War der Hauptschulabschluss und Realschulabschluss vor 20 Jahren noch schwerer oder sogar leichter im vergleich zu heute in den Großstädten wie Hamburg?

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Früher war Schule tatsächlich schwerer. Lehrer haben jahrelang gejammert, dass sie mit dem Lernniveau runtergehen müssen, damit nicht zu viele Schüler auf der Strecke bleiben.

Meiner Meinung liegt das aber nicht daran, dass Schüler dümmer wurden, sondern an einem ganz einfachen Umstand: früher hatte man noch echte Perspektiven, man hatte die Chance (man erinnere sich ans Wirtschaftswunderland) wirklich was zu erreichen, selbst mit einem Hauptschulabschluss konnte man den Lebensstandard der eigenen Eltern übertreffen.

Heute ist es in unserem Land eher trostlos. Die Zeiten des Booms sind zuende, die Chancen hoch hinaus zu kommen sind für die meisten kaum vorhanden. Warum also wirklich bemühen? Siehst du dir Länder an die heute so ähnlich im Aufschwung sind wie Deutschland damals, dann siehst du auch die gleiche Moral bei den Schülern wie damals hier. Aber auch das wird sich ändern sobald der Aufschwung vorbei ist.

Ja auf jeden Fall, besonders die Hauptschule hat ganz dramatisch an Niveau verloren. Das war vor 20 Jahren oder noch früher wirklich eine "Hauptschule", da ist der Großteil der Schüler hingegangen, Realschule und Gymnasium sind da wesentlich wenige besucht worden. Mittlerweile ist die Realschule die neue Hauptschule, die Hauptschule an sich ist fast schon eine Sonderschule, das Niveau ist heutzutage ein totaler Witz, war mal 3 Wochen für ein Praktikum in einer Hauptschule (einer sehr guten Hauptschule) und war total schockiert, wie wenig die Kinder da wissen und wie intensiv sich die Lehrer um jeden einzeln bemühen müsst, damit irgendjemand überhaupt mal was versteht...ein Thema 3-4 Wochen intensiv durchgenommen und am Ende kanns immer noch mehr als die Hälfte der Klasse nicht. Das Verhalten und die Arbeitsmoral sind selbst auf guten Hauptschulen katastrophal.

Das Abi hat sicher auch etwas etwas an Wert verloren, aber ich denke nicht, dass das Niveau da so stark gesunken ist. Das ist relativ konstant geblieben meiner Meinung nach.

Allerdings!

Der typische Hauptschüler geht heute meist zu Gesamschule oder zur Sekundarschule oder eine ähnlichen Einrichtung, für welche sich die Bildungsfuzzies ja ständig auch noch neue Namen einfallen lassen. Dort haben sich zumindest die Illusion, auch Abitur machen zu können.

Der typische Realschüler von früher ist heute meist auf dem Gymnasium und auf den verbliebenen Realschulen streben die Schüler ebenfalls die Gymnasialberechtigung an, einen normalen Realschulabschluss will doch heutzutage kaum noch einer haben. Der Rest dackelt dann halt (ziemlich unfreiwillig) zu den Schulen, die nur zur Fachhochschulreife führen.

Auf den verbliebenen Hauptschulen, bzw. deren umbenannten Derivaten sind heute meist Migrantenkinder mit schlechten Deutschkenntnissen oder aber eben schwach Begabte oder Leute aus sehr schwierigen sozialen Verhältnissen.

Meine 2,3 im Abitur wäre heute Eins mit Sternchen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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