bezeichnen. *sang benennt den Aufführungscharakter, mittelhochdeutsch minne (althochdeutsch minna) ist eine alte deutsche Bezeichnung für „Liebe“, die auch in anderen germanischen Sprachen belegt ist und auf ein Etymon mit der Bedeutung „denken“, „meinen“ (vgl. lateinisch mens „Verstand“, „Geist“; memini „sich erinnern“) zurückgeführt wird. Bereits im Mittelhochdeutschen tritt das Wort liebe mit der Bedeutung „Lust“, „Freude“, „Wohlgefallen“, „Liebhaben“ konkurrierend neben das Wort minne und verdrängt es allmählich aus dem allgemeinen Sprachgebrauch. In der Neuzeit wird minne nur noch archaisierend oder aber als Terminus technicus in der Wissenschaftssprache verwendet.

Begriffsgeschichte: Die Semantik ist von historischen Formen der gesellschaftlichen Interaktion und der religiösen Weltdeutung geprägt, die in dem neuhochdeutschen Terminus Liebe nicht (mehr) präsent, aber für das Verständnis des Minnesanges wichtig ist. So bezeichnet minne nicht allein die emotionale Beziehung zwischen Liebenden oder die affektive Bindung zwischen Familienangehörigen, sondern nicht zuletzt auch das Verhältnis zwischen Herr und Mann im Feudalsystem und zwischen politischen Bündnispartnern. In diesem Rechtskontext hat minne die Bedeutung von „gütlicher Einigung“, „Frieden“. Auch um das spirituelle Liebesverhältnis zwischen Gott und Gläubigen zu bezeichnen, wird der Terminus minne gebraucht. Durch diese Konnotation unterscheidet sich der Begriff des „Minnesangs“ von dem unspezifischen der „Liebesdichtung“, der ihn historisch ablöst und neue Inhalte entwickelt.

Manfred Zimmermann, Minnesang. In: Sachwörterbuch der Mediävistik. Herausgegeben von Peter Dinzelbauer. Stuttgart : Kröner, 1992 (Kröners Taschenausgabe ; Band 477), S. 540 – 541

Minnesang: aristokratische Gesellschaftspoesie, die in Deutschland in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts auftaucht, sich um 1200 zur höchsten Blüte entfaltet und im Spätmittelalter in ihren Nachwirkungen zu fassen ist. In seiner Ausübung an die Höfe als Zentren der ritterlich-höfischen Standeskultur gebunden existierte der Minnesang in der Phase seiner lebendigen Pflege primär in mündlicher Form, in aktivem Austausch zwischen dem Minnesänger als Dichter, Komponisten und Vortragendem und einem Publikum adliger Herren, die das Ideal ihrer Lebensform in seinen Dichtungen überhöht widergespiegelt sahen. Minnesang kreist um -> Frauendienst, der der sittlichen Vervollkommnung des Mannes dienen soll.

LiebesLyrik/Minnelyrik. Hm, ich sehe da durchaus Gemeinsamkeiten. Die Liebeslyrik im Hochmittelalter beschränkte sich auf die Hochachtungsvolle Verehrung von Burgfräuleins, von adeligen Damen. Minne ist ein alter Ausdruck für die Angebete.

LiebesLyrik/Minnelyrik. Hm, ich sehe da durchaus Gemeinsamkeiten. Die Liebeslyrik im Hochmittelalter beschränkte sich auf die Hochachtungsvolle Verehrung von Burgfräuleins, von adeligen Damen. Minne ist ein alter Ausdruck für die Angebete. Ein bekannter Vertreter dieser Lyrik war Chrétien vonTroyes, der die Artussage in verschiedenen Werken bearbeitet und in Versform brachte. Dies wurde dann in Deutschland unter anderem von Wolfram von Eschenbach, um nur einen bekannten Minnesänger zu erwähnen verbreitet. Ein deutlicher Unterschied besteht dann schon zur Eposlyrik. Darin wird dann eine heldenhafte Geschichte erzählt. Zum Beispiel die Kämpffe und die verschiedenen Suchen nach dem Gral in der erwähnten Artussage. Aber vielleicht hast du Glück, und Novalis antwortet noch auf die Frage, der kann sowas im Schlaf rückwarts aufsagen.

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