warum tolerieren die deutschen mitbürger Ramadan nicht?

23 Antworten

Gruß Dich Lomau!

So ist das ganz und gar nicht. Jeder kann nach seiner Fasson selig werden und glauben was er will. Es ist nur eins zubeachten. Da religiöse Praktiken manchmal nicht mit der Gesellschaft kompatibel sind, wenn sie die gewachsene Ordnung durcheinander bringen, dann müssen die Praktiken modifiziert werden, damit sie kompatibel sind.

Religion steht nicht über unserer Gesellschaftsordnung sprich der Verfassung. Die ist hier Grundkonsens und deshalb gibt es genug zu kritisieren, wenn dieser nicht eingehalten wird und auf eigene Regeln, die außerhalb stehen, gepocht wird.

Außerdem sollte man das auch ein wenig aus gesundheitlichen Gründen betrachten. Ein Schwerarbeiter beispielsweise im Straßenbau, der in der Sonne und großer Hitze arbeiten muss und den Ramadan als Moslem einhalten will, der bekommt ganz sicher körperliche Probleme. Das ist nicht sinnvoll, denn es werden damit auf Kosten anderer eigene Vorteile herausgeholt. Das kann nicht sein und entspricht nicht unserem Werteverständnis.

Entscheidend ist dabei, das dieses Verständnis auf der Freiheit des Individuums basiert. Niemand darf als Einzelner die Gesellschaft dominieren und diese nicht den Einzelnen, wenn die Freiheit nicht gewährleistet wird. Die Freiheit hört da auf, wo diese beim Anderen beginnt, also eingeschränkt wird.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Wissenschftl. Buchstudium, Weiterbildung, Eigene Erfahrung

Wenn man ganz stur vorgehen würde, könnte man sagen dass ein muslimischer Arbeitnehmer, der aufgrund einer religiösen Vorschrift seine Arbeitsleistung vorsätzlich gefährdet, vertragswidrig handelt.

Es wird sicherlich sehr viele Arbeitgeber geben, die die Einhaltung des Ramadan tolerieren, solange der Mitarbeiter nicht seine Gesundheit und seine Arbeitsleistung gefährdet.

Auf der anderen Seite möchte der muslimische Mitarbeiter ja auch immer pünktlich sein Gehalt in voller Höhe auf dem Konto haben, dass ihm für die vertraglich vereinbarte Arbeitsleistung gezahlt wird.

Auf jeden Fall ist es das. Religionsfreiheit bedeutet nämlich nur, dass du dir frei aussuchen kannst, welcher Religion du angehören möchtest und dich niemand zwingen darf, einer Religionsgemeinschaft bei- oder auszutreten. Daneben hast du aber auch das Recht zur freien Religionsausübung, das dir gestattet, zu dem Gott, der dir am besten gefällt, zu beten, einen Gottesdienst zu feiern oder auf sonst einem Weg zu huldigen. Und wenn dich einer dabei stört, kannst du ihn anzeigen - denn das ist strafbar. Nicht mitinbegriffen in den dir gewährten Rechten ist jedoch das Handaufhalten nach noch mehr Freiheiten. Wer in unserem Land leben will, muss sich damit abfinden, dass religiöse Gepflogenheiten andere Lebensbereiche nicht berühren dürfen.

Wenn deine Arbeitsleistung aufgrund des Ramadan nachlässt, kann dein Arbeitgeber selbstverständlich darauf reagieren, dich deswegen tadeln - und sogar abmahnen, wenn du Fehler machst oder deine im Arbeitsvertrag festgahaltenen Leistungen nicht erbringst. Schließlich kann das Fasten Unkonzentriertheit und Erschöpfung verursachen - und in nicht wenigen Betrieben ist das verheerend und kann sowohl Ausstattung und Gerät, Produktion und Ware und schlimmstenfalls sogar das Leben der Arbeitskollegen gefährden. Wenn du als Arbeitnehmer hier auf dein Recht pochen möchtest, muss man dich dafür eigentlich ohrfeigen - denn du trittst die Rechte aller deiner Kollegen dabei mit Füßen und bringst sie möglichweise sogar in Lebensgefahr!

Der Arbeitgeber kann dir natürlich nicht verbieten zu fasten oder dir gebieten, etwas zu essen oder zu trinken - denn damit würde er wieder ein anderes Recht, nämlich das Recht zur freien Persönlichkeitsentfaltung berühren. Aber er kann deinen Arbeitsvertrag kündigen, wenn du mehrfach abgemahnt wurdest. Denn dieses Recht hat wiederum der Arbeitgeber.

Mein Vorschlag: Hebe dir genug Urlaubstage und Überstunden auf, die du dann in der Zeit des Ramadan nimmst, soweit das mit dem Arbeitgeber klargemacht werden kann. Ansonsten musst du dich entscheiden, was für dich im Leben wichtiger ist: Das Festhalten an religiösen Riten oder dein Beruf mit einem geregelten Einkommen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Studium der Geschichts- und Religionswissenschaften

Ja, auch im Ramadan gilt, wer schwere Arbeit verrichten muss, darf essen.

Das heißt im Klartext wenn du arbeitest und es nicht richtig hinbekommst musst du essen oder eben im Ramadan Urlaub machen, das ist im übrigen in Muslimischen Ländern nicht anders die haben da auch nicht alle einen Monat lang frei.

Dieses Thema wird ja in Permanenz und Penetranz immer erneut von islamischen Pressure-Groups und Interessenverbänden aufgetischt, und zwar nicht nur mit ihrer Forderung nach gesetzlichen islamischen Feiertagen in Deutschland. Dass in einen säkularen Kulturstaat derartige Forderungen auch auf heftige Kritik und Missbilligung stoßen, ist ja so unverständlich nicht. Es geht wahrlich nicht um Religionsfreiheit, die in DE nämlich mehr als großzügig gewährt wird, sondern es geht um Versuche, den säkularen öffentlichen Raum immer penetranter zu dominieren. Also um reine Machtfragen einer religiösen Minderheitsideologie, die sich selbst in ihren Heimatregionen durch Intoleranz auszeichnet.

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