Was hat der babylonische Exil mit Gott zutun?

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8 Antworten

Für den Glaubenden hat (ziemlich) jedes Ereignis mit Gott zu tun. 

Für das gläubige Israel war das Babylonische Exil im ersten Empfinden eine Katastrophe: hat Gott uns verlassen? Sind wir jetzt nicht mehr das auserwählte Volk? - dann hat man die Antwort anders interpretiert, davon handelt offensichtlich dein Zettel. 

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Hallo leylagirly,

die Situation: Die Oberschicht der Juden (die zu dieser Zeit z.Tl. noch mit Steinmessern die Beschneidung durchführten), befindet sich in der sog. Babylonischen Gefangenschaft. Das neubabylonische Reich hatte eine hohe Kultur (chemische Farben, Ziegelglasur, Lösung von Gleichungen mit drei Unbekannten, viele Götter, Zahlenwerte bis 2 Billionen, hohe Bau- und Waffentechnik, auch Mythen über die Entstehung der Welt, Kalender, umfangreiches Schrifttum, Berechnung von Mond- und Sonnenfinsternissen).

Die Fragen der Juden bei diesem Kulturschock an ihre Priester waren dann etwa: Wenn wir uns da schon in einer so hohen Kultur bewegen: Ist die Sonne ein Gott, gibt es mehrere Götter, müssen wir Angst vor Mond-, Fluss-, Berg-, Naturgöttern haben, dürfen wir hier Forschung betreiben. bestimmen die Sterne unser Schicksal, welche Stellung haben Mann und Frau und schließlich – sehr wichtig – haben wir einen Anspruch auf einen freien Tag pro Woche?

Das ist dann der Anlass, gezielt über Religion nachzudenken. Ergebnis war dann z.B. die Priesterschrift des ersten Schöpfungstextes (Gen.1). Mann könnte also sagen, dass sich zu dieser Zeit erst die jüdische Religion vollständig ausbildete. Gleichzeitig war das die Abgrenzung zu anderen Völkern und die Möglichkeit der Identitätsfindung für die Juden. Das sicherte dann den Zusammenhalt und das Weiterbestehen der Gemeinschaft.

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Neben dem Auszug aus Ägypten ist das babylonische Exil ein zentrales Ereignis im alten Testament, das die Geschichte Gottes mit seinem auserwählten Volk Israel ("Israel" = "Gott streitet für uns") erzählt.

In beiden Fällen (Ägypten und Babylonien) hat Gott zugelassen, dass sein Volk in Gefangenschaft gerät, hat es in der Gefangenschaft zusammengehalten (es ist also nicht in den anderen Völkern aufgegangen, sondern hat seine Identität bewahrt), und er hat es wieder aus der Gefangenschaft herausgeführt und in das verheißene Land zurückkehren lassen.

Die Zerstreuung der Juden nach der Zerstörung des Tempels durch die Römer im Jahre 70 n. Chr. und ihre Zusammenführung nach dem Holocaust in heutigen Staat Israel kann man durchaus auch in dieser Perspektive sehen: Gott führt sein auserwähltes Volk Israel weiterhin durch die Zeit, auch heute noch.

Die Erkenntnis der Juden über Gott ist viel älter als das babylonische Exil. Sie begann schon in Ägypten.

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Es gibt auch andere Texte wie die Bibel, in der schon Abraham ein monotheistischen Glauben zugesprochen wird. Und er ist der Vorvater aller Juden.

Was steht denn in dem Text, was vor dem babylonischen Exil bei den Juden galt? Laut der Bibel war es immer ein Wechsel. Mal ist es der goldene Kalb, Baalskult, JHWH usw.. Da haben aber nie alle mitgemacht, manche blieben beim Gott JHWH. Hier darf man nicht allgemein sprechen. Zudem ist vieles in der Zeit möglich gewesem.

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Also ich glaube, das stimmt so nicht, das ist wahrscheinlich sehr verkürzt bzw. verzerrt dargestellt...

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Zu der Zeit wurden die ersten Bücher der Torah aufgeschrieben, damit der Monotheistische Glauben nicht verloren ging.

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Nadelwald75 08.01.2016, 11:49

Hallo tinimini,

nanu? So kurz diesmal? Aber kurz und knapp und sachlich zutreffend!

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ist unsinn!

in der gefangenschaft lernten die hebräer östliches geistesgut kennen

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Da hast du wohl etwas missverstanden.

Die Israeliten wurden von Babylon gefangen genommen, weil sie Gott verwarfen und Götzen anbeteten (Apg.2,42-43).

Dort haben sie ihre Identität (Volk Gottes) verloren und zerstreuten sich in Europa.

So stammt z.B.die Königin von Großbritanien vom Thron Davids ab ("Großbritannien und die USA in der Prophezeihung" von Herbert W.Armstrong).

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