Warum ist das Mittelalter letzterzeit so beliebt?

10 Antworten

Aus verklaerter Romantik heraus. Die Burgen oben auf dem Berg, unten ein Fluss und wenn man dann noch einen Schoppen Wein dabei hat, dann ist es ganz aus. Minnegesang und Burgfraeulein's stehen auch hoch im Kurs. Wenn das Leben so waere, damals, dann haette man das Ideale gehabt.

Aber, die Arbeitsbedingungen, Kriege, mehr wie Heute, Krankheiten, die aus Unwissenheit der damaligen Zeit wie ein Rasenmaeher wueteten. Da brauchte noch nicht einmal die Pest oder Cholera ausbrechen.

Die Spanne zwischen arm und reich war auch sehr gross, dass Leute verhungerten war kein Einzelfall. Also, die gute alte Zeit ist alles Ansichtssache und somit ein Maerchen.

Frag ich mich auch. Das Mittelalter war eine grauenvolle Epoche, in der Du wahlweise Krankheiten, Kriegen oder adliger bzw. religiöser Willkür ausgesetzt warst. Wenn Du nicht dem Adel angehört hast war Dein Platz in der Gesellschaft von Beginn an festgelegt, und Du konntest nicht viel tun, um Deine Persönlichkeit zu entfalten oder Deine Träume zu verfolgen wie heute.

Im Winter musstest Du hart schuften um nicht zu erfrieren oder zu verhungern. In den warmen Jahreszeiten bist Du von morgens bis abends nur mit arbeiten beschäftigt, damit Dir der lokale Fürst den Grossteil Deiner Einnahmen als Steuern abnehmen konnte. Und wenn Du einmal nicht gespurt hast, Dich gegen Kirche oder Lehnsherrn aufgelehnt hast, warst Du ganz schnell im Kerker und nicht mehr gesehen. Mord, Raub und Vergewaltigung waren nicht nur an der Tagesordnung, sie wurden auch kaum verfolgt oder aufgeklärt.

Ich bin froh, in modernen und aufgeklärten Zeiten zu leben. Diese Romantisierung des Mittelalters, wie es heute auf Mittelaltermärkten betrieben wird, hat mit den tatsächlichen, armseligen Lebensbedingungen damals nichts zu tun.

Genauso ist bzw war es! :)

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Ist es gar nicht. Niemand hört Mittelaltermusik. Das was man als solche bezeichnet sind eigene Genres (Marktmusik/Mittelalterrock), hat aber mit Mittelalter nichts zu tun zu haben.

Es ist also kein tatsächliches Interesse am Mittelalter.

Und diese romantisierende Rückbesinnung ist nichts neues. Folk-Revival, Jugendbewegung, Romantik... hatten auch eine Belebung des Interesses an vermeintlicher oder echter älterer Musik an sich.

Im frühen 18. Jahrhundert zogen französische Adlige im Zuge der "Schäfermode" kostümiert ins Grüne. Haben sich außerdem altertümliche, "bäurische" Instrumente bauen lassen, nur etwas verfeinert und an die neuere Musik angepasst (Dudelsäcke, Drehleiern).... hm. Klingt irgendwie wie....

Es ist also nicht in letzter Zeit so :-). Es hat nur andere Formen gefunden.

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