Was bedeutet Gnade?

7 Antworten

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Gnade bedeutet, wenn man jemandem freiwillig, also ohne dass man dazu gezwungen wäre, besonders zuvorkommend gegenübertritt. Wenn man zum Beispiel eigentlich jemanden bestrafen müsste/könnte, sich dann aber doch dagegen entscheidet und ihn stattdessen laufen lässt.

Besonders im Zusammenhang mit der Geschichte von Königreichen hört man oft, dasss ein König jemanden begnadigt und ihm die Freiheit geschenkt hat oder ihn nicht bestrafen ließ. Oder dass ein Caesar einem Gladiatoren Gnade gewährte und er nicht getötet wurde, sondern seine Freiheit erhielt.

Sehr richtig.

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Gnade kann immer nur von einem im Rang höheren Menschen gegenüber einem im Rang niederen ausgeübt werden. Im Regelfall werden wir behandelt entsprechend unserer Taten, d.h. wenn wir viel und gut gearbeitet haben, dann bekommen wir eine reichen Lohn. Wenn wir gegenüber einem Menschen hilfreich gehandelt haben, bekommen wir Dank und vielleicht ein Geschenk. Wenn wir umgekehrt in unserem Bemühen eine gute Arbeit abzuliefern, versagt haben, wenn wir gescheitert sind, dann wird der Lohn gering sein oder sogar ganz entfallen. Wenn der ranghohe Mensch, der uns in dieser Hinsicht beurteilen muss, nun erkennt, dass wir ohne einen ausreichenden Lohn völlig enttäuscht und kraftlos sein werden und das nächste Mal vielleicht wieder scheitern werden, dann wird er uns trotz des Versagens aus einer Geste der Gnade heraus doch einen Lohn geben. Diese Gabe aus Gnade ist damit in gewisser Weise ein Geschenk - mehr jedoch eine 'Belohnung auf die Hoffnung hin', dass wir uns künftig bezüglich der Gnade als würdig erweisen, d.h., dass wir letztlich doch versuchen werden, die als 'Vorschuss' gegebenen Werte im Nachhinein doch durch eine angemessene Leistung zu verdienen. Dabei kann die Gnadengabe auch einmalig als Überbrückungshilfe gesehen werden. Wir werden dann die aus der neu gewonnenen Kraft heraus geleistete Arbeit abermals voll vergütet bekommen. ---Schwierig wird die Sache, wenn eine ungute Handlung in ihrer Wirkung nicht mehr rückgängig zu machen ist. Dann kann auch eine nachträgliche Tat, den Schaden nicht mehr kompensieren. In diesem Fall sind wir auf eine Vergebung angewiesen, die immer ein Gnadenakt ist. Dahinter steht die altertümliche Forderung, dass ein Verursacher mit dem eigenen Leben für das unwiederbringliche Unrecht zu büßen hatte (nach dem Talionsprinzip: Auge um Auge). In der christlichen Religion hat die Gnade eine besondere Bedeutung, weil der Mensch vor der Bewertung Gottes immer schuldig werden wird, so sehr er sich auch Mühe gibt. Daher ist er grundsätzlich auf die Gnade und die Vergebung angewiesen. Da das Annehmen einer Gandengeste immer mit einer Demutsgebärde einhergeht, fällt es solchen Menschen besonders schwer eine Gnade anzunehmen, die ein sehr hohes Selbstwertgefühl haben. Für sie kann es schlimmer sein in Gnade etwas zu bekommen als sehenden Auges zu scheitern und damit große Nachteile in Kauf nehmen zu können.

sehr schöne Antwort, DH!

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@casamaria

Das sehe ich anders. Jeder kann "Gnade vor Recht" ergehen lassen.

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Gnade bedeutet, dass man einen verschont - also "Ich bitte um Gnade" oder "Verschont mich bitte" heißt eigentlich das gleiche.

Liebe Grüße

TheStyla (11 Jahre alt ;D)

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