Warum war Gregor Mendel ein Glückspilz?

2 Antworten

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Weil die Regeln streng genommen gar nicht gelten. Dies liegt an der Existenz eines zusätzlichen und sehr starken Mechanismus, der Cross-Over genannt wird. Er hatte insofern "Glück", als die "unabhängigen" Merkmale die er beobachtete bei der Erbse auf unterschiedlichen Chromosomen liegen.

Also hatte er Glück, in sofern, als dass kein Crossing-Over stattfand?

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@subotic1

ja, denn dann sähen die Gesetze etwas anders (komplizierter) aus.

Das Crossing-Over ist andererseits eine gute Methode um die Position eines Gens auf einem Chromosom zu bestimmen (Drosophila).

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Er hatte Glück bei der Wahl seiner Versuchsobjekte. Da Erbsen Selbstbefruchter sind, ist ihr Erbgut recht homozygot.

Mendel startete also mit homozygoten Ausgangslinien. Das ist eine Voraussetzung für die Uniformität der F1.

Merkmale können auf dem gleichen Chromosom liegen, dann werden sie gemeinsam weitergegeben. Das war bei seinen betrachteten Erbgängen nicht der Fall. So konnte er die Aufspaltung in einem bestimmten Verhältnis und die Unabhängigkeitsregel aufstellen. Wichtiger noch: Aus diesen Daten der Aufspaltung konnte er erst schließen, dass Merkmale in den Zellen doppelt vorkommen. Den Vorgang der Meiose kannte man noch nicht.

Er hat für seine Auswertungen statistische Methoden verwendet. Das hat aber nichts mit Glück zu tun. Er konnte seine Versuchsergebnisse nicht bei anderen Pflanzen bestätigen. Experimente mit Habichtskräutern waren ohne Ergebnis.

Ansonsten war er nicht wirklich ein Glückspilz, denn seine Forschungen wurde zu seinen Lebzeiten gar nicht in ihrer Bedeutung anerkannt.

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