Warum ist das Symbol für Blindheit durch drei schwarze Punkte auf gelber Binde beziehungsweise Untergrund dargestellt?

8 Antworten

Die gelbe Armbinde mit den drei im Dreieck angeordneten schwarzen Punkten war seit Jahrzehnten als Verkehrsschutzzeichen für sehbehinderte und blinde Menschen in Österreich und in geringerem Ausmaß in den angrenzenden deutschsprachigen Ländern gebräuchlich. Die traditionelle Anordnung der Punkte und die damit verbundene Zuordnung des Trägers "zwei Punkte oben, ein Punkt unten" = "sehbehindert oder blind", die umgekehrte Anordnung der Punkte "ein Punkt oben, zwei Punkte unten" = "hörbehindert oder gehörlos" ist - soweit bisher recherchierbar - in keinem Regelwerk neueren Datums festgeschrieben.

Bereits seit längerer Zeit bestand der Wunsch von zahlreichen sehbehinderten und blinden Menschen in Österreich, eine Armbinde in neuem Design und modernen Stoffqualitäten zu entwickeln, die auch bei Dunkelheit besser erkennbar ist. Zugleich sollten die stigmatisierenden drei schwarzen Punkte durch ein anderes, eindeutiges und international möglichst gleichartiges Symbol ersetzt werden.

Vor allem in Südwesteuropa wurde seit einiger Zeit als Symbol für sehbehinderte und blinde Menschen ein "Mensch mit Langstock" verwendet.

http://kremser.wonne.cc/strassenverkehr/armbinde.html

Durch die drei Punkte und die Farbgestaltung ist die Binde schon aus größerer Entfernung als Blindenbinde zu erkennen und man kann im Straßenverkehr entsprechend darauf reagieren.

Das Tragen der Binde ist bis heute im Straßenverkehr Vorschrift für Blinde ohne Begleitperson und gilt auch als Verkehrszeichen.

Woher weißt du sowas alles???

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@Lola60

@Lola60, Bildung und Erfahrung nennt man das.

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§ 2 Abs. 2 Straßenverkehrszulassungsordnung hat das früher einmal geregelt, dass körperlich Behinderte ihr Leiden durch gelbe Armbinden an beiden Armenmit drei schwarzen Punkten kenntlich machen können. Die Abzechen mussten sogar von der zuständigen örtlichen Behörde abgestempelt, also genehmigt werden. Größe der Abzeichen (min 125 * 125 mm) und der Punkte (min 50mm)waren vorgeschrieben. Die Vorschrift ist allerdings aufgehoben. Wann konnte ich nicht herausfinden. An eine "bis heute bestehende Pflicht" zum Tragen der Armbinde glaube ich nicht, die gab es nicht einmal nach der alten StVZO.

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@vollyhn

vollyhn, habe auch noch mal geforscht. Das Verkehrszeichen ist wohl in der StVO nicht festgeschrieben.

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Erstens ist die gelbe Armbinde kein Verkehrszeichen sondern ein Verkehrsschutzzeichen und das Tragen ist nicht in der Straßenverkehrsordnung geregelt sondern in der Fahrerlaubnisordnung.

Siehe auch http://www.fakoo.de/braille.html#kennzeichen

Zweitens sollen behinderte Menschen damit nicht ihre Leiden kennzeichnen sondern darauf hinweisen, dass sie als Person möglicherweise eine Gefahr im Straßenverkehr darstellen.

Drittens ist die gelbe Armbinde mit den drei schwarzen Punkten nicht nur für Blinde sondern für alle Behinderungen nutzbar (Behinderten-Armbinde).

Man wird es wohl glauben, aber die Sehenden nehmen als erster Leuchtfarben (gelb) wahr. Dadurch signalisiert diese Farbe Achtung! Die Punkte zwei oben eines unten bedeuten ebenfalls Achtung. (Warndreieck) Es ist also nur rein psychologisch gegenüber den Sehenden aber nicht den Seh behinderten zugedacht.

Teilweise wird auch vermutet, dass die drei Punkte auf die Brailleschrift hindeuten, scheint aber nirgends wirklich bestätigt. Hier eine Diskussion aus einem anderen Forum: http://www.wer-weiss-was.de/theme7/article2668703.html

Und etwas aus Österreich, dort jetzt ohne Punkte: http://www.derdurchblick.at/durchgeblickt/wissenswert/57

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