Warum finden Lehrerfortbildungen nicht in den Ferien statt?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Du meinst offensichtlich die schulinternen Lehrerfortbildungen, wo das komplette Kollegium gemeinsam eine Fortbildungsveranstaltung besucht.

Tatsächlich stehen den Schulen in der Regel zwei Tage im Schuljahr für solche Fortbildungen zu. Dass diese nicht in die Ferien gelegt werden, hat mehrere Gründe.

Zunächst haben verschiedene Arbeitszeitstudien gezeigt, dass entgegen der landläufigen Meinung Lehrer (die Ferien bereits eingerechnet!) eine deutlich höhere Jahresarbeitszeit haben als alle anderen Angestellten im öffentlichen Dienst. Wenn ich von Lehrern verlange, sich fortzubilden (was sicher richtig ist) muss ich dafür ihnen auch die Zeit geben und dies nicht auf die ohnehin schon hohe Jahresarbeitszeit draufpacken. Viele andere Dinge wurden schon aus der Unterrichtszeit ausgelagert, um Ausfall zu vermeiden (Konferenzen, Elternsprechtage, Nachprüfungen finden bereits in den Ferien oder am Nachmittag statt, wo früher einfach mal ein Tag Unterricht ausfiel).

Der zweite Aspekt ist eher praktischer Natur: Wenn ich alle Kollegen beisammen haben will, könnte ich nur lange im Voraus ganz bestimmte Termine am Anfang oder am Ende der Ferien für Fortbildungen blocken. Das hätte zur Folge, dass bei der Menge der Schulen das Angebot an Fortbildungen seitens der entprechenden Institute gar nicht ausreichen würde. Das gleiche gilt für individuelle Fortbildungen einzelner Lehrer. Vieles findet auch da schon in den Ferien statt, aber alle Fortbildungen in die zwölf Ferienwochen zu legen würde heißen, dass das Angebot an Fortbildungen vorne und hinten nicht mehr ausreichen würde, während 40 Wochen im Jahr die entsprechenden Institute gar keine Fortbildungen anbieten könnten. Das ist schlichtweg nicht praktikabel.

Alles klar, das Lehrer tatsächlich so viel arbeiten müssen war mir bisher nicht so klar. Das Elternsprechtage jemals in der Unterrichtszeit stattgefunden haben war mir aber auch neu...

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@willkeinnick

Bis vor etwa 7 Jahren war es in NRW so, dass es einen Elternsprechtag gab, an dem kein Unterricht war. Jetzt haben wir zwei halbe Elternsprechtage am Nachmittag.

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Die Fortbildungen sind meistens sinnlos und völlige Zeitverschwendung! Jedoch sind es dummerweise Pflichtveranstaltungen. Je nach Bundesland muß ein Lehrer pro Jahr eine bestimmte Anzahl an Fortbildungen belegen. In den Ferien wie Du es nennst, stehen Vorbereitungen und Korrekturen an. Ich kenne eine Lehrerin, die unterrichtet Deutsch und Englisch, bei 6 Klassen kommen da im Halbjahr also 12 Klassenarbeiten a 30 Stück zusammen, teilweise schreiben die Schüler 10-15 Seiten voll. Diese müssen gelesen und untereinander verglichen werden.

Wenn ich diese Antworten lese, weiß ich genau woher sie kommen. Von wegen Fortbildung! In meiner Nachbarschaft wohnt ein Lehrerehepaar, das jeden Nachmittag auf der Terrasse Sitz. Bei dieser Tätigkeit ist weder ein Heft oder Buch zu sehen, sondern nur Liegen zum Ausruhen und Kaffee und Kuchen. Am letzten Schultagnachmittag gehen die Rollläden runter und am letzte wieder hoch. Jetzt muss mir jemand sagen, dass sie einen Bildungsurlaub machen und das in 12 Wochen im Jahr! Das bedeutet natürlich auch, dass Lehrer/innen 6 Wochen im Jahr hätten, ihre ach so vielen Stunden ab zu bauen!!!

Dort wo ich es sehe, sind die Fortbildungen häufig während der Ferien. Aber nicht immer.
Uebrigens: weisst du, dass ein engagierter Lehrer 60 Stunden oder länger arbeitet pro Woche? (Wenn er eine 100%-Stelle hat).
Die tägliche Arbeitszeit ist doch noch lange nicht fertig, wenn die Schüler nach Hause gehen!

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