Wie läuft ein typischer Sonntagsgottesdienst ab? - evangelische und in der katholische Kirche

10 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich versuche mal für dich eine katholische Messfeier zu beschreiben.

Vorweg: Die Messe ist nicht einfach ein Ablauf, den die Kirche sich ausgedacht hat, sondern sie stellt ein wechselseitiges Geschehen dar: zwischen Priester und Gläubigen, zwischen Gott und den Menschen. Alleine geht es nicht, denn die ganze Messe stellt eine Beziehung dar, die dem Menschen und Gott dienen soll. Wir dienen uns also gegenseitig.

  • Einzug: Der Priester und die Messdiener ziehen zu Messbeginn in die Kirche ein und machen vor dem Altar eine Kniebeuge, währenddessen singt die Gemeinde ein Lied. Danach gehen die Messdiener auf ihre Plätze, der Pfarrer begrüsst den Altar mit einem Altarkuss und geht dann auf seinen Platz.

  • Kreuzzeichen: Nach dem Lied begrüsst der Pfarrer die Gemeinde und alle zusammen beginnen mit dem Kreuzzeichen, erst dann beginnt wirklich die Messe.

  • Kyrie: Danach wird das Kyrie von Pfarrer und Gemeinde im Wechsel gesungen oder gesprochen. Kyrie eleison heißt übersetzt "Herr, erbarme dich". Das Kyrie richtet sich an Jesus Christus

(wenn früher die "Herren" Könige in Städte einzogen, wurden sie vom Volk feierlich begrüßt. Das Volk forderte aber auch von ihren Herren, dass sie sich ihnen gegenüber großzügig verhalten sollten: Dieses Begrüßungsritual wurde von den Christen übernommen. Ihr Herr war Jesus Christus, nur diesen redeten sie als Herr an. Die Begrüßung erinnert auch an den Palmsonntag als Jesus in Jerusalem einzog und feierlich begrüsst wurde)

Es ist ein dreimaliger Ruf / Lobpreis auf den die Gemeinde mit Kyrie eleison / Christe eleison / Kyrie eleison oder auf deutsch Herr, erbarme dich / Christus, erbarme dich / Herr, erbarme dich antwortet

  • Gloria: Zum Lob Gottes wird von der ganzen Gemeinde das Gloria gesungen. Dieser Gesang soll an das Lob der Engel (himmlischen Herrscharen) erinnern, wie es zum Beispiel in der Weihnachtsnacht die Hirten auf dem Feld hörten. Das Gloria wird nur an den Sonntagen, nicht aber an den Messen an Wochentagen gesungen. In den jährlichen Busszeiten (Advent + Fastenzeit) erklingt es selbst Sonntags nicht.

  • Tagesgebet: Der Pfarrer spricht ein entsprechendes Gebet, das die Anliegen des Tages beinhaltet und sich auch auf die Bibeltexte des Tages beziehen kann).

  • Lesung: Ein Mitglied der Gemeinde trägt nun eine Stück aus der Bibel vor (der Lektor). An "normalen" Sonntagen können es ein oder zwei Lesungen sein, an Festtagen wesentlich mehr. Zwischen den Lesungen singt die Gemeinde Lieder. Lesungen können aus dem alten, aber auch dem neuen Testament sein. In jeder Gemeinde richten sich die Lesungen nach einer allgemeingültigen Leseordnung (in jeder Gemeinde kann man also die gleichen Bibelstellen hören).

  • Evangelium: Der Pfarrer liest das Evangelium ( Bibeltext aus dem neuen Testament) des Tages vor. Vor und nach dem Evangelium kann die Gemeinde ein Hallelujalied singen.

