Warum gibt es an Schulen nicht das Unterrichtsfach Medizin?

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Gibt es. In Hessen zumindest gibt es gymnasiale Oberstufe mit dem Schwerpunkt Gesundheit. Das heißt ab der Einführungsphase bis zum Abitur (3 Jahre) werden die Fächer Gesundheitslehre und Gesundheitsökonomie unterrichtet.

Themen der Gesundheitslehre sind:
E-Phase: Die Lebensweise (Lebensraum) gesundheitsfördernd gestalten
Q1: Informationssysteme als Grundlage für Persönlichkeit, Kommunikation und interne Regulation
Q2: Zentrale Bedeutung des Herz – Kreislaufsystems für die Gesundheit
Q3: Das Immunsystem als Grundlage für ein gesundes Leben
Q4: Leben als sinnvolle Entwicklung, Lebensphasen

Den Lehrplan dazu findest du hier:
http://berufliche.bildung.hessen.de/p-lehrplaene-alt/bg/lp_bg_fr_gesundheit_0_08_01.pdf

Medizin in sich hat verschiedene Fachrichtungen und die jeweiligen Mediziner sind gut ausgelastet, wenn sie wenigstens auf ihrem Gebiet immer mit den neusten Erkenntnissen Schritt halten können.

Aber Medizin hat Grundlagen, die alle berücksichtigt werden wollen. Mathe (Medikation, Berechnungen, höher Mathematik - Funktionen,...), Physik (Optik, Mechanik,...),natürlich die Biologie (Knochen, Muskeln, Zellen, Stoffwechsel, Epidemiologie ....), Chemie(chemische Reaktionen, Wirkung von Medikamente - auch in Bio,...), Latein (Fachsprache), Englisch (Fachartikel)...

Ein Projekttag, in dem mal die Zusammenhänge der Fächer dargestellt werden, könnte ich mir als Projekt gut vorstellen.

Ganz nach dem Motto "Für's Leben lernen wir"

Ich denke, man müsste genauer schauen, was mit "Schulfach Medizin" gemeint sein kann.

Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, die Lehre von den Krankheiten etc. in aller Ausführlichkeit in die Schule zu tun - der Stoff wäre dafür viel zu umfangreich und es macht auch wenig Sinn für die Selbstversorgung zu Hause, da für die allermeisten medizinischen Dinge, die man nicht mit Pflaster und einer Paracetamol lösen kann, dann doch etwas mehr Erfahrung und fundierteres Grundlagenwissen notwendig wäre. Allein für eine sinnvolle Antibiotika-Therapie könnte man fast einen eigenen Studiengang anbieten!

Allerdings gebe ich dir insofern recht, dass es einige medizinsche Themen gibt, die durchaus in die Schule gehören. Das ist allen voran die Erste Hilfe. Am Beispiel Skandinaviens, wo die Kinder ab dem Kindergarten mit erster Hilfe konfrontiert sind, sieht man, dass in so einem Fall zu über 70% mit einer Wiederbelebung begonnen wird, wenn sie nötig ist - in Deutschland ist das nur in traurigen 20% der Fall. Erste Hilfe gehört also meines Erachtens ab der Grundschule zum Lehrplan, jedoh nicht als extra Unterrichtsfach sondern eher im Rahmen von bestehenden gesellschaftlichen Fächern oder als verpflichtendes Einzelangebot außerhalb der anderen Fächer. Weitere wünschenswerte medizinische Themen sind dann eher philosophischer Natur und können ebenfalls in Fächern wie Werte und Normen oder so behandelt werden, wie z.B. Organspende oder Impfung.

Wenn solche Schulangebote Heranwachsende etwas besser auf medizinische Fragestellungen vorbereiten , kann das sicher nicht schaden, in manchen Dingen wäre es eindeutig zu begrüßen. Es hat aber keinen Zweck, aus jedem Schüler einen kleinen Heiler machen zu wollen.

Wie du das Problem eben selbst beschreibst: Dann denkt jeder er kennt sich aus und man braucht dann nicht zum Arzt, was fatale Folgen haben könnte. 

Die ganze Thematik Medizin ist viel zu komplex für die Schule.

Was ich für sinnvoll halten würde, dass den Schülern einige Hausmittel beigebracht werden z. B. bei Schnupfen etc., aber das lernen die meisten ja eh von zu Hause.

Hallo,

mir ist nicht ganz klar, was du unter dem Begriff >Medizin< verstehst. Aber grundsätzlich ist es ja so, dass medizinisches Wissen extrem vielseitig und speziell ist. Von Humanbiologie über Anatomie, bis hin zu Physio. Jedes dieser Fächer ist nicht nur wirklich tiefgründig, sondern auch extrem schwer zu lernen. Jugendlichen in Schulen würde ich so etwas nicht zumuten. Dazu kommen klinische Fächer, die man in Schulen nicht umsetzen könnte.

Auch der Gedanke, man könnte sich selbst diagnostizieren und behandeln funktioniert damit nicht, weil man dazu Hilfsmittel und Arzneien bräuchte, die nicht frei verkäuflich sind. Und zum "Behandeln" einfacher Sachen, wie Grippe, braucht man kein zusätzliches Fach. Man wird nicht drum herum kommen, einen ausgebildeten Arzt aufzusuchen, sollte etwas mit einem nicht stimmen.

Schöne Grüße

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