Ursachen des 1. Weltkrieg?

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14 Antworten

In Wirklichkeit gab es sehr viele Faktoren, die zum Ausbruch des 1. Weltkriegs geführt haben:

  • 1914 wurde der österr. ungar. Thronfolger in Sarajewo ermordet, das zu dieser Zeit noch österreichisch (k.u.k.- Monarchie) war! Ob der Mörder, ein serbischer Nationalist, damit schon damals beabsichtigt hat, den 1. Weltkrieg auszulösen, bzw. die k.u.k.- Monarchie langfristig zu schwächen ist unwahrscheinlich! Letztlich hat er damit aber diesen (mit-) ausgelöst! Österreich forderte Zusammenarbeit des serbischen Königreichs und dessen Behörden bei der Aufklärung des Mordfalles und sichtbare Niederschlagung anti- österreich. Terrorbewegeungen. Da nach Österreichts Meinung die Serben nicht weit genug zusammenarbeiteten mit Österreich und bestimmet Ultimatums nicht einhielten, gab es eine einseitige Kriegserklärung Österreichs gegenüber Serbiens. Das war die OFFIZIELLE VERSION. Unterstützt wurde diese Kriegserklärung durch den dt. Kaiser (was er aber bis zuletzt bestriltten hat!), der mit Österreich verbündet war! So kam es dann zum Krieg.

  • Da aber auch Serbien Bündnispartner hatte, traten diese unterstützend für Serbien in den Kriege ein (Russland, Frankreich, England, Italien). Diese Bündnispartner kritisierten nämlich die Art und Weise von Österreichs Kriegserklärung, und verdächtigten es zudem, dass diese nur ein Vorwand sei, seinen Einfluss im Balkan durch aggressive Mittel, z.B: Annektionen, zu erhöhen! Das gleiche vermuteten sie bei Deutschland.

  • Tatsächlich waren alle großen Mächte in Europa zu diesem Teil schon längst in Kriegsvorbereitungen inbegriffen: Große Armeen, Aufrüstung, (Geheim-) Verträge, gegenseitige Aufhetzung durch die Medien. Man erwartete einen Krieg. Wichtig sind auch bestimmte Einflüsse und Abhängigkeiten wirtschaftl. Art: so war z.B. das osmanische Reich (mächtig nur noch auf der Landkarte) wirtsch. u. finanz. (u. Militärisch) stark abhängig von Deutschl. zu dieser Zt.: eine Folge davon war auch der Bau der BAGDAd- Berlin- Eisenbahn, die dazu beigetragen hätte, das sich in Auflösungserscheinungen befindliche schwache osmanische Reich militär. zu unterstützen (Truppenbewegungen), und natürlich auch für selbige Zwecke dem dt. Reich gedient hätte.

  • Ähnliche Probleme hatte zu dieser Zeit auch das zwar auf den 1. Blick noch sehr stark wirkende Österr.- Ungarn (territorial weiterhin einer der mächtigsten Staaten Europas zu dieser Zt.), das aber Probleme mit seinen Ländern auf dem Balkan hatte, in denen große Separatistenbestrebungen zu dieser Zeit bestanden, und man bürgerkriegsähnliche Zustände befürchten musste;

  • Frankreich hatte sich nach dem dt- frz. Krieg wieder wirtsch. u. militär. erholt und ein neues Kolonialreich geschaffen( Afrika und Indochina), worüber es wieder sehr mächtig wurde und auf Revanche mit Deutschland aus war, um Elsass- Lothringen zurückzugewinnen;

  • die großen europ. Staaten waren zu dieser Zeit meist entweder Monarchien (z.B. Österr. Deutschl., Russland), Diktaturen ( oder imperialistische oder nationalistische Demokratien (z.B. Frankr., England); deren Ziel war Machtzuwachs, - erhalt, Ausweitung des Territoriums. Diese Länder waren damals sehr militaristisch geprägt: ein großer Teil des Staatshaushaltes wurde in die milit. Aufrüstung investiert. (Der SOzialismus spielte zu dieser Zeit erste eine kleine, wenn auch wachsende Rolle!). Man war nicht friedlich gesinnt! Gründe, die zu diesem Krieg führten, waren auch die Aufrechterhaltung des entsprechend. polit. Systems (österr., Deutsch. Russland): in Österr. war der größte Teil der Bevölkerung nicht Dt- sprachig, sondern gehörte anderen Nationen an; das schwächte das Land; ein Krieg hätte zur Konsolidierung der Österr. Erbmonarchie führen können; ebenso hoffte der dt. Kaiser die dt. monarchie auf diese Weise zu retten, z.B. gegen den erstarktenden Sozialismus (seine Aussage: "Ich kenne keine Parteien mehr!");