  • Predigt: Nun folgt die Auslegung der Schrift. Der Pfarrer deutet die soeben gehörten Bibeltexte oder spricht über andere, aktuelle Situationen und deutet sie religiös. Wenn nicht der Pfarrer oder ein anderer Geweihter (z.B. Diakon) dies tun, kann ein Gemeindemitglied ein Glaubenszeugnis geben. Gemeinde- oder Pastoralreferenten halten stattdessen manchmal auch eine Statio. Diese darf aber nicht nach der Predigt statt finden, sondern ganz zu Beginn des Gottesdienstes oder nach der Eucharistiefeier)

  • Credo: Credo heisst übersetzt "Ich glaube" und bezeichnet das Glaubensbekenntnis. Die Gemeinde spricht also gemeinsam dieses Gebet oder singt ein Lied mit entsprechendem Inhalt.

  • Fürbitten: Während der Messe beten die Gemeindemitglieder nicht nur an sich, sondern sie beten für die Anliegen aller Menschen. Das geschieht (nicht nur, aber ausdrücklich) in den Fürbitten. Der Pfarrer liest Anfang und Schluss, der Lektor liest die einzelnen Bitten. Jede Bitte beendet die ganze Gemeinde z.B. mit "Wir bitten dich erhöre uns." oder "Christus, höre uns."

  • Gabenbereitung: Die Messdiener bringen dem Pfarrer alles zum Altar, was er für die Eucharistiefeier braucht (Wein, Wasser, Hostien) und hilft dem Pfarrer bei der Handwaschung. Der Pfarrer spricht dabei leise Gebete. Die Gemeinde singt.

  • Präfation: Nun beginnt das eucharistische Hochgebet. Der Pfarrer spricht oder singt ein Gebet, welches uns das Geheimnis, das wir gemeinsam feiern, erläutert und erklärt.

  • Sanctus: Die Gemeinde antwortet mit dem Sanctus (deutsch: heilig). Dieses Lied drückt das große Erstaunen der Menschen gegenüber dieses Geheimnisses aus.

  • Hochgebet: Jetzt sind wir beim Höhepunkt der Messe. Hier handelt im Grunde nicht mehr der Priester, sondern Gott selber. Der Priester spricht im Auftrag Gottes die Wandlungsworte. Die Worte, die damals Jesus selber an Gründonnertag gesprochen hat. Der Pfarrer hält den Leib Christi und sein Blut hoch, so dass alle es sehen können, die Messdiener schellen mit Glocken. Das ist einfach nicht zu erklären, denn äußerlich ändert sich nichts und dennoch... Auch wir Christen wissen das, deshalb sprechen wir miteinander das "Geheimnis des Glaubens"

  • Vater Unser: Wir sind eine große Gemeinschaft: Alle Christen der Welt, zu allen Zeiten. Und Gott ist unser Vater. Wir sprechen gemeinsam das Gebet, das Jesus uns gelehrt hat.

  • Friedensgruss: So nahe an Gott, so nahe mit allen anderen Christen - da kann man sich gegenseitig nicht böse sein, sich nur das Beste ersehnen und so wünschen wir uns gegenseitig den Frieden.

  • Kommunionausteilung: Danach bricht der Pfarrer in Stille das Brot. Hier braucht es keine Worte, nur dieses Zeichen. Jesus Christus opfert sich für uns. Die Gemeinde bestätigt mit dem Gebet oder Lied "Lamm Gottes" (Agnus Dei). Der Pfarrer kommuniziert zusammen mit den Messdienern und Kommunionhelfern Brot und Wein (nicht die Kleinen), danach wird der Leib Christi an die ganze Gemeinde ausgeteilt.

  • Danklied: Die Gemeinde singt aus Freude und Dank.

  • Schlussgebet: Der Pfarrer spricht ein abschliessendes Gebet.

  • Segen: Damit wir gestärkt in unseren Alltag zurückkehren, spricht der Pfarrer den Segen über die Gemeinde. Wir sollen gesegnet sein und erhalten gleichzeitig einen Auftrag: diesen Frieden, diese Botschaft, die wir erfahren durften hinaus in die Welt zu tragen - durch Worte und Taten. Alle enden mit dem Kreuzzeichen

  • Auszug und Schlusslied: Pfarrer und Messdiener machen vor dem Altar eine Kniebeuge und ziehen zurück in die Sakristei, während die Gemeinde ein letztes Lied singt.

hier mal die liturgie von unseren evangelischen kirchengemeinde:

Pfr.Begrüßung:Im Namen des Vaters und des sohnes und des heiligen geistes.

