Warum dürfen Männer nicht in Frauenklamotten rumlaufen,Frauen hingegen in Männerklamotten?

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vor 50/60 jahre wurde das tragend von hosen bei frauen auch verpönnt und angeglotzt. also, wenn die männer sich mit röckchen bekleiden würde, kein thema aber das wollen sie sicher nicht. in arabische länder tragen sie auch kleider, auch schottland..wo ist das probleme. wenn du anderes aussiehst als die norm, wird ja immer geglotzt..

Es ist für einen Kerl nicht verboten Frauenkleider zu tragen.Allerdings öffentlich vor der gesellschaft damit herumlaufen ist wieder eine andere sache.Zuhause kann man tun und lassen was man will und sogar im eigenen Heim und Garten mit frauenkleider herumlaufen.Das wird dir niemand verbieten.

Alledings frage ich mich dass ja heute auch schon Kerle lange Haare haben wie eine Frau.Ist halt immer noch ein klischee.

Ein Schulexperiment wurde mal gemacht bei Yt: Fabian im Minirock

Mein Bruder trägt im Sommer manchmal einen langen bunten Männerrock und außer irritierter blicke hat er keine wircklichen reaktionen bekommen, also denke ich wer sich traut kann hier (in Wien)als Mann durch aus in Frauenkleidung rumlaufen...

Lg Nivis

Es gibt heute keine reine "Männerkleidung" mehr, die grundsätzlich nicht auch von Frauen getragen wird, aber mit Frauenkleidung ist es anders - und das hat einen Grund:

Vor Jahrhunderten hatten Männer immer schon praktische Kleidung, die zum Verrichten von unterschiedlichen Arbeiten und Aufgaben geeignet war, sie war leicht und bequem, man hatte Beinfreiheit, hatte beim Reiten das Pferd gut im Griff und kam schnell und sicher jede Leiter, jedes Dach hinauf und über jeden Zaun, wenn es etwas zu reparieren gab. Die Kleidung der Männer hatte sich mit den wachsenden, vielfältigen Aufgaben der Männer mitentwickelt und angepasst.

Frauen galten gesellschaftlich als "dem Mann unterstellt" und körperlich, geistig und moralisch unterlegen und bewegten sich unter gesellschaftlicher Kontrolle.

Ihre Aufgaben bezogen sich aufs Haus, die Innenräume, aber auch den Marktgang, Handarbeiten, Pflege und Kinderziehung, also Soziales, Hausarbeiten und allgemeine Versorgung der Familie.

Um die unselbständige Frau vom stets aktiven und selbständigen Mann zu unterscheiden und die damals allgemein gültigen Vorstellungen von "Weiblichkeit" zu erhalten, erlaubte man den Frauen keine Kleidung, die ihnen Bewegungsfreiheit und somit Möglichkeiten schenkte, sich körperlich auch an unweiblichen Arbeiten und Beschäftigungen auszuprobieren: Denn wenn eine Frau breitbeinig im Sattel ritt wie ein Cowboy, wurde sie schnell, wendig und vielseitig! Wenn sie Hosen trug, konnte sie auch auf die Idee kommen, selbst auf die Leiter zu steigen und das Scheunendach zu reaprieren usw. - und wer wollte eine Frau, die eigentlich keinen Mann brauchte?

Männer galten als stark und selbständig, Frauen als abhängig, emotional, körperlich und seelisch schwach und schutzbedürftig. Ein ganzes "Weltbild" wäre zusammengebrochen,wenn Frauen in Hosen und mit derben Stiefeln plötzlich zeigten, daß sie all das, was ein Mann machte, in kürzester Zeit ebenfalls lernen konnten - wenn sie sich nur praktischer kleideten!

Die Zeiten wurden moderner, zahlreiche Erfindungen legten den Grundstein für erste Manufakturen und Fabriken, und die Notwendigkeit, bezahlte Arbeit ausserhalb der eigenen Farm, des Hauses zu finden, erhielt einen höheren Stellenwert als zuvor. Es gab viele neue Aufgabenfelder, viele neue Tätigkeiten, die nicht von den Männern allein ausgefüllt werden konnten, es gab Geld zu verdienen, neue Möglichkeiten, Menschen vom Land strömten in die Städte und Fabriken oder wanderten aus (Amerika!), um der Armut im eigenen Land zu entfliehen.....

