Unterschied zwischen analog und digital in Modellbahnen?

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Hallo ExDe707

Bei einer analogen Modellbahnanlage gibst du mit einem Trafo eine bestimmte Spannung auf die Gleisanlage. Jede Lokomotive die auf dieser Anlage steht fährt dann in mit der annähernd gleichen Geschwindigkeit (hängt von der jeweiligen Lokomotive ab) und in die gleiche Richtung. Wenn du mit den einzelnen Lokomotiven stehen bleiben willst (Signal, Abstellgleis...) dann müssen diese Gleisabschnitte isoliert und mit einem Schalter (Signalkontakt) abgeschaltet werden. Bei jeder Lokomotive leuchten die vorderen Lichter, auch die Innenbeleuchtung der Wagen sind mit der eingestellten Spannung (Geschwindigkeit) in Betrieb. Je mehr Lokomotiven sich auf der Anlage befinden umso mehr abschaltbare Gleisabschnitte braucht man. Will man mit mehreren Trafo mehrere Lokomotiven unabhängig voneinander steuern dann muss die Anlage in mehrere Abschnitte aufgeteilt werden, die voneinander elektrisch getrennt werden müssen. Man braucht also vom Trafo und von den Schaltern mehrere Drähte zu der Anlage.

Bei einer digitalen Modellbahn wird eine Fixspannung auf die Gleisanlage gegeben. Mit dieser Fixspannung wird ein digitales Signal auf die Anlage geschickt. Die Lokomotiven haben einen Decoder der dieses Signal empfängt, wenn Decodernummer und die eingegebene Nummer des Fahrreglers übereinstimmen. Man kann dann bei jeder auf der Anlage stehende Lokomotive über ihre eigene Nummer die Fahrtrichtung, Geschwindigkeit und Zusatzfunktionen (Licht, Kupplung, Geräusche...) separat steuern. Vom Trafo (Steuergerät) genügen 2 Drähte zur Anlage.

Die meisten digitalen Lokomotiven können auf einer analogen Anlage fahren. Der Decoder erkennt die analoge Steuerung und die Lokomotive lässt sich dann wie eine analoge Lokomotive steuern. Eine analoge Lokomotive kann nie auf einer digitalen Anlage fahren weil dort eine Fixspannung am Gleis liegt.

Gruß HobbyTfz

Danke für den Stern

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Hallo,

viel über den Umbau bzw. die Umrüstung von analog auf digital habe ich über den Modellbahnblog Modellbahnheute.de gelernt. Ich habe dort einen sehr Interessanten Artikel für Dich raus gesucht. Ein Modellbahner berichtet über seine Erfahrungen, den Vor- und Nachteilen der Umrüstungen von analog auf digital und es werden viele technische Fragen geklärt.

https://www.modellbahnheute.de/2018/06/15/analog-auf-digital-modelleisenbahn/

Liebe Grüße

Andi

Hallo, bei einer analogen Modellbahn wird die Geschwindigkeit der Loks über die Fahrspannung geregelt. Dies hat aber zur Folge das alle Loks auf einem Gleisabschnitt etwa gleich schnell fahren und die Helligkeit einer eventuell vorhandenen Zugbeleuchtung ist auch von der Fahrspannung abhängig. Zudem kann es zu Sprüngen in der Zuggeschwindigkeit kommen wenn der Zug auf einen von einem anderen Transformator gespeisten Gleisabschnitt wechselt, daneben seltsame Effekte wie nur teilweise beleuchtete Züge wenn die Lok an einem Signal hält. Die Verdrahtung ist sehr aufwändig, man muss zu jedem Signal, jeder Weiche etc. eigene Leitungen legen und auch die Hausbeleuchtung benötigt ein eigenes Netz.

Bei der digitalen Modellbahn wird die Information für Geschwindigkeit der Loks als digitales Signal der ansonsten konstanten Fahrspannung aufgeprägt. So können auf den gleichen Gleisabschnitt unterschiedliche Züge mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs sein, und auch die Helligkeit der Zugbeleuchtung bleibt konstant. Zudem vereinfacht sich die Verdrahtung der Anlage deutlich. Es ist nur noch ein zweiadriger Bus nötig an den über die entsprechenden Decoder alle Aktoren wie weichen und Signale etc. und auch die Hausbeleuchtung anschließen kann.

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