Wann ist es zu spät für ein Logopäden?

8 Antworten

Es gibt einen wichtigen Grund, nicht zu lange zu warten.

Naja...schon mehrere, aber einen pragmatischen:

Ab 18 muss ein Teil der Kosten selber getragen werden. Kinder bekommen die Therapie bezahlt. Es kostet also NIX!

Es lohnt sich also nicht ZU lange zu warten...

Man kann immer noch etwas daran arbeiten... außer nach 22 Uhr - dann ist es zu spät :-)

Haha 😂😂

0

Zu spät ist es nie. Die interessantere fachliche Frage ist: Wann ist es besonders leicht? Da habe ich, Lögopäde, eine klare Meinung: Zwischen 6 und 8 Jahren. Die meisten Kinder sind in diesem Alter schon in der Lage, die Einzelheiten der s-Bildung zu verstehen und sich aktiv daran zu beteiligen, die gewüschte Schärfe hinzubekommen.

Bei Kindern unter 6 Jahren würde ich noch nichts machen, weil (1) sich das Lispeln in den meisten Fällen von selbst "repariert" und (2) weil die erforderlichen Erklärungen und Übungen nicht ankommen. Man versuche einmal einem 4- bis 6-Jährigen zu erklären, wie man auf den Fingern pfeift. Das ist durchaus vergleichbar. Das Argument, dass es besser sei, den richtigen s-Laut gleich richtig zu lernen, wiegt dem gegenüber nicht schwer.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen wird es schwieriger, nicht das Verstehen, aber ist es eine Menge Beharrlichkeit notwendig, an Übungen und an dem ständigen Gebrauch des "neuen" scharfen s-Lautes. Dabei muss man sein Sprechen überwachen (auf sein Sprechen achten) und das ist viel anstrengender als das übliche spontane Sprechen. Wer aber bereit ist, das einige Monate durchzuziehen, kann damit rechnen, dass der neue s-Laut nach und nach immer automatischer wird, d.h. auch ohne Übewachung gelingt.

Entschuldigung, aber ich weiß leider nicht wie ich sie direkt anschreiben kann. Mich würde sehr interessieren wie lange das bei einem ca. 15-jährigen dauern würde, bis das Lispeln erfolgreich bekämpft worden ist. (vorausgesetzt er ist fleißig und macht seine Übungen und hat einen guten Logopäden)?

0
@keiqodlyjjwjd

Das ist schwer zu sagen. Die Sache läuft in 2 Schritten ab:

1. Der Proband muss lernen, bei voller Konzentration auf die Bewegung die für das korrekte /s/ erforderliche Stellung mit der Zunge im Verhältnis zum Gaumen einzunehmen, wobei, gerade bei Konsonantenkombinationen, auch der vorige und der nachfolgende Sprachlaut eine Rolle spielen können. Der Proband muss in diesem Schritt auch lernen, wie das korrekte /s/ bei ihm klingt. Er kann vielleicht das korrekte /s/ akustisch bei anderen richtig beurteilen, aber bei sich selbst nicht. Dieser Schritt kann unterschiedlich lange dauern. Die Dauer ist weitgehend von der Qualität des Therapeuten abhängig, ob er die Sache gut erklärt und ob der Proband ihn versteht.

2. Der Proband muss unter großer Aufmerksamkeit (Konzentration auf die Bewegung) die korrekte /s/-Stellung beim Sprechen benutzen, bis er sie auch beim automatischen spontanen unaufmerksamen Sprechen benutzt. Den Vorgang nennt man "Automatisierung". Das "achtsame Sprechen" in diesem Sinn ist sehr anstrengend und lästig. Wenn der Proband sehr "fleißig", d.h. diszipliniert, ist, geht das schnell (in ein paar Wochen), wenn nicht, lauert es länger oder gelingt nie. Für diesen Schritt braucht man keinen Therapeuten. Er kann mit dem Probanden nur zureden, ihn ermuntern, nicht aufzugeben, Belohnungen und Bestrafungen vereinbaren, aber letztlich hängt es an der Disziplin des Probanden.

Übrigens: Wenn Du Kontakt mit mir aufnehmen willst, gib meinen Namen bei Google ein, dann findest Du eine E-Mail-Adresse.

0

Ok danke sehr, hat mir schon viel geholfen. Also bei mir ist es so, dass ich leicht lispel, da ich leider zu lange einen Nuckel/Schnuller hatte und meine Zunge "faul" wurde. Ich hoffe es wird mir schnell gelingen das mit einem guten Logopäden zu verbessern und dass ich so früh wie möglich dann richtig sprechen kann

0

erstens: Es ist nie zu spät. zweitens: Man kann sich das Lispeln, je nach Stärke, auch selbst abgewöhnen (hust hust) wie ich (hust hust). Man muss halt nur bewusst darauf achten, wo beim S die Zunge liegt. Zwischen den Zähnen, wie beim englischen th (lispeln), oder an der unteren Zahnreihe.

Gute Übungen: immer wieder das sch aussprechen (da liegt die Zunge ja noch weiter "unten" als beim S & man kann sich daran gewöhnen, da man es dann ja etwas übertrieben macht) & meine Freundin hatte mal so eine Art Schnuller mit Strohhalm dran, der die Wangenmuskulatur stärken sollte (was auch ein Grund fürs Lispeln sein kann.


Es ist nie zu spät. Mein Bruder (16) hat nen Kumpel (15) der sich das Lispeln auch erst mit 15 abgewöhnt hat bzw beim Logopäden war. Ich würde es deinem Freund echt empfehlen