Warum ließen Juden sich taufen-so im 19. Jahrhundert?

3 Antworten

Teilweise konnte man ohne Taufschein gewisse Positionen nicht erlangen, z.B. Gustav Maler liess sich taufen, um Direktor der Wiener Staatsoper werden zu können, ohne hätte man ihn nicht lassen. Und so gab es alle möglichen Jobs, zu denen man als Nicht-Christ keinen Zugang hatte.

Du musst denken, dass es damals bürgerliche Rechte im heutigen Sinn, mit Gleichberechtigung und Diskriminierungsverbot noch nicht gab.

Allerdings gibt es auch heute noch in Deutschland Bereiche, wo weiterhin nach Religion diskriminiert werden darf, nämlich in Einrichtungen, die religiösen Institutionen gehören, auch wenn die Religion für die ausübung des Berufes nicht relevant ist. d.h. es ist verständlich, dass man Christ/getauft sein muss, um Pfarrer zu werden, denn seine Aufgabe ist es ja, die christliche Religion zu verbreiten, und das wäre nicht glaubwürdig, wenn er ihr selber nicht angehören würde. Aber in Deutschland ist es auch erlaubt, dass von Pflegern in christlichen Altersheimen oder Ärzten in christlichen Krankenhäusern verlangt wird, dass sie Christen sind, obwohl die Religion mit ihrer Berufsausübung nichts zu tun hat.

Das finde ich bis heute sehr eigenartig, was bürgerliche Rechte betrifft...

Hallo, ich vermute mal, da die Juden direkt bzw. auch direkt verfolgt wurden, wollten sie ihre Identität nicht preisgeben und stellten sich als Christen da. Ein anderer Grund kann auch sein, da die Juden als Geldmacher bekannt waren, wollten man dieser ethnischen Gruppe an den Kragen.
Hoffe das hilft dir.
Grüße

1. Bevor in allen europäischen Staaten die Juden rechtlich gleichberechtigt wurden, waren viele Berufe und Ämter für Juden verschlossen.

2. Viele Juden wollten sich seit der Zeit der Aufklärung vollständig assimilieren, weil ihre Beziehung zu ihrer Religion sich lockerte. Koschere Vorschriften und andere jüdische Regeln wie die Beschneidung kamen ihnen "unaufgeklärter" vor als das Christentum.

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