warum hat wasser eine siedetemperatur von 100 Grad und H2S nur eine Siedetemperatur von -60 Grad?

1 Antwort

Ultimativ : Aufgrund der chemischen Bindung zwischen Atomen mit unterschiedlicher Elektronegativität und dem tatsächlichen Molekülbau.

Elektronegativität bezeichnet u.a. die Eigenschaft eines Atoms Elektronen in einer gemeinsamen Bindung näher zu sich hin zu ziehen.

Sauerstoff ist viel elektronegativer als Schwefel und sehr viel elektronegativer als Wasserstoff. Darum zieht Sauerstoff die gemeinsamen Bindungselektronen mit dem Wasserstoff stärker zu sich hin als Schwefel.

Dadurch entsteht beim Sauerstoff eine negative Teilladung und bei  Wasserstoffatomen eine positive Teilladung. Weil Sauerstoff noch ein freies Elektronenpaar zusätzlich hat ist sind die Wassermoleküle nicht planar (alle Atome in einer Ebene) sondern gewinkelt. Das heißt die Teilladungen gleichen sich nicht aus und es entsteht ein sogenannter "Dipol" (- am Sauerstoff und + am Wasserstoff).

Die Dipole lagern sich mit den entgegengerichteten Ladungen aneinander an und bilden sogenannte Wasserstoffbrücken aus.

 

Um Wasser zum Sieden zu bringen müssen diese Wasserstoffbrücken erst aufgebrochen werden und die zusätzliche Energie äußert sich durch den im Vergleich zum H2S sehr viel höheren Siedepunkt.

 

Bei den S-H Bindungen ist die Polarisierung wegen der viel geringeren EN-Differenz gering und es gibt nur einen sehr schwach ausgeprägten Dipol.

 

 

 

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