Gemeinde:Armen

  1. Lied

Eingangspsalm im Wechsel: Schlusssatz:Kommt ,lasst uns anbeten. Gemeinde:(Singen) Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang jetzt und immer da von ewigkeit zu ewigkeit armen Pfr. : Kyrie endet mit Herr erbarme dich Gemeinde:(Singen) Herr erbarme dich, Christi erbarme dich, Herr erbarm dich über uns Pfr: Gloria endet mit Lobsinget dem herren und erhebet seinen namen Gemeinde:(SINGEN) Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erdenfried , den Menchen ein Wohlgefallen. Pfr: Der Herr sei mit euch Gemeinde:(Singen) Und mit deinem Geiste. Pfr: Kollektengebet , endet mit von Ewigkeit zu Ewigkeit armen. Gemeinde ( singen):Amen Pfr: Lesung aus dem neuen testament oder evangelium endet mit Halleluja Gemeinde(SINGEN) : Halleluja halleluja halleluja Alle: Glaubensbekenntnis [Aufstehen) Alle 2. Lied Pfr. : Predigt Pfr. : Fürbitten (aufstehen) Alle 3. Lied Alle Vater Unser (Aufstehen) Pfr: Abkündigungen ( Aufstehen wenn einem Verstorbenen Gedacht wird ) Pfr: Segen ( Auftstehen) Alle : Amen

orgel

Fertig

In einer Freien Evangelischen Gemeinde ist der Ablauf also ziemlich egal hehe. Unser ist etwa so:
1. Moderatorin begrüsst alle

2. Worship-Band spielt ein paar Lieder

3. Predigt beginnt (kein Pastor)

4. nochmals Worship-Lieder

5. Moderatorin betet oder liest Segensspruch

6. Band spielt noch ein bisschen weiter.

Also so ist das etwa bei uns :) ist aber in jeder Gemeinde wieder verschieden.

Wenn du katholisch sein solltest, müsstest du wissen, dass die Pflicht zum Sonntagsgottesdienst besteht.

Aber zum 100sten Mal:

Katholisch: Priester steht am Altar zum Volk hin, Lesung, Evangelium, Fürbitten erfolgen am Ambo, ebenso die Predigt, Kanzel wird nicht mehr benutzt. Wortgottesdienst mit Schuldbekenntnis, Kyrie, Gloria, Lesungen, Evangelium, Predigt, Fürbitten, Gabenbereitung, Opferung,Hochgebet mit Wandlung,Vater unser,Friedensgebet, Agnus Dei, Kommunionspendung, Dank, Entlassung

Der kath. Gottesdienst heißt Hl. Messe, Messopfer, Eucharistiefeier. Das Messopfer wird als unblutige Erneuerung des Kreuzesopfers Jesu Christi gesehen. Bei der Wandlung werden Brot und Wein in den wahren Leib und das Blut Jesu Christi verwandelt. Diese Wesensverwandlung nennt man Transsubstantiation. Die Eucharistie wird im Tabernakel aufbewahrt und angebetet.

Evangelisch: Meist nur Wortgottesdienst mit Predigt und an einigen Sonntagen mit Abendmahl Da ich katholisch bin, kenne ich den genauen Ablauf nicht.

wieso besteht denn die pflicht zum sonntagsgottesdienst bei den katholiken???

0

In der nachkonziliären kath. Kirche ist es so, wie von dir beschrieben.

0

Wenn du dich dafür interessierst, kannst du wohl ganz einfach einmal einem katholischen und einem evangelischen Gottesdienst beiwohnen. So wie ich es verstehe, ist man an Gast-Teilnehmern interessiert, auch wenn diese der Kirche nicht angehören und an den Sakramenten nicht teilnehmen. Um sicher keinen Fehler zu machen, kannst du dich darüber vorgängig bei der Kirchgemeinde oder der Pfarrei erkundigen.

Was möchtest Du wissen?