Hier gab es dann plötzlich viel neue Arbeit, für die jede Hand gebraucht wurde: Frauen halfen beim Aufbau neuer Siedlungen in Amerika, trieben Vieh, ersetzten mit ihrer Arbeitskraft verletzte Männer oder diejenigen, die im amerikanischen Bürgerkrieg kämpften oder nicht wieder nach Hause kamen...Sie zogen Hosen an, gingen auf die Felder und in die Ställe und ersetzten und ergänzten die Männer überall erfolgreich. Weil sie all dies immer schon theoretisch genauso gut konnten wie ein Mann, und weil sie nicht mehr durch schwere, lange und weite Kleidung und das gesellschftliche Gebot der "schicklichen, kontrollierten Bewegung" eingeschränkt waren.

Auch in Europa brachten die veränderte Arbeitswelt ab ca. 1900, aber auch der 1. und 2. Weltkrieg eine neue (Kleidungs-)Situation: Es gab nicht (mehr) genug Männer in den Städten und auf dem Land, aber die Fabriken mussten wieder produzieren, ds Land musste bestellt werden und die Trümmer des Kriges mussten aus den Strassen geräumt werden. All dies machten Frauen - in Männerkleidung! Sie bedienten gefährliche Maschinen, an denen sie mit bodenlangen Röcken in Lebensgefahr gewesen wären (Webereien, Wollkämmereien, Metallverarbeitung, Sägewerke...), und schon aus praktischen Gründen (und weil die Produktion wichtiger wurde als die veraltete gesellschaftliche Kleiderordung, die der Frau ihren Platz im Haus am Herd zuwies) war für Frauen in der rauhen Arbeitswelt das Tragen von "Männerkleidung" bald akzeptiert.

Männerkleidung diente immer schon auch als praktische Arbeitskleidung, die Beweglichkeit und Flexibilität sicherte - Frauenkleidung hingegen war unter anderem auch ein Werkzeug der gesellschaftlichen Einschränkung, eine "Bewegungs-Bremse" und somit eine Fessel, die nur bestimmte Arbeiten zuließ und somit die Frauen von der Männerwelt weitgehend abhängig hielt.

Es ist für eine Gesellschaft sinnvoll, bei moderner Entwicklung und mehr Bedarf auch an weiblicher Arbeitskraft den Frauen eine sichere und bequeme Kleidung zuzubilligen.

Gesellschaftlich NICHT vorteilhaft wäre es, wenn man beim Mann das Tragen von Frauenkleidung fördern würde. Seit jeher gilt ja die typische Frauenkleidung, also Bedecktsein von Hals bis Knöchel, schwere, lange Röcke, geschnürtes Korsett, Zierrat, Bänder, Spitzen an Saum und Ärmeln, als weiblich im Sinne von "hilflos, schwach, unbeweglich, ungeschickt und abhängig vom Mann". Warum also sollte ein Mann sich freiwillig in die Nähe dieses weiblichen (UN-männlichen!!) Image begeben, indem er Frauenkleidung trug?

Bis heute ist es so geblieben: Die starke, selbständig anpackende Frau hat sich aus praktischen Gründen und gutem Nutzen für die Gesellschaft heraus emanzipiert, der "schwache, weiblich-unbewegliche Mann" in langen Kleidern bringt jedoch keinen Nutzen und ist bis heute daher eher eine als peinlich empfundene Vorstellung, mit der sowohl Frauen als auch Männer oft ihre Schwierigkeiten haben. Dies macht es der Mode so schwer, hier für den Mann auch typisch weibliche KLeidungsstücke allgemein durchzusetzen - sie werden kaum genug angenommen und finden keine breite Akzeptanz, da sie für viele Menschen doch mit der jahrhundertelangen Geschichte eines "schwachen", also UNmännlichen Frauenbildes gekoppelt sind.

Daher mag es auch so sein, daß z.B. eine Korsage bei einer Frau gerade heute wieder als "irgendwie besonders weiblich" und daher als sehr attraktiv und reizvoll empfunden wird. Sie lässt den Mann wieder männlich im historischen Sinne sein, wie zu der Zeit, als er noch nicht von der Tatsache bedroht war, daß eine Frau ihn jederzeit gut ersetzen konnte, wenn man ihr nur erlaubte, sich eine Hose aus der Truhe zu nehmen. ;o)

Gute Frage! Ich finde man sollte jeden seinen style selber finden lasse. Das wichtigste ist, dass man sich wohl fühlt. Und dass das Verhalten von Leuten, die sich anders Kleiden nicht akzeptiert wird finde ich dumm. Jeder soll anziehen, was ihm gefällt und nicht den anderen. Wenn alle gleich aussehen würden, wäre das alles andere als schön. Jeder Mensch hat das Recht, zu machen was er will! Also warum sollen Männer keine Frauensachen tragen oder andersrum?

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