Unterschied zwischen klassischem/operanten Konditionieren?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Klassisches Konditionieren ist das "Modell" von Pawlow und Watson: Reiz - Reaktion, unbedingt (= angeboren) und bedingt (= erlernt); dabei kommt kein neues Verhalten zustande, sondern das vorhandene Repertoire (Angst, Speichelfluss...) wird unter neuen Bedingungen / Umständen gezeigt. Das operante Konditionieren von Skinner, Thorndike und anderen arbeitet dagegen mit Verstärkern (Belohnungen) für Ansätze eines neuen / anderen, gewünschten Verhaltens. Die Vorstellung, dass der Mensch eine Black Box sei, dass also seine Motive und Gefühle nicht beachtet werden, haben beide Varianten des Behaviorismus. Das Interesse, Verhalten zu kontrollieren, ebenfalls. Ich hab das mal sehr kritisch analysiert und mit weiteren Links versehen (http://www.michael-kraus.info/ew/reaktionen.shtml). Das Verrückte des Behaviorismus ist einfach, dass man keinen Grund für ein Verhalten im Menschen sehen will, sondern es soll alles eine Folge äußerer Anstöße (Reiz, Verstärker) sein. Und das tendenziell Gewaltsame ist halt der Wunsch, Verhalten anderer Leute zu kontrollieren.

So wie ich das in Erinnerung habe, kommt der Blackbox-Effekt in beiden Fällen zum Tragen. Es geht dabei nicht nur um Gefühle, sondern darum, dass es völlig bei der Konditionierung völlig egal ist, was in dem Lebewesen passiert. Der eigentliche Lernvorgang wird im Behaviorismus also nicht wirklich betrachtet, wichtig ist schließlich das Ergebnis.Das operante Konditionieren kann man sich auch gut in der Laborsituation vorstellen: eine Ratte ist in einem Käfig. In dem Käfig ist irgendwo ein bunter Punkt als Markierung. Sobald die Ratte den Punkt berührt, wird sie belohnt (Leckerli). Es ist also kein "natürliches" Verhalten (weil die Ratte ja im eigentlichen Sinn nichts davon hat, einen bunten Punkt zu berühren), sondern ein zufälliges. Anhand der Belohnung wird dann versucht, das zufällige Verhalten bewusst herbeizuführen.

Klassisches Konditionieren ist quasi die Umlenkung einer natürlichen Reaktion auf einen natürlich Reiz (Bsp. Pawlowscherr Hund: Essen > Speichel) ui einer natürlichen Reaktion auf einen unnatürlichen Reiz (Anstelle von Essen komtm Pfeiffton > Speichel). Beim operanten Konditionieren wird ein zufällig auftretendes Verhalten belohnt (Bsp: Hund holt Stock > kriegt Leckerli). Gefühle werden meiner Meinung nach eher beim ersten außer Acht gelassen, da beim zweiten ja die Verstärker mit positiven und negativen Gefühlen funktionieren.

dankesehr (:

0

Was möchtest Du wissen?