  • alle Großmächte zu dieser Zeit hatten Interessen, ihre Macht zu erweitern (sieh Dir die Landkarte zu dieser Zeit an), z.B. aufgrund von Einfluss auf kleine oder schwache Staaten: So Deutschland in der Türkei (Osman. Reich) und in den Kolonien (Konflikt mit England); Russland UND Österrech- Ungarn (daher Krieg dazuwischen!) auf dem Balkkan; Italien an Österreich; Frankreich an Deutschland (Konflikt!); und auch die Balkanstaaten untereinander; England an dem zerfallenden osman. Reich; als einmal das "Pulverfass explodiert" war und es zur 1. Kriegserklärung kam, bekriegten sich daher alle diese Staaten;

  • die Gesellschaft in Europa war zu diese Zeit sehr militarischtisch geprägt: meist gab es die Wehrpflicht, die (älteren) Männer hatten Kriegserfahrungen und die Jüngeren mussten meist Whrdienst leisten, wurden also an der Waffe und im militärischen Sinn ausgebildet. Viele Lehrer unterrichteten ihre Schüler in diesem sinne; auch die Lehrpläne waren entsprechend (Aufhetzung der Schüler). Viele Menschen identifizierten isch (im Gegensatz zu heute) damals mit nationalistischen IDeen. Das Militär erfuhr viel Anerkennung in der Gesellschaft und die Jungen wollten gerne Soldat werden. Man war von der "gerechten Sache" des Militärs überzeugt. Es gab sehr viele Reservisten, die man schnell einziehen konnte im Ernstfall, und die sich auch verhältnismäßig gerne einziehen ließen;

  • der Krieg hatte auch wirtsch. Gründe: Deutschl. war zu dieser Zeit ein wirtsch. aufstrebendes und entsprech. mächtiges (Industrie-) Land, das z.B. weltweit mit Produkten von England und Frkr. erfolgreich konkurrierte. Besonders mächteig war allerdings seine Schwerindustrie: seine Waffenentwicklung war zur Zt. des Ausbruchs des 1. Weltkrieges weltweit führend! (z:B. Großgeschütze wie die "Dicke Berta" der Firma Krupp). Seine Verbündeten wurden vor AUsbruch des Krieges gerne mit diesen modernen Waffen ausgerüstet (ähnlich rüsteten z.B. die Franzosen ihre Verbündeten mit ihren Waffen aus). Der dt. kaiser glaubte daran, dass er durch die überlegene Waffentechnik einen Krieg gewinnen könnte, und so Deutsch. einen "Platz an der Sonne" garantieren könnte;

  • das MIlitär hatte zu dieser Zt. meist eine sehr enge Verbindung zu der Staatsführung, z.B. zu dem dt. Kaiser Wilhelm;

  • auch polit. Fehleinschätzungen führten zum Ausburch diese Krieges: Dt. überschätzte die WIrkung seiner Waffen (obwohl diese natürl. verherrendes angerichtet hatten); Russland seine miserabel ausgerüstete Armee, die große Niederlagen erleiden musste (auch Grund für den AUsbruch der Oktoberevolution); außerdem schwächte dieses starkt die ohnehin angeschlagene Position des Zaren;; Österr.- Ungarn überschätzte sich ebenfalls militärisch; viele Staaten hatetn an einen schnellen Sieg noch im ersten Kreigsjahr geglaubt; daraus wurde nichts; stattdessen zog sich der Krieg über 4 Jahre hin und verursachte unzählige Tote und Schäden; die anfängl. Kriegsbegeisterung schlug schnell in Kriegsmüdigkeit und -verdrossenheit um (die Bevölkerung sehnte das Ende des Kreiges herbei); die Sozialisten gewannen am Ende des Krieges vor allem in Österr. u. Deutschl. an Einfluss und Beliebtheit; das Osman. Reich konnte sich nicht zusammenhalten, da die national. Bestrebungen (z.B. Saudi- Arabiens) sich als zu stark und schwächend für dieses erwiesen; schließl. trat die neue Großmacht USA zugunsten Englands in den Krieg ein, und erwirkte so den Sieg dieser Länder

  • nach dem 1. Weltkrieg hatte in Wirklichkeit kein Land gewonnen, sondern nur viele Tote zu beklagen und ein wirtsch. ruiniertes und zerstörtes Land. Politisch hatten aber Dt., Österr.- Ungarn, das Osaman. Reich u. deren Verbündete verloren: nach dem "Versailler Vertrag" hatten diese Länder Schuld am Krieg, und mussten hohe Reparationen an die "Sieger- Mächte" zahlen, und mussten starke Gebiete abtreten: Österr. verlor seinen Status als Großmacht, Dt. verkleinerte sich, das Osman. Reich hörte auf zu existieren, ...
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Kommentar von Klugegans
27.03.2014, 09:34

Sehr detailreiche Erklärung, dankeschön! Schau im Kontrast dazu mal auf meinen Kommentar, der (ähnlich wie Deiner) nicht auf dem eigenen Sumpf gewachsen ist, sondern sich auf Stefan Zweig beruft. Er zeigt, dass sogar in Zeiten großen Fortschritts Kriege fast aus dem Nichts entstehen können - warum also Bündnisse wie die EU so wichtig sind!

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Ursache war das völlige Versagen der österreich-ungarischen Diplomatie in Verbindung mit völlig überzogenen Forderungen am Serbien wegen des Attentats. Damit hat der senile österreichische Kaiser vorsätzlich und verantwortungslos einen voraussehbar furchtbaren Krieg in ganz Europa aus niederen Macht- und Rachegelüsten angezettelt und ganz Europa in's Unglück gestürzt. Letztlich war es die bösartige und jähzornige Fehlentscheidung dieses einen, alten Mannes, die Millionen von Menschen unvorstellbares Leid und einen schrecklichen Tod beschert hat ....

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Kommentar von BinInNot
18.11.2016, 12:05

Spannungen gab es bereits davor schon, durch das Aufrüsten und der fehlschlagenden Diplomatie der Großmächte. Das Attentat und seine Folgen waren nur der berühmte Funken, ein sich bereits langes, aufbauendes Pulverfass zum Explodieren zu bringen!

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Der Hauptgrund für den 1. Weltkrieg war der agressive Nationalismus, der in ganz Europa vorhanden war. Jedes Land war sich sicher, in einem möglichen Krieg gewinnen zu können und rüstete auf. Als dann auch noch der Österreich-Ungarische Thronfolger von Serben (kann sein, dass ich mich gerade irre, sry) erschossen wurde, begann der Krieg nach den langen Spannungen: Deutschland sicherte Österreich im Falle eines Krieges seine Bündnistreue zu und Österreich machte gegen die Serben mobil. Weil die Russen jedoch die Serben als ein Russisches Volk angesehen haben, machten sie Mobil gegen Österreich, und somit auch gegen dessen Bündnispartner Deutschland ;) So begann der erste Weltkrieg ;)

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ein Propaganda-Video vom 1. Weltkrieg habe ich hier gefunden, vielleicht hilft es dir weiter:

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Also zum ersten war frankreihc von deutschland dermaßend beleidigt worden das es sich den krieg wünsche frankreich hat ein bündnis mit russland österrieich will dem balkan an den kragen spannungen zwischen england und japan / england und frankreich bismark hatte rückversicherungsvertrag mit russland d.h. wenn deutschland ein krieg mit frankreich hat darf russland nicht eintreten so dann geht friedrich von hohenzollern mit seiner frau auf ne tour durch bosnien wo sie von nem serben ermordet werden dann fragt österreich in berlin an ob wir mit in den krieg ziehen bzw. ob wir bündnisstreue halten wir sagen ja und sind im krieg mit bosnien (russland steht voll und ganz hinter bosnien) russland löst den rückversicherungsvertrag auf und tritt in den krieg ein nun auch frankreich bismarks (der schon tot war) befürchtung 2 frontenkrieg tritt ein dann griff deutschland erstmal frankreich an geht dabei aber durch die neutrale schweiz england empört england tritt in den krieg ein und dann tritt im april 1918 auch noch in den krieg ein weil wir deutschen so doof waren das amerik. passagierschiff die lousitania zu versenken

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wettrüsten sprich gegeseitige aufrüsten der armeen und der anschlag in serbien auf dem österreichichen thronfolger

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u.a. die etwas mißglückte geburt des thronfolgers (wilhelm II.) die wohl nicht nur eine körperliche behinderung(lähmung des linken armes) zur folge hatte. die merkwürdigen erziehungsmethoden bei hofe taten wohl das ihre, was zu maßloser selbstüberschätzung und anderen psychischen schäden beim späteren kaiser führte.

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der direkte auslöser war die ermordung des österreichisch-ungarischen thronfolgers franz ferdinand in sarajevo durch einen serbischen studenten

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Das Thema ist nicht ganz neu :-)

Merzherian

beantwortet von MerzherianDiamant-Fragant am 10. September 2010 15:14 2x Thumbupvoted

Macht, Einfluß, Gewinnchancen. Sie Kolonialpolitik, man könnte jast sagen, der Wettlauf um immer mehr, immer größere Einflußgebiete trieb die europäischen Länder in eine Art Spirale, die sich dann durch die Ermordung des Erzherzogs in Sarajewo entlud. Die Stimmung war äußerst angespannt gewesen und nun genügte diese Tat, um zum Krieg zu blasen. Wer gegen wen und warum, dies war wahrscheinlich nicht einmal den Kriegsparteien wirklich klar. Im Grunde genommen, diente der Krieg auch als Ventil für all die zwischenstaatlichen Emotionen, die sich seit Anfang 1800 angestaut hatten. Beispielhaft möchte ich hier das dt./frz. Verhältnis nennen.

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durch die orgnaisation "schwarze hand". aber im grunde, war das nur der auslöser, nicht die ursachen. ursachen waren im grunde folgende: - allgemeines Wettrüsten in Europa - Militarismus in Europa - Expansive Außenpolitik - Nationalistische Tendenzen in Europa - Terror- und Gewaltbereitschaft - Häufung internationaler Konflikte (Flottenpolitik, Two-Power-Standard, Marokkokrisen, Balkankriege, Anexion Bosniens durch Österreich-Ungarn, Kolonialpolitik Deutschlands...) - Bruch vieler innereuropäischer Bündnisse - frz.-engl.-russ. Annäherungen während der Anfangsjahre Wilhelms II -> Deutschland und Ö-U isoliert .....

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Deutschland wollte "ein Platz an der Sonne" wie Kaiser Wilhelm sich ausdrückte( unter anderem mehr Kolonien) Frankreich wollte Rache für den verlorenen Krieg 1870/71. Italien und Österreich stritten sich um Tirol.Russland sah seine Macht im Süden bedroht unter anderem wegen der Türken).England sah seine Kolonien bedroht. Hauptkriegstreiber war Deutschland! Bündnisse: Entente- England ,Frankreich,Italien u.a. Mittelmächte Deutschland ,Österreich,Türkei

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Kommentar von Pokegott
20.01.2016, 20:09

Das mit dem platz an der Sonne , würde ich ja eher als Anlass bezeichnen :D

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Kommentar von BinInNot
18.11.2016, 12:03

So ein Blödsinn das Deutschland Hauptkriegstreiber war. Von Staaten wie Großbritannien, sowie Frankreich ging mindestens eine genauso, wenn nicht größere Bedrohung aus. Der 1. Weltkrieg hat keinen einzelnen Verursacher, alle Staaten waren daran beteiligt.

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Eine von vielen möglichen Antworten liegt im ZEITGEIST, der paradoxerweise gerade in bürgerlichen Kreisen durch einen langen Frieden und unglaublichen technischen Fortschritt, Expansion der Industrie und Optimismus geprägt war - es war die Zeit von Freud und Jung und des Zeppelins (Jung hatte vorm Krieg einen Traum von einem Blutbad).

Ich empfehle dazu die Stellungnahmen zweier einst weltberühmter Schriftsteller: Arnold Zweig und Stefan Zweig, die im übrigen nicht miteinander verwandt sind. Hier ein kl. Auszug aus Stefan Zweigs "Die Welt von Gestern", S. 230:

"Wenn man heute ruhig überlegend sich fragt, warum Europa 1914 in den Krieg ging, findet man keinen einzigen Grund vernünftiger Art und nicht einmal einen Anlass. Es ging um keine Ideen, es ging kaum um die kleinen Grenzbezirke; ich weiß es nicht anders zu erklären als mit diesem Überschuss an Kraft, als tragische Folge jenes inneren Dynamismus, der sich in diesen vierzig Jahren Frieden aufgehäuft hatte und sich gewaltsam entladen wollte. Jeder Staat hatte plötzlich das Gefühl, stark zu sein und vergaß, dass der andere genauso empfand, jeder wollte noch mehr und jeder etwas von dem andern... so begannen die Diplomaten ihr Spiel des gegenseitigen Bluffens."
Zweig führt diese Gedanken dann in Bezug auf den Balkan, Albanien, Agadir und die großen militärischen Koalitionen (Russland-Frankreich, Deutschland-Österreich etc) aus. Sehr lesenswert!

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