Warum Petzen viele Kinder?

8 Antworten

Jeder Mensch muss hin und wieder mit Eifersucht, Neid, mit Enttäuschung, mit Wut umgehen. Als Kind kann man das noch nicht so gut kompensieren wie (im Idealfall) als Erwachsener. Es sind Situationen mit denen ein Kind oft noch garnicht wirklich umgehen kann.

Also trägt das betroffene Kind dies dann entsprechend schnell zum nächsten verantwortlichen Erwachsenen. "X hat was Süßes dabei", "Y spickt in der Klassenarbeit", "A, B und C lassen mich nicht mitspielen", "D hat gesagt das meine Mama blöde ist".

Je nach Blickwinkel könnt man das dann als Hilfesuchen werten oder als "anschwärzen um den anderen zur Verantwortung zu ziehen" oder "anschwärzen um Gerechtigkeit walten zu lassen".

Weiterhin.... Kinder wachsen damit auf das sie die Wahrheit sagen sollen wenn sie sehen das ein Unrecht passiert. Wenn jemand stiehlt oder lügt oder jemand einem etwas böses antut. Sie bekommen beigebracht das sie dann einem vertrauten Erwachsenen Bescheid sagen sollen um Hilfe zu bekommen.

Und genau DAS wird dann beherzigt wenn ein Kind ein anderes Kind "verpetzt". Vor allem dann, wenn es eine Situation ist von der das Kind weiß "Das ist so nicht richtig".

Beispiel aus meiner Kindheit: A und ich hatten die Idee im Sandkasten des Spielplatzes ein Lagerfeuer zu machen. Klappte nur nicht so ganz (Wind, Nieselregen und nur Papiertaschentücher und ansonsten feuchte Rinde, feuchtes Gras als "Zündmaterial"). Ein Junge aus unserer Klasse sah uns dabei, lief nach Hause, verpetzte uns bei seiner Mutter. Diese rief die Mütter von A und mir an. Wir bekamen jeweils daheim Ärger. Damals fanden wir das doof. Heute muss ich sagen das dieser andere Junge aus unserer Klasse echt Mut bewiesen hatte und richtig handelte. Schließlich hätte sonstwas passieren können (wenn nur die äußeren Umstände etwas anders gewesen wären).

Jede einzelne Generation Kinder erlebt das Gleiche mit petzen und verpetzt werden, daraus lernen, für Gerechtigkeit einstehen, etc. Sie alle lernen mehr oder weniger daraus.

Hat viel damit zu tun, wie Erwachsene auf dieses Petzen reagieren.

Man kann Kindern durchaus beibringen.

Wenn man als Erzieher auf jedes Petzen anspringt und sofort als Erstes beginnt die “Übeltäter“ zu strafen oder auszuschimpfen, ist das selten eine schlaue Idee.

Meist ist es hilfreich auf das Petzen gelassen, nicht so zu reagieren, wie das petzende Kind erwartet hat. Sofern es sich um Lappalien handelt.

Natürlich ist es aber sehr wichtig Kinder lernen zu lassen, wann es gut ist etwas zu sagen und wann es besser ist, etwas für sich behält.

Ist ja nicht immer so einfach das zu unterscheiden.

Weil sie (noch) ein Gerechtigkeitsempfinden haben. Das wird später bei vielen durch eine egoistische, habgierige und materielle Gesellschaft in der wir leben "abtrainiert".

Kinder sind süchtig nach Anerkennung und Aufmerksamkeit. Wenn sie petzen bekommen sie häufig leider beides.

Sie haben gelernt, was falsch und richtig ist. Wenn etwas falsch ist, "stimmt die Welt nicht mehr", und das muss wieder zurecht gerückt werden.

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