Warum sind Schweizer/innen so kaltblütig?

9 Antworten

Nachdem ich in den vergangenen Jahrzehnten viel in der Schweiz gewesen bin und ständig mit Schweizern zu tun gehabt habe, kann ich der Aussage, daß "fast alle Schweizer meistens skeptisch oder sogar arrogant" sind, nur widersprechen. Vielmehr verhält es sich so, daß diese einen anderen Umgang miteinander als hierzulande pflegen, auf den man sich als Ausländer einzustellen hat. In der Schweiz geht man eben nicht so direkt aufeinander zu, wie dies hierzulande üblich ist, sondern ungemein höflich eher indirekt. Auch erweist es sich für den Umgang mit Schweizern als sehr hilfreich, wenn man in der deutschsprachigen Schweiz rasch den in den einzelnen Landesgegenden gebräuchlichen Dialekt verstehen lernt (bitte nicht als Ausländer versuchen, diesen auch sprechen zu wollen!) - in der französischsprachigen Schweiz sollte man fließend Französisch sprechen können.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Eine Hintergrundinformation: Nachdem ich meine Kindheit in einem wenige Kilometer von der Schweizergrenze entfernt gelegenen Hegaudorf verbracht habe, stimmt der damals dort noch gesprochene Dialekt mit dem Schaffhauser Dialekt nahezu überein; und diesen Dialekt habe ich derart verinnerlicht, daß ich auch heute noch in der Deutschschweiz - vom Wallis abgesehen - praktisch jeden Dialekt verstehe und mich an in der Schweiz im Dialekt geführten Gesprächen in meinem Hegau-Dialekt beteiligen kann, wodurch ich dort nicht als typischer "Deutscher" wahrgenommen werde.

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Wie hast du dich denn in den fünf Monaten versucht zu integrieren?

Zuerst einmal, bedenke dass die Schweiz kein kleines Deutschland ist. Die Mentalität ist eine andere. Ausserdem (ist meine Erfahrung) haben viele Leute im Erwachsenenalter schon ihren Kreis an Personen und haben nicht so das Bedürfnis, ihn aktiv zu erweitern.

Nach dem Motto "Wer einen Freund sucht, muss selber einer sein" rate ich dir, aktiv auf die Menschen zuzugehen (ohne dich anzubiedern). Geh in einen Verein. Und lass dir und den Einheimischen Zeit.

Hilfreich kann es auch sein, in sozialen Netzwerken nach anderen Menschen zu suchen, die noch niemanden kennen. So habe ich es in der Anfangszeit gemacht.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Diese allgemeine Frage beweist, dass Du dich in der Schweiz nicht auskennst. ,,Die Schweizer sind . . . . " ist in den meisten Fällen falsch. Jeder Kanton, oder bei großen Kantonen die verschiedenen Regionen, sind bezüglich Mentalität sehr verschieden. Im Kanton Aargau ist meine Erfahrung, dass die Aarauer aus der Hauptstadt eher verschlossen sind als die von Baden. Die Zürcher sind wieder anders usw. Freundliche Leute wirst Du mit der richtigen Einstellung überall in der Schweiz finden; nur ist es in gewissen Gegenden etwas schwieriger!

Der von Dir beschriebene Menschentyp wirst Du bevorzugt antreffen bei den ,,Chnebelgrinden" in den hinteren Tälern der Urkantone.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

kaltblütig ≠ skeptisch ≠ arrogant

Das Adjektiv "kaltblütig" bedeutet, in einer gefährlichen Lage kühlen Kopf zu bewahren und sich und andere mutig daraus zu befreien.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

ich wohne seit 7 Jahren hier in Württemberg. Die werden mich nie anerkennen. Ich bin eine Reingeschmeckte. Das ist regionsbedingt. Im übrigen sagt man, das Schweizer und Österreicher uns Deutsche nicht so mögen. Ob es wirklich so ist, kann ich nicht bezeugen.

Dagegen soll es im Ruhrgebiet und ganz oben an der Nordsee ganz anders sein. Bei Berlinern musst du mit der großen Schnauze rechnen. Da kann einem aber mal so richtig die Spucke weg bleiben. Aber sie meinen es ehrlich.

So hat jede Region seine Eigenheiten. Ändern kannst du es leider nicht. Vielleicht wird es mit der Zeit anders werden, wenn Sie merken wie nett du bist. Darfst dich aber nicht verbiegen.

Probier dich gut zu integrieren, wenn nicht im tiefsten Dorf wohnst geht das scho.

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