Warum ist das Mittelalter letzterzeit so beliebt?

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10 Antworten

Ist es gar nicht. Niemand hört Mittelaltermusik. Das was man als solche bezeichnet sind eigene Genres (Marktmusik/Mittelalterrock), hat aber mit Mittelalter nichts zu tun zu haben.

Es ist also kein tatsächliches Interesse am Mittelalter.

Und diese romantisierende Rückbesinnung ist nichts neues. Folk-Revival, Jugendbewegung, Romantik... hatten auch eine Belebung des Interesses an vermeintlicher oder echter älterer Musik an sich.

Im frühen 18. Jahrhundert zogen französische Adlige im Zuge der "Schäfermode" kostümiert ins Grüne. Haben sich außerdem altertümliche, "bäurische" Instrumente bauen lassen, nur etwas verfeinert und an die neuere Musik angepasst (Dudelsäcke, Drehleiern).... hm. Klingt irgendwie wie....

Es ist also nicht in letzter Zeit so :-). Es hat nur andere Formen gefunden.

Das Mittelalter ist so beliebt, weil die meisten Menschen, die sich dafür begeistern, überhaupt nicht wissen (wollen), wie das Leben im Mittelalter gewesen ist.

Was den Menschen als sog. "Mittelalter" präsentiert wird, ist das Vorspielen einer angeblich romantischen Zeit zu kommerziellen Zwecken - Essen und Trinken steht oft im Mittelpunkt. Selbst die Musik hat wenig mit dem Mittelalter zu tun, kommt aber dem modernen Geschmack entgegen.

Durch die Volksfestatmosphäre, die kulinarischen Angebote, die vermeintliche Zurückversetzung in eine ferne Vergangenheit und scheinbare "heile Welt" sowie die Durchführung solcher Veranstaltungen an geeigneten Orten - alten Stadtkernen, an Stadtmauern, in Burgen/Schlössern - erfreuen sich "Mittelalterveranstaltungen" großer Beliebtheit.

MfG

Arnold

Aus verklaerter Romantik heraus. Die Burgen oben auf dem Berg, unten ein Fluss und wenn man dann noch einen Schoppen Wein dabei hat, dann ist es ganz aus. Minnegesang und Burgfraeulein's stehen auch hoch im Kurs. Wenn das Leben so waere, damals, dann haette man das Ideale gehabt.

Aber, die Arbeitsbedingungen, Kriege, mehr wie Heute, Krankheiten, die aus Unwissenheit der damaligen Zeit wie ein Rasenmaeher wueteten. Da brauchte noch nicht einmal die Pest oder Cholera ausbrechen.

Die Spanne zwischen arm und reich war auch sehr gross, dass Leute verhungerten war kein Einzelfall. Also, die gute alte Zeit ist alles Ansichtssache und somit ein Maerchen.

In den Vorstellungen vieler Menschen war das Mittelalter eine sehr romantische Zeit. Allerdings beruhen diese Vorstellungen eher auf Märchen als auf Fakten.

Im Leben der einfachen Bürger gab es sicher nur wenig Positives. Sie mussten täglich 14 bis 15 Stunden arbeiten, waren der Willkür der Oberschicht ausgeliefert und konnten ganz schnell auf dem Scheiterhaufen landen, wenn sie die verkehrte Haarfarbe hatten oder etwas sagten oder lasen, was mit dem einzig wahren Glauben nicht vereinbar war.

LG

Grobbeldopp 28.02.2017, 04:35

Sie mussten täglich 14 bis 15 Stunden arbeiten, waren der Willkür der Oberschicht ausgeliefert und konnten ganz schnell auf dem Scheiterhaufen landen, wenn sie die verkehrte Haarfarbe hatten oder etwas sagten oder lasen, was mit dem einzig wahren Glauben nicht vereinbar war.

Ist das nicht bloß die dunkle Seite der romantischen Verklärung?

Also 14-15 Stunden arbeiten kenne ich eher aus der frühen Industrialisierung und nicht vom Bürgertum irgendeiner Zeit.

Und die Hexenverbrennungen sind überwiegend ein Phänomen der Neuzeit.

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Und es ist nicht so, dass diese Begeisterung temporär ist. Schon früher waren die Menschen von Mittelalter fasziniert. So hat z.b. der bayrische König Ludwig II. als er Schlossneuschwanstein gebaut hat, sich romantisierte Märchenschlösser aus dem Mittelalter zum Vorbild genommen, die es so nie gab. Das Vorbild war die Wartburg. Aus heutiger Sicht ähnelt Neuschwanstein mehr dem Disneyschloss als einer Burg/Schloss aus dem Mittelalter. 

Das gleiche trifft auf Burg Hohenzollern zu. Die heutige Burg ist schon die dritte Burg. Die beiden Burgen davor wurden zerstört. Schon Mitte 19. Jahrhundert waren die Schwaben geschäftstüchtig. Das Schloss wurde schon damals so angelegt, dass es einen privaten Wohnteil gab, aber auch einen sehr großen öffentlichen Teil, da man davon ausgegangen ist, dass in der Zukunft viele (zahlende) Gäste kommen werden.

Auch in den Kriegen zwischen Frankreich und Deutschland wurden immer wieder Mittelalterfiguren als Volkshelden den einfachen Menschen dargestellt. Auf der französischen Seite Karl der Große(Franke) und auf der deutschen Seite Widukind.

Frag ich mich auch. Das Mittelalter war eine grauenvolle Epoche, in der Du wahlweise Krankheiten, Kriegen oder adliger bzw. religiöser Willkür ausgesetzt warst. Wenn Du nicht dem Adel angehört hast war Dein Platz in der Gesellschaft von Beginn an festgelegt, und Du konntest nicht viel tun, um Deine Persönlichkeit zu entfalten oder Deine Träume zu verfolgen wie heute.

Im Winter musstest Du hart schuften um nicht zu erfrieren oder zu verhungern. In den warmen Jahreszeiten bist Du von morgens bis abends nur mit arbeiten beschäftigt, damit Dir der lokale Fürst den Grossteil Deiner Einnahmen als Steuern abnehmen konnte. Und wenn Du einmal nicht gespurt hast, Dich gegen Kirche oder Lehnsherrn aufgelehnt hast, warst Du ganz schnell im Kerker und nicht mehr gesehen. Mord, Raub und Vergewaltigung waren nicht nur an der Tagesordnung, sie wurden auch kaum verfolgt oder aufgeklärt.

Ich bin froh, in modernen und aufgeklärten Zeiten zu leben. Diese Romantisierung des Mittelalters, wie es heute auf Mittelaltermärkten betrieben wird, hat mit den tatsächlichen, armseligen Lebensbedingungen damals nichts zu tun.

MrBurner107 27.02.2017, 21:35

Genauso ist bzw war es! :)

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Nicht nur in letzter Zeit. Es gibt seit Jahren viel Festivals, wo die Musik gespielt wird und Gegenstände verkauft werden.

Die Leute zieht dieses romantische am Mittelalter an.

Die Vorstellung von edlen Rittern die Prinzessinen aus vor Drachen bewachten Türmen retten, die ausschweifenden Feste und sowas. 

Wobei man natürlich erwähnen muss, dass das Leben im Mittelalter alles andere als einfach oder angenehm 

Das mittelalter war nicht nur duester und dreckig, sonder es gab auch enorme neue Erungenschaften und ERkenntnisse wie in allen Epochen davor und danach. Leider ist ein gehörig Maß anWissen immerwieder verloren gegangen durch Kriege und Verfolgung..

hierzu findei chgibts auchein schoenes Buch das sich wiefolgt nennt:

Das Mittelalter aufder Nase

dawirdeiniges aufgelistet was damals erfunden wurde und uns heute noch gute Dienste leistet. z.b. eben auch die Brille ...unddas die WElt eine Kugel ist und keine SCheibe wusste die im Mittelalter auch schon...





wegen saltatio mortis =>

 - (Musik, Geschichte, Mittelalter)

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