Warum lügt die Kirche jedes Jahr?

22 Antworten

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1) "kein falsches Zeugnis ablegen" aus dem Dekalog bezieht sich auf (Zeugen-)Aussagen vor Gericht - eine Falschaussage kann den Ruin eines Menschen bedeuten!

2) "Sol Invictus" ("Die unbesiegte Sonne") wurde von den Römern am 25.12. - dazumal der Tag der Wintersonnenwende, also dann, wenn die "Finsternis" am größten war, begangen. Völlig logisch, denn von da an ist ja klar, dass die Sonne sich auch diesmal letztlich gegen die zunehmende Dunkelheit durchgesetzt hat und schon wieder nicht besiegt wurde...

3) Dass das westliche (römische) Christentum nun diesen Feiertag zum "Geburtstagsfest" von Jesus Christus, dem "Licht der Welt", das alles Dunkel besiegt, erklärte, ist einfach nur konsequent und für mich absolut nachvollziehbar.

Gefeiert wird ja eigentlich traditioneller Weise (und dramaturgisch zugespitzt) in der Mitte der Nacht vom 24. 12. (Heiliger Abend) zum 25.12. (Christtag) die "Christmette".

4) Wie der weit verbreitete "Irrglaube", Jesus wäre auch tatsächlich in der Nacht vom 24. auf den 25.12. geboren worden, in die Christenwelt gekommen ist, sowie der Umstand, dass das Datum auch nach der notwendig gewordenen Kalenderreform beibehalten wurde, ist mir selber ein Rätsel... Fakt ist jedenfalls, dass dadurch der unmittelbare und meines Erachtens auch wichtige Bezug zur Wintersonnenwende verloren gegangen ist.

5) Ich käme trotzdem nicht auf die Idee, die Kirche deshalb der "Lüge" zu bezichtigen. Wann genau und wo der historische Jesus als Licht der Welt selbiges erblicken durfte, ist im Grunde völlig belanglos - das sind Glaubens"Wahrheiten" und keine historischen Berichte.

Trotzdem wird jedes Jahr am 24.12 die Geburt Jesu gefeiert.

Das ist falsch. Da ist Heilig Abend. Die Geburt Jesu wird am Tag drauf gefeiert.

Jedem in der Kirche ist klar, dass Jesus nicht am 24.12 geboren wurde.

Jo, der 25. Dezember ist es mit einer Wahrscheinlichkeit von 364:1. Aber immerhin kann man dieses Datum bis ins dritte Jahrhundert zurück verfolgen, also warum nicht?

Am 24.12 wurde der römische Sonnengott Sol Invictus gefeiert.

Wenn ich das richtig sehe, ist die früheste Quelle dafür gerade mal.aus dem 12. Jhdt. Nicht besonders glaubwürdig.

Im Endeffekt wird als die Wintersonnenwende gefeiert.

Die ist am 21.12.

Die Christen haben das Datum einfach übernommen.

Nach einer Übernahme sieht es den Quellen zufolge nicht aus.

Das Datum lehnt sich ans jüdische Chanukkafest an.

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@BillyShears

Weil der Tempel wiederhergestellt wurde. Jesus stellt die Gemwinschaft mit Gott wieder her. Wie das Licht im Tempel wieder angezündet wurde, kam Jesus als das Licht in die Welt.

Interessant ist Joh. 19, 22. An Chanukka (dem 'Fest der Tempelweihe') gibt sich Jesus als der Christus zu erkennen.

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@RStroh
Jesus stellt die Gemwinschaft mit Gott wieder her

Wie passt das mit dem zerrissenen Vorhang zusammen?

Interessant ist Joh. 19, 22

"Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben." Joh 19,22

Weiß nicht was Du daran interessant findest.

An Chanukka (dem 'Fest der Tempelweihe') gibt sich Jesus als der Christus zu erkennen.

Warum feiern wir dann nicht am 18. Dezember und 8 Tage lang?

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@BillyShears

sorry, ein Tippfehler

Es war Winter. In Jerusalem feierte man das Fest der Tempelweihe.

Johannes 10:22 HFA

https://bible.com/bible/73/jhn.10.22.HFA

Chanukka wurde am 25. gefeiert.

Und ja, warum nicht 8 Tage lang.

25.12. , 26.12., Sonntag nach Weihnachten, 31.12. 1.1. und Epiphanias. Sind schon einige Feiertage in der Zeit 😃

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@BillyShears

Der 25. Kislew fällt heuer auf den.18. Dezember. Stimmt schon. Was ich meinte,bist der 25. des 'neunten Monats'. Darunter wurde im.m Julianischen Kalender der Dezember verstanden (wenn man den halben März nicht mitrechnet). Man hätte natürlich auch den November nehmen können, aber dann passts fast nie.

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@RStroh
Darunter wurde im.m Julianischen Kalender der Dezember verstanden

Das ist falsch. Zum Vergleich: Wann ist denn das Passahfest nach dem julianischen Kalender?

Und ja, warum nicht 8 Tage lang.

Bissl wenig Gemeinsamkeiten, oder?

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dass wir kein falsches Zeugnis ablegen

Das ist unvollständig.

Wie heißt es genau?

dass wir kein falsches Zeugnis wider deinen Nächsten ablegen.

Wider deinen Nächsten - das impliziert eindeutig, man soll nicht schwindeln, wenn damit jemand geschadet wird.

Das bedeutet jedoch im logischen Umkehrschluss, man kann schwindeln, soviel man will, soange niemand dadurch nachteile hat.

Und nun - wer hat denn bitte genau einen Nachteil davon, wenn Weihnachten am 24. 12 gefeiert wir statt z.B. dem 3 März?

Niemand.

Also, geht doch, kann man locker machen.

Neeee, wider deinem nächsten heißt nicht, dass es nur dann verboten ist, wenn jemandem geschadet wird. Das "wider" heißt in dem Zusammenhand so viel wie "gegenüber deinem nächsten". Abgesehen davon ist die Tatsache nicht aufrichtig zu sein schon ein Schaden für den Gegenüber, weil ich ihn nicht wertschätze und ihm nicht auf Augenhöhe begegne

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Die Sache mit dem "kein falsches Zeugnis ablegen" geht ja auch dich an. Niemand feiert am 24.12. die Geburt Jesu. Sein Geburtstag wird am 25. Dezember gefeiert, und man trifft sich bereits am Abend vorher.

Erstens. Zweitens weiß niemand das genaue Geburtsdatum. Wie kannst du da behaupten, dass es ausgerechnet der 24. Dezember nicht gewesen sein kann? Der römische Sonnengott, ja schön. Aber weil der Tag schon durch den Sol belegt war, muss sich Jesus zwingend einen anderen Tag zum Geborenwerden aussuchen? Nicht dein Ernst, oder?!

Drittens: Christen feiern die Tatsache, dass Gott als Mensch geboren wurde. Wenn man dieses Ereignis feiern möchte und das Datum - wie gesagt - unbekannt ist, muss man eben irgendein Datum wählen. Es hätte der 12. Mai oder der 4. Juli werden können. Nun ist es der 25. Dezember geworden. Die Chancen, dass man den tatsächlichen Geburtstag trifft, liegt bei 0,27% - egal, ob die Wahl auf den 12. Mai, den 4. Juli oder den 25. Dezember fällt.

Ich zitiere dazu mal aus dem Mitternachtsruf:

"Üblicherweise behaupten Kritiker, Weihnachten sei heidnischen Ursprungs, weil die Römer am 25. Dezember ihr Sonnenfest feierten. Und dieses Fest sei dann um das Jahr 313 herum mit Kaiser Konstantins Hinwendung zum Christentum einfach christianisiert worden.

Auf der Webseite The Cripplegate zeigt der Kirchenhistoriker Nathan Busenitz allerdings: Kaiser Aurelius machte erst im Jahre 274 den Sonnenkult zu einem römischen Staatsfest.

Doch unabhängig davon kursierten schon mindestens 80 Jahre vorher in der Gemeinde zwei Daten, die als Geburtstag des Herrn vermutet wurden: Im Osten ging Clemens von Alexandria vom 6. Januar aus und im Westen meinte Hippolyt von Rom, es sei der 25. Dezember gewesen. Das Datum steht somit weder mit einem römischen Feiertag noch mit deren Christianisierung in Verbindung.

Hippolyt, der sowohl zu Aurelius’ als auch zu Konstantins Zeiten schon lange tot war, hatte andere theologische Gründe für seine Annahme: Er glaubte, dass der 25. März der erste Tag der Schöpfung gewesen sei. Aufgrund dessen spekulierte er, dass Jesus an diesem Tag auch in der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Er rechnete neun Monate hinzu, und, voilà, so kam er auf den 25. Dezember als Gedächtnistag der Geburt Jesu."

Man kann also nicht sagen, wann Jesus genau geboren wurde.

Aber mit einem römischen Feiertag steht der 24./25. Dezember anscheinend dann doch nicht in Verbindung.

Was bleibt, ist eine Festzeit, in der man sich an die Geburt Jesu erinnert. Das ist doch eine gute Sache.

Wenn man dabei noch im Hinterkopf hat, dass es auf den genauen Tag dabei gar nicht ankommt, denn die Bibel überliefert den exakten Tag der Geburt Jesu einfach nicht, ist das auch gut. Vielleicht kommt es auf den Tag gar nicht an...

Wer Weihnachten nicht feiern möchte, ist diesbezüglich natürlich auch völlig frei:

  • "Dieser hält einen Tag höher als den anderen, jener hält alle Tage gleich; jeder sei seiner Meinung gewiss! Wer auf den Tag achtet, der achtet darauf für den Herrn, und wer nicht auf den Tag achtet, der achtet nicht darauf für den Herrn" (Römer 14,5-6a).
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@Rosenkranzbeter

Hättest du diesen Text zitiert, hätte ich das auch mit "Daumen hoch" bewertet.

Entscheidend ist, dass es zu stimmen scheint, dass das Weihnachtsdatum eben gerade nicht auf einen römischen Feiertag ausgerichtet wurde, sondern auf andere Weise zustande kam.

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@chrisbyrd

Es gibt auch katholische Quellen, die historisch beweisen, dass Weihnachten nichts mit Sol Invictus zu tun hat. Doch katholische Ausführungen dazu haette niemand mit einem Daumen hoch gewürdigt.

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@Rosenkranzbeter

Es gibt einige Katholiken hier, die sofort auf Daumen hoch geklickt hätten.

Hätte ich prüfen können, dass diese Quellen richtig wären, hätte ich auch auf Daumen hoch geklickt. Ich habe schon häufiger Antworten von Katholiken positiv bewertet.

Entscheidend ist für mich, ob Antworten mit der Bibel oder wie in diesem Fall mit der Historie übereinstimmen.

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Auf der Webseite The Cripplegate zeigt der Kirchenhistoriker Nathan Busenitz allerdings: Kaiser Aurelius machte erst im Jahre 274 den Sonnenkult zu einem römischen Staatsfest.
Doch unabhängig davon kursierten schon mindestens 80 Jahre vorher in der Gemeinde zwei Daten, die als Geburtstag des Herrn

Die Vermutung legt nahe dass die heidnische römische Herrscher versucht haben den Christlichen gebräuchlichen Feiertag zu überdecken mit der Einführung des Sonnenkults welcher am selben Tag gefeiert werden sollte… es war ein Kampf gegen das sich stark verbreitenden Christentum im Römischen Reich